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In Laatzen droht Kita-Engpass

Laatzen In Laatzen droht Kita-Engpass

Die Einigung im Kita-Arbeitskampf sorgt für Erleichterung unter Eltern und Erziehern - dennoch kommt auf Laatzener Familien gleich das nächste Problem zu: Die rege Bautätigkeit und der Zuzug von Flüchtlingen führten zum Engpass bei den Kitas. Bis August 2016 fehlen bis zu 90 Plätze.

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Sie haben einen Kindergartenplatz – aber auch ihre Nachfolger? Trotz des Kita-Ausbaus muss die Stadt weitere Plätze schaffen.

Quelle: Daniel Junker

Laatzen. Laatzens junge Bevölkerung wächst - weit stärker, als in den bisherigen Prognosen angenommen. Ohne Zuzüge würde die Zahl der Zwei- bis Fünfjährigen im laufenden Betreuungsjahr bei 1345 liegen. Tatsächlich sind es jedoch 90 Kinder mehr. Der Zuwachs hängt einerseits mit der regen Bautätigkeit in Laatzen zusammen - viele Familien ziehen von auswärts in die Stadt. Einen Teil macht aber auch der Zuzug von Flüchtlingen aus.

„Höhere Kinderzahlen gab es in Laatzen letztmalig im Jahr 2002“, heißt es in einer Drucksache der Verwaltung, die die Folgen für die Kitas aufzeigt. Und die sind beträchtlich: „Derzeit fehlen unter Berücksichtigung der aktuellen Wohnbauentwicklung im Stadtgebiet rund 75 bis 90 Kindergartenplätze.“ Gab es in den vergangenen Jahren nur vereinzelt Engpässe, sind diesmal gleich vier Stadtteile betroffen: Alt-Laatzen, Laatzen-Mitte, Gleidingen und Ingeln-Oesselse. In den nächsten Jahren dürfte die Situation kaum besser werden. Für 2016/17 etwa muss die Stadt ihre Prognosen um 113 nach oben korrigieren.

Lösen lässt sich der räumliche Notstand nur behelfsweise. Zwar hat die Stadt für jeden Standort Konzepte zur Unterbringung zusätzlicher Gruppen. Aber beispielsweise in Gleidingen ließe sich dies kurzfristig nur mit Containern bewerkstelligen. Die eigentlich angestrebte Versorgungsquote von 90 Prozent - nicht alle Kinder gehen in den Kindergarten - ist derzeit ohne solche Provisorien außer Reichweite.

„Einige werden vielleicht nicht in ihren Wunschkitas, sondern in anderen Einrichtungen unterkommen“, ergänzt Stadtsprecher Matthias Brinkmann. Manche Eltern warteten erfahrungsgemäß so lange, bis Plätze frei werden - zu Beginn des Betreuungsjahres gibt es in der Regel mehr freie Plätze als am Ende, weil einige Kinder zwischenzeitlich das Kindergartenalter von drei Jahren erreichen.

Betroffen sind auch die ein- und zweijährigen Kinder im Krippenalter. Vor allem in Alt-Laatzen, Laatzen-Mitte und Gleidingen liegt die Quote der Krippenplätze unter den Vorgaben der Politik. Eltern haben allerdings die Möglichkeit, auf Tagesmütter auszuweichen, bei denen es noch freie Kapazitäten gibt.

Zwei Kita-Gruppen fehlen

Bis zu 90 Kindergartenplätze fehlen der Stadt in diesem Betreuungsjahr. Der Engpass bei Kindergartenplätzen trifft die Kommune auf dem falschen Fuß – muss sie doch neben Flüchtlingsunterkünften, Schul- und Rathaussanierung auch noch den Bau zusätzlicher Kita-Räume stemmen. Besonders eklatant ist der Fehlbedarf in Laatzen-Mitte. Im größten Stadtteil fehlen nach Einschätzung der Stadtverwaltung zwei zusätzliche Betreuungsgruppen. „Da in diesem Stadtteil die mit Abstand meisten Kinder mit Migrationshintergrund leben, ist die Schaffung weiterer Plätze im Interesse einer gelingenden Integration auch der vielen Kinder mit Fluchtbiografie notwendig“, heißt es im Konzeptpapier der Verwaltung. Kurzfristig ließe sich dies nur durch „temporäre Bauten“ – sprich: Container – lösen. Mittelfristig hoffen die Planer, dass sich in der frei werdenden Förderschule am Kiefernweg eine weitere Einrichtung schaffen ließe. Parallel sieht die Stadt Handlungsbedarf an der Schule Im Langen Feld, wo die Stadt einen Kindergarten betreibt – allerdings in „sehr beengten Verhältnissen“, wie es im Konzept heißt. Es fehlten Bewegungsflächen und Kleingruppenräume. Da es auch in der Grundschule eng wird, wäre eine Verlegung einer der Gruppen an die Förderschule oder die Aufstellung von Containern auf dem Schulgelände anzustreben.

Neue Gruppe in Alt-Laatzen

In Alt-Laatzen fehlen nach Angaben der Stadt derzeit etwa 16 Kindergartenplätze, im Betreuungsjahr 2017/18 könnten es sogar 30 sein. Anfang nächsten Jahres will die Stadt zunächst eine Kleingruppe mit zehn Plätzen in der Kindertagesstätte An der Masch eröffnen, um die Situation zumindest etwas zu entspannen. Darüber hinaus hofft die Verwaltung darauf, eine weitere Gruppe in der Einliegerwohnung im Obergeschoss unterbringen zu können. Die Wohnung ist jedoch derzeit vermietet.

Container in Gleidingen?

Seit Jahren hat die Stadt Probleme, den Bedarf an Kita-Plätzen in Gleidingen zu decken. Im laufenden Betreuungsjahr liegt das Defizit allein im Kindergartenbereich bei 16 Plätzen. Aus Sicht der Verwaltung gibt es „in absehbarer Zeit“ Bedarf für eine zusätzliche Gruppe. Kurzfristig schlägt sie vor, die Kinder in Containern am bestehenden Kindergarten unterzubringen – ähnlich wie in Grasdorf (unser Bild). Sollte an der Triftstraße ein neues Baugebiet entstehen, wäre eine neue, kleine Einrichtung dort die favorisierte Variante.

Kinder in die Alte Schule?

Die Situation in Ingeln-Oesselse ist eine besondere: Im laufenden Kindergartenjahr gibt es zwar ein rechnerisches Defizit von 18 Plätzen, langfristig geht die Stadt jedoch von einem Rückgang aus – eine Übergangslösung ist also gefragt. Als mögliche Varianten nennt die Stadt die Alte Schule in Ingeln oder das evangelische Gemeindehaus. Eine Alternative wären Container auf dem Gelände der Grundschule – zumal 2016 34 Kinder der DRK-Kita eingeschult werden und daher wohl der Bedarf an Hortplätzen steigt.

Engpässe in Grasdorf?

Auf dem Papier sieht die Situation in Grasdorf entspannt aus: Trotz vieler Zuzüge (16 zusätzliche Kinder) halten sich Angebot und Nachfrage die Waage. Allerdings werden Grasdorfer Kindergärten wegen der besonderen Betreuungszeit der Kita Sudewiesenstraße auch von Kindern aus anderen Stadtteilen besucht, sodass es laut Verwaltung zu „Engpässen“ kommen könne. Für Rethen sieht die Stadt derzeit – auch wegen des noch relativ neuen Familienzentrums (unser Bild) – keinen nennenswerten Fehlbedarf.

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