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"Die Kommunen müssen Grundstücke ankaufen"

Laatzen "Die Kommunen müssen Grundstücke ankaufen"

In Laatzen wird bezahlbarer Wohnraum knapp - müssen nicht gerade kommunale Wohnungsbaugesellschaften wie die KSG Hannover mehr tun? Ein Gespräch mit KSG-Geschäftsführer Karl Heinz Range.

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KSG-Geschäftsführer Karl Heinz Range.

Quelle: KSG Hannover

Laatzen. Die KSG Hannover mit Sitz in Alt-Laatzen ist gegründet worden, um Wohnraum in der heutigen Region Hannover zu schaffen. Heute verfügt die KSG über 7744 Wohnungen in der Region, davon 525 in Laatzen. 13 Prozent davon unterliegen nach KSG-Angaben einer Mietpreisbindung.

Herr Range, die Stadt Laatzen denkt über die Gründung einer eigenen Wohnungsbaugesellschaft nach, um sozialen Wohnraum zu schaffen. Warum ist in den vergangenen Jahren in diesem Segment so wenig getan worden?

Man muss dazu etwas ausholen: Hinter uns liegt eine Phase von 20 Jahren wohnungspolitischem Attentismus: Man hatte sich darauf verständigt, dass wir wegen des demographischen Wandels keine neuen Wohnungen brauchen - deshalb gab es extrem geringe Neubauraten. Erst jetzt kommt man zu der Einsicht, dass man im preiswerten Segment geförderten Wohnungsbau braucht.

Aber hätte die KSG nicht früher mehr bauen können? Was hat Sie davon abgehalten?

Bis 2014 waren die Förderbedingungen so unzulänglich, dass man solche Wohnungen nicht wirtschaftlich bauen konnte. 2014 wurden die Bedingungen dann geändert und jetzt nochmal nachgebessert. Wir haben jetzt Geld im System und können gefördert bauen.

Heißt das, dass die KSG in Laatzen mehr Sozialwohnungen errichten wird?

Das Nadelöhr ist die Verfügbarkeit von Grundstücken. Die Kommunen haben in den letzten Jahren keine Bodenbevorratungspolitik betrieben und stattdessen alles verkauft. Deswegen gibt es jetzt keine Grundstücke mehr. Nennen Sie mir mal ein freies Grundstück in Laatzen, das für einen öffentlich geförderten Wohnungsbau geeignet wäre.

Einige SPD-Ratspolitker werfen Ihnen vor, Sie wollten in Laatzen gar nicht stärker tätig werden, und sprechen sich deshalb für eine städtische Wohnungsbaugesellschaft aus.

Die KSG würde natürlich bauen, aber es gibt wie gesagt keine Flächen. Da hilft es jetzt nicht, wenn man eine zusätzliche Gesellschaft gründet. Das kann man machen, aber die Rechnung wird nicht aufgehen. Die vornehmliche kommunale Aufgabe ist es jetzt, Grundstücke anzukaufen und Baurechte zu entwickeln, die es ermöglichen, dass man öffentlich gefördert baut.

Hat sich denn die KSG in der Vergangenheit um solche Flächen bemüht?

Wir haben uns zum Beispiel zuletzt um den Alten Bauhof in Alt-Laatzen mit einem Vorschlag beworben, der eine gute Mischung verschiedener Wohnungsangebote vorsah. Dort hatten wir vor, für bestimmte Zielgruppen zu bauen - insbesondere für ältere Menschen mit kleinem Geldbeutel. Im Bewerberverfahren sind wir aber nur auf Platz 2 gelandet.

Wie viele Wohnungen kann die KSG denn überhaupt jährlich errichten?

Das Bauprogramm für die nächsten drei Jahre umfasst deutlich über 200 Wohnungen. Wir haben uns vorgenommen, jedes Jahres mindestens 100 Wohnungen neu zu bauen. Das werden wir an den Stellen tun, wo wir eine Nachfrage sehen. Dazu gehören neben Hannover vor allen Dingen Laatzen, Langenhagen, Seelze und Ronnenberg.

Wenn man die Zahl durch fünf teilt, blieben für Laatzen lediglich 20 Wohnungen - das ist nicht gerade viel.

So lässt sich das nicht rechnen. Wenn es ein geeignetes Baufeld gibt, brauen wir auch 100 oder 150 Wohnungen. Laatzen ist ein relativ wichtiges Zielgebiet für uns: Wir haben in den den letzten eineinhalb Jahren unsere Mietinteressenten ausgewertet. Allein in Laatzen gab es über 3000 Interessenten, die überwiegend eine Wohnung im Mietpreissegment bis maximal 600 Euro Warmmiete suchen.

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