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Flüchtlingskinder lernen ihre Rechte kennen

Laatzen-Mitte Flüchtlingskinder lernen ihre Rechte kennen

Einmal in der Woche treffen sich zehn bis 13 Flüchtlingskinder mit Mitarbeitern der Uni Hannover im Laatzener Gemeindezentrum Arche. Beim Projekt "Du hast Rechte" lernen sie, wie sie von der UN-Kinderrechtskonvention geschützt werden - auch wenn sich im Alltag nicht alles umsetzen lässt.

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Alisa (links) und Nariman (rechts) versuchen mit verbundenen Augen, ein Ei auf einem Löffel zu balancieren. Die studentischen Hilfskräfte Mirjam Lepping (Zweite von links), Katrin Hartmann (Mitte) und Laura Scheerbaum unterstützen sie dabei.

Quelle: Stephanie Zerm

Laatzen-Mitte. Plötzlich ist alles dunkel. Alisa kann nichts mehr sehen. Und dann soll sie auch noch ein Ei auf einem Löffel balancieren. Erschrocken schnappt die Sechsjährige nach Luft. Dann beruhigt sie sich wieder, lacht. Schließlich hat sie nur ein Tuch um die Augen gebunden. Bei dem Spiel sollen die Jungen und Mädchen erfahren, wie sich Kinder mit Behinderung fühlen. Denn heute behandeln sie das Recht auf die Förderung behinderter Kinder.

"Jede Woche beschäftigen wir uns mit einem anderen Recht", sagt Nora Haertel. Die Unidozentin am Institut für Sonderpädagogik hat das Projekt im Mai ins Leben gerufen, das vom Bundesprogramm "Demoktratie leben" gefördert wird. Träger ist das Laatzener Flüchtlingsnetzwerk.

Viele Rechte der UN-Kinderrechtskonvention haben Haertel und ihre drei studentischen Hilfskräfte bereits mit den Kindern durchgenommen. Dazu zählen auch das Recht auf Gleichbehandlung von Jungen und Mädchen, das Recht auf Bildung, auf Schutz vor Gewalt und liebevolle Erziehung. "Von einigen Rechten hatten die Kinder bereits gehört", berichtet Haertel. Alle seien jedoch nicht umsetzbar. Etwa das Recht auf Privatsphäre. "Die Kinder sind mit ihren Familien zwar in eigenen Wohnungen untergebracht", weiß die Pädagogin. Doch die Verhältnisse seien sehr beengt. "Die meisten müssen sich mit mehreren Geschwistern ein Zimmer teilen." Spielerisch hat die Gruppe dann ausgearbeitet, wie man sich auch auf kleinsten Raum Privatsphäre schaffen kann. "Etwa mit einer eigenen abschließbaren Schatzkiste."

Damit die Treffen für die Kinder nicht langweilig werden, werden die Themen im Spiel thematisiert - etwa beim Eierlaufen mit verbundenen Augen. Außerdem gibt es eine Kreativ- und eine Redestation. Immer dabei sind zwei Übersetzerinnen, eine für Kurdisch und eine für Arabisch. Sie sorgen dafür, dass die Sechs- bis Zwölfjährigen, von denen die meisten noch nicht lange in Deutschland leben, auch alles verstehen.

"Für die Kinder sind die Treffen der Höhepunkt der gesamten Woche", sagt Haertel. Da bei den meisten noch offen sei, ob sie in Deutschland bleiben dürfen, seien sie sonst in keine Freitzeitaktivitäten eingebunden. Damit die Kinder beim Projekt teilnehmen dürfen, habe sie vorab mit allen Eltern gesprochen. "Sie haben es sehr wohlwollend angenommen, obwohl einige anfangs skeptisch waren", sagt Haertel.

Das Projekt läuft noch bis Ende Juli. Danach schreibt die Pädagogin einen Abschlussbericht und gibt Empfehlungen für eine eventuelle Fortsetzung.

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Unidozentin Nora Haertel diskutiert mit den Jungen und Mädchen mit Hilfe von Bildkarten über Kinder mit Behinderungen.

Quelle: Stephanie Zerm

Von Stephanie Zerm

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