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"Wir stehen nachts teilweise im Bett"

Laatzen-Mitte "Wir stehen nachts teilweise im Bett"

Die illegale Knallerei in Laatzen-Mitte beschränkt sich nicht nur auf den Marktplatz-Bereich: Auch Anwohner angrenzender Wohngebiete berichten von lautstarken Böllern, die in den vergangenen Wochen gezündet wurden. Und die sind offenbar größer, als bislang von der Stadt angenommen.

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"Nachts werden die Böller gerne mal in die Unterführung geworfen", sagt ein Anwohner: Die Grand-Quevilly-Passage wirkt dann wie ein Schalltrichter.

Quelle: Dorndorf

Laatzen-Mitte. Zuletzt gab es vor allem aus dem Bereich rund um den Marktplatz Beschwerden wegen der Knallerei. Nach der Berichterstattung in den Leine-Nachrichten meldeten sich am Dienstag genervte Anwohner auch aus angrenzenden Wohngebieten. Dazu zählt der Wehrbusch auf Höhe der Grand-Quevilly-Passage. Sogar aus Rethen und Gleidingen gibt es Beschwerden - dort jedoch nur sehr vereinzelt.

"Wir stehen nachts teilweise im Bett", schimpft Dieter Ringen. Dass es im Bereich Wehrbusch abends und nachts mal laut werden kann, beklagen Anwohner schon seit längerem. Aber die Knallerei der vergangenen Tagen gehe weit über das Gewohnte hinaus. "Das ist die Hölle, gerade an Wochenenden", sagt der Laatzener, der sich auch um seinen Hund sorgt: Wenn es knallt, spiele das Tier verrückt.

"Wir wissen, dass es vor allem die Bereiche betrifft, in denen es Hochbauten gibt", sagt Uwe Wollburg vom Laatzener Polizeikommissariat. Dass es - wie zuletzt von der Stadt angenommen - um kleinere Knaller der Kategorie 1 handelt, kann Wollburg nicht bestätigen. Bei dem Fall, bei dem in der vergangenen Woche Strafanzeige gegen zwei Erwachsene erstattet wurde, habe es sich um in Deutschland verbotene Knallkörper gehandelt, die auch als Polen-Böller bekannt sind. "Es gibt allerdings keine Hinweise, dass in Laatzen illegale Böller in großer Anzahl unterwegs sind." Auch über vermehrte Beschwerden aus anderen Ortsteilen sei nichts bekannt.

In sozialen Netzwerken gehen die Meinungen über den Krach auseinander. Ich find's nicht witzig, wenn neben der Karre eines Kindes ein Böller knallt", heißt es dort in Reaktion auf belustigte Kommentare. "Es muss viel härter durchgegriffen werden", meint ein anderer.

Das ist offenbar nicht ganz einfach. So hatten Polizei und Stadt am Montagnachmittag nach erneuten Vorfällen eine Gruppe junger Leute angetroffen. "Es waren aber keine Knaller mehr vorhanden, so dass wir die Personen nicht unmittelbar zuordnen konnten", sagt Kommissariatsleiter Wollburg. "Wir müssen uns an Recht und Gesetz halten und können nicht jeden darauf untersuchen, ob er Böller dabei hat."

Die Knallerei ist nicht ganz neu. Im Frühjahr hatten Anwohner im Umfeld des Leine-Centers während einer ähnlichen Serie gemeldet, sogar Schüsse gehört zu haben. Die Vermutung: Es könnten - wie nach Angaben eines Anwohners jetzt auch wieder - größere Knallkörper gewesen sein, die in der Grand-Quevilly-Passage gezündet wurden. Der Tunnel wirkt dann wie ein verstärkender Trichter.

Von Johannes Dorndorf

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