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Mit Schaumstoffschlägern gegen Gewalt

Ingeln-Oesselse Mit Schaumstoffschlägern gegen Gewalt

Im Sommer kommen sie in die Schule. Um dann sozial fit zu sein, lernen rund 30 Jungen und Mädchen im DRK-Kindergarten Ingeln-Oesselse Konflikte friedlich zu lösen. Dabei kommen neben Monstergefühlskarten und Instrumenten auch Schaumstoffschläger zum Einsatz.

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Max (6, rechts) und Johanna (5) schlagen mit Schaumstoffschlägern aufeinander ein - bis einer Stopp sagt.

Quelle: Stephanie Zerm

Ingeln-Oesselse. Immer wieder schlägt der sechsjährige Max auf die kleine Johanna ein. Doch die Fünfjährige wehrt sich und teilt ebenfalls kräftig aus. Beide lachen. Denn für ihren "Kampf" benutzen sie weiche Schaumstoffschläger.

Bei dem Spiel sollen die Kindergartenkinder lernen, auf die Gefühle des anderen zu achten und sofort aufzuhören, wenn es ihrem Gegenüber zu viel wird. "Wenn einer Stopp sagt, darf nicht weiter geschlagen werden", hat Silvia Luft den Fünf- bis Sechsjährigen eingeimpft, bevor sie in den Kampfring getreten sind. Und ganz wichtig: Anschließend müssen sich die Kinder die Hände schütteln. 

Eine Woche lang hat die Konflikttrainerin in kleinen Gruppen mit insgesamt rund 30 Kindergartenkindern gearbeitet, die im Sommer eingeschult werden."Sie sollen lernen, ihre Gefühle zu äußern und die Grenzen anderer zu respektieren", erklärt die Sozialpädagogin, die für das Albert-Schweitzer-Familienwerk arbeitet. Denn Gewalt wende nur der an, der keine Sprache habe.

Bei dem Präventivprojekt, das von der Volksbank finanziell bezuschusst worden ist, standen unter anderem auch Entspannungstraining und das Benutzen von sogenannten Monstergefühlskarten auf dem Programm. Mit ihnen konnten die Jungen und Mädchen zeigen, wie Wut, Trauer oder Angst aussehen. Mit Instrumenten konnten sie ihre Emotionen zum Klingen bringen und in einer Geschichte lernten sie, dass jeder einen unsichtbaren Rucksack mit Gefühlen mit sich herumschleppt, auf den man Rücksicht nehmen sollte.

"Es ist wichtig, dass die Kinder gefestigt sind, wenn sie in die Schule kommen und bei Problemen miteinander sprechen", sagt Kita-Leiterin Heike Holstein. Das Angebot ergänze die Arbeit, die die insgesamt 16 pädagogischen Mitarbeiter jeden Tag in der Einrichtung leisteten. Gewalt sei dort zwar kein Thema. Konflikte gebe es jedoch wie in jeder anderen Gruppe auch. "Diese müssen dann auf positive Art gelöst werden."

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Max (6, rechts) und Johanna (5) schlagen mit Schaumstoffschlägern aufeinander ein - bis einer Stopp sagt.

Quelle: Stephanie Zerm

Von Stephanie Zerm

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