Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Illegale Graffiti kosten Steuergeld

Hemmingen/Laatzen/Pattensen Illegale Graffiti kosten Steuergeld

Illegale Graffiti an öffentlichen Gebäuden sind ein Ärgernis und müssen schnell entfernt werden, um Nachahmer abzuhalten. Eine Versicherung dagegen gibt es nicht. 

Voriger Artikel
Hallenboden strahlt jetzt in Soft-Kiwi-Grün
Nächster Artikel
Discgolf zum Ausprobieren zieht viele an
Quelle: Tim Schaarschmidt

Laatzen. „Es ist mittlerweile so weit, dass wir bei geplanten Neubauten oder Sanierungen immer auch gleich mit möglichen Verunstaltungen rechnen. Meist lassen wir dann an die Fassade eine spezielle Beschichtung anbringen, die das Entfernen von Schmierereien erleichtert“, sagt Elke Bösche, stellvertretende Fachbereichsleiterin in Hemmingen. Das illegale Besprühen von Gebäuden bezeichnet sie als „Schmierereien“, nicht als Grafitti. Immer wieder finden sich diese in Hemmingen, unter anderem an der KGS oder am Rathaus.

Da es sich bei dem Besprühenvon Gebäuden um Vandalismus handelt, gibt es keine Versicherung dagegen. Die Stadt lässt die Farbe entfernen oder den Bereich neu streichen. In beiden Fällen wird ein Unternehmen beauftragt, das mit Steuergeld aus der Stadtkasse bezahlt wird. Es gibt Firmen, die spezielle Wartungsverträge anbieten, in denen sie sich verpflichten, den betroffenen Bereich innerhalb von 24 Stunden zu säubern. „Wir haben uns aus Kostengründen dagegen entschieden“, sagt Bösche.

Der zeitliche Aspekt sei dennoch wichtig. „Bemalte Flächen ziehen oft Nachahmer an. Deshalb versuchen wir, die Schmierereien so schnell wie möglich entfernen zu lassen“, sagt die stellvertretende Fachbereichsleiterin. Öffentliche Flächen mit legalen Graffiti gibt es in Hemmingen nicht. Ein Versuch sei einmal am Gebäude der Sekundarstufe I der KGS gemacht worden. Doch das Bild sei innerhalb weniger Tage übersprüht worden.

Andere Erfahrungen hat Laatzen gemacht. Dort sind bereits seit Jahren direkt gegenüber des Polizeireviers am Marktplatz sowie an der Brücke der B443 in Rethen legale Graffiti zu sehen, die nicht wieder übermalt wurden. „Wir haben mit illegalem Sprühen kaum Probleme. Im Stadtgebiet gibt es vereinzelte Graffiti zu sehen, die aber meist schon Jahre alt sind“, sagt Hans-Wilhelm Müller, Leiter des Polizeikommissariats. Der 17-jährige Sprayer, der jüngst in Gleidingen Gebäude und Schaltkästen besprüht hatte und den die Polizei vergangene Woche gefasst hat, sei eine Ausnahme. „Als Motiv gab er an, dass es eine innere Sucht gewesen sei“, berichtet Müller.

Auch in Pattensen seien Graffiti kein großes Problem, sagt Stadtsprecherin Renate Riedel. Vereinzelt tauchten rechtsradikale Schmierereien auf, manchmal sogar auf Privatgrundstücken. „Wir bitten die Eigentümer dann, diese schnell zu entfernen, was auch immer geschehen ist.“ Als vor zwei Jahren der neue Gedenkstein an der Synagoge beschmiert wurde, war das nicht möglich. „Der war aus Sandstein und ließ sich nicht reinigen. Wir haben ihn durch eine Metallplatte ersetzt“, sagt Riedel. Legale Graffitiflächen gibt es nicht.

Von Tobias Lehmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Graffiti-Sprayer in Hannover
Der Graffiti-Sprayer MOSES (wars) tagt nicht nur Zuege und Bahngelaende, sondern auch viele Haeuser in Hannover. (Foto: Katrin Kutter)

Seit Jahren jagt die Ermittlungsgruppe Graffiti einen Sprayer, der überall in der Stadt seine Moses-Tags hinterlässt. Die Beamten glauben, den Urheber zu kennen, können ihm aber nichts nachweisen. Und je näher ihm die Polizei auf den Fersen ist, umso dreister wird der.

mehr
Mehr aus Nachrichten
Laatzen-Seite der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung
doc6snqsb1owqeu76ysj1s
Kirche will Josef-Godehard-Heim verkaufen

Fotostrecke Laatzen: Kirche will Josef-Godehard-Heim verkaufen