Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Zu kompliziert: Üstra-Ticketverkauf eingestellt

Rethen Zu kompliziert: Üstra-Ticketverkauf eingestellt

In Rethen können Üstra-Fahrgäste seit Ende Januar keine Sammeltickets mehr im Laden kaufen. Esref Akbaba, Betreiber der Postagentur bei Edeka, hat den Verkauf eingestellt. Grund: Das elektronische Vertriebssystem der Üstra funktioniere nicht richtig. Der Seniorenbeirat ärgert sich über die Üstra.

Voriger Artikel
170 Gäste kommen zur großen Johnass-Gala
Nächster Artikel
Nach fünf Tagen Kitastreik gibt's Geld zurück

Esref Akbaba ärgert sich über das elektronische Vertriebssystem der Üstra. Seit Ende Januar verkauft der Betreiber der Postagentur bei Edeka in Rethen deshalb keine Sammeltickets mehr.

Quelle: Daniel Junker

Rethen. Mehrmals am Tag habe der Automat der Üstra, an dem Akbaba die Sammeltickets für seine Kunden ausdruckt, nicht richtig funktioniert. Es komme immer wieder zu Fehlausdrucken, sagt Akbaba. "Manchmal hat die Maschine zum Beispiel nur ein Ticket gedruckt und nicht sechs." Auch bei einer falschen Bedienung habe er den Vorgang nicht wieder rückgängig machen können.

Viel mehr ärgert er sich aber über den Prozess der Abrechnung. "Es gab keine Möglichkeit, die Buchung zu stornieren." Die falsch ausgedruckten Sammeltickets habe er zunächst per Post an die Üstra schicken müssen. Mehrmals sei ihm der Verkauf aber trotzdem berechnet worden. "Ich wurde voll belastet, obwohl ich die Fahrkarten gar nicht verkaufen konnte." Für ihn sei das manchmal sogar ein Verlustgeschäft gewesen. "Ich habe in einer Woche vielleicht zehn Euro mit dem Verkauf der Fahrkarten verdient, mir wurden aber 14 Euro an Fehlbons berechnet." Angeblich seien die falsch gedruckten Tickets nicht angekommen. "Da zahle ich dann sogar noch drauf."

Dem Betreiber der Postagentur ist schleierhaft, warum er eine Buchung nicht gleich am Automaten stornieren kann. "Bei den Geräten der Post und von Lotto funktioniert das ganz einfach und problemlos." Gespräche mit dem zuständigen Üstra-Mitarbeiter hätten zu keiner Lösung geführt. "Irgendwann hat es mir gereicht. Ich habe dann gesagt, dass sie ihr Gerät wieder mitnehmen sollen."

"Der Betreiber im Edeka-Markt hat den Vertrag zu unserem Bedauern gekündigt", bestätigt Üstra-Sprecherin Katja Raddatz. Über die  Hintergründe dürfe das Unternehmen aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Auskünfte geben. "Wir werden jetzt wieder aktiv nach einer Alternative suchen gehen. Allerdings sind die alternativen Möglichkeiten in dem Bereich sehr begrenzt", sagt Raddatz. Es gebe aber am Bahnhof Rethen die Möglichkeit, Sammeltickets über die DB-Automaten zu erwerben.

"Der Wegfall der Verkaufsstelle in Rethen bedeutet einen erhebliche Einbuße an Lebensqualität", ärgert sich Klaus-Dieter Meyer vom Seniorenbeirat. Viele Menschen kämen mit Automaten nicht zurecht. "Außerdem sind Sammeltickets günstiger als Einzelfahrkarten." Meyer selbst hatte sich darum bemüht, dass Akbaba in seinem Shop Fahrkarten für die Üstra verkauft. "Herr Akbaba wollte uns damit unterstützen", sagt Meyer. "Dabei war es für ihn eher eine Belastung, als dass er daran etwas verdient."

Der Seniorenbeirat habe sich bereits auf die Suche nach einem neuen Anbieter gemacht. "Wir finden in Rethen aber niemanden mehr, der das übernehmen will. Die Klagen des Agentur-Betreibers seien "deckungsgleich mit den Aussagen des vorherigen Anbieters", ergänzt Meyer. Der Betreiber des Reisebüros am Marktplatz habe den Verkauf von Sammeltickets aus ähnlichen Gründen eingestellt.

Seit Juli 2015 sind Sammeltickets  auch in Grasdorf nicht mehr erhältlich. Wie berichtet, hatte sich Ahat Amer Mahmout nach der Übernahme eines Kiosks an der Hildesheimer Straße um den Verkauf der Fahrkarten bemüht. Die Üstra hatte dies zunächst abgelehnt, dann aber eingelenkt. "Jedoch steht leider immer noch die Vertragsunterzeichnung des Kioskbesitzers aus", teilt Raddatz mit. "Mehrfache Kontaktversuche waren bislang erfolglos." Meyer steht dieser Aussage skeptisch gegenüber. "Ich habe Herrn Mahmout stets in seinen Laden erreicht und auch mit ihm gesprochen."

Sammeltickets sind wesentlich günstiger

Der Kauf von Sammeltickets ist für viele nicht nur bequemer, sondern im Vergleich zu Einzelfahrkarten auch günstiger. Sechs Sammeltickets für zwei Zonen gibt es zum Preis 17,90 Euro – das sind 2,98 pro Fahrkarte. Am Automaten kostet ein Einzelticket hingegen 3,40. Bei einem Ein-Zonen-Ticket beträgt der Preisunterschied 22 Cent pro Fahrkarte, bei einem Drei-Zonen-Ticket 47,5 Cent.

Sammeltickets gibt es im Laatzener Stadtgebiet noch an folgenden Orten:

- Laatzen-Mitte: Kiosk Marktplatz 11 (im Leine-Center)
- Gleidingen: Kiosk Hildesheimer Str. 559 (Nahe Stadtbahn-Haltestelle Thorstraße); Kiosk Oesselser Str. 16 (Nahe Bushaltestelle "An der Schule")
- Alt-Laatzen: Kiosk Hildesheimer Str. 28 (Nahe Haltestelle Werner-von-Siemens-Platz); Schreibwarengeschäft Eichstr. 23
- Oesselse: Kiosk Rotdornallee 6

Von Daniel Junker

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Plan der Üstra
Bleiben länger im Dienst: die grünen Stadtbahnen.

Trotz steigender Fahrgastzahlen und Umsätze rechnet die Üstra für das laufende Jahr mit einem gegenüber 2015 steigenden Defizit. Grund sind unter anderem Investitionen. Gleichzeitig wurde bekannt, dass die grünen Stadtbahnwagen voraussichtlich länger in Hannover unterwegs sein werden als geplant.

mehr
Mehr aus Nachrichten
Laatzen-Seite der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung
doc6so7eyx5pee134syb11u
Nikolaus kommt zum lebendigen Adventskalender

Fotostrecke Laatzen: Nikolaus kommt zum lebendigen Adventskalender