Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
"Er hat Mama gewürgt" - Ausstellung klärt auf

Laatzen-Mitte "Er hat Mama gewürgt" - Ausstellung klärt auf

Mehr als 220 Mal ist die Laatzener Polizei 2015 zu Fällen von häuslicher Gewalt gerufen worden. Laut Polizei ist dieses Jahr noch mit einem Anstieg zu rechnen. Um Bürger zu sensibilisieren, hat die AG gegen häusliche Gewalt Freitag im Leine-Center über das Thema informiert.

Voriger Artikel
Gemeinden pflanzen Luthereichen
Nächster Artikel
Internet ist Thema beim Wirtschaftsforum

Der Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes Stefan Schwarzbard, Sabine Porth vom Weißen Ring, Nicole Waldmann vom Frauenzentrum, Gleichstellungsbeauftragte Nicole Hendrych, Kriminaloberkommissarin Martina Deschner und Susanne Schütte vom Frauenzentrum informieren im Leine-Center über das Thema häusliche Gewalt.

Quelle: Stephanie Zerm

Laatzen-Mitte. "Er hat Mama gewürgt, wegen Geld." "Meine Mutter wird von meinem Vater brutal geschlagen, vor mir." "Ich habe aufgehört zu essen, habe keinen Hunger mehr gehabt, wenn sich meine Eltern gestritten haben." Diese und andere Aussagen von Kindern konnten Besucher des Infostandes im Erdgeschoss des Leine-Centers am Freitag lesen. Die Sätze wurden in Frauenhäusern aufgeschrieben, in die die Kinder mit ihren Müttern vor deren gewalttätigen Partnern geflüchtet waren. Das Landeskriminalamt hat die Aussagen auf mehrere Kinder-T-Shirts drucken lassen und diese im Leine-Center auf einer Wäschespinne präsentiert.

"Die Zahl der Fälle von häuslicher Gewalt bleibt auf einem hohen Niveau", sagt Nicole Waldmann vom Laatzener Frauenzentrum. Die dortige Beratungs- und Interventionsstelle (BISS) gegen Gewalt habe in diesem Jahr bereits 130 Frauen betreut. Im vergangenen Jahr waren es 178 Fälle. Jede vierte Frau erlebe einmal im Leben Gewalt in der Partnerschaft. Zwar würden auch Männer Opfer, diese Fälle seien jedoch eher die Ausnahme.

Dabei ist die Dunkelziffer laut Stefan Schwarzbard, Leiter des Laatzener Kriminal- und Ermittlungsdienstes, hoch. "Viele Frauen erdulden immer noch Gewalt, ohne etwas zu unternehmen." Dabei gebe es mittlerweile zahlreiche Möglichkeiten. Unter anderem könnten gewalttätige Partner aus der Wohnung verwiesen werden oder ein Kontaktverbot zu ihrem Opfer bekommen. "Das geht soweit, dass sie der Frau noch nicht einmal einen Brief schreiben dürfen", sagt Schwarzbard. Im Notfall stünden in der Region mehrere Frauenhäuser zur Verfügung, in die Opfer flüchten können.

Dabei ist nicht jede Form von häuslicher Gewalt auch körperlich sichtbar. "Auch Beleidigung, Bedrängung und Sachbeschädigung sind eine Form von Gewalt. Psychische Gewalt ist ebenfalls eine Straftat und gilt als Körperverletzung", sagt Schwarzbard.

Mit der Aktion im Leine-Center wolle die AG gegen häusliche Gewalt, zu der Institutionen wie der Weiße Ring, die AWO-Kita, die KGS, die Polizei, die Jugendhilfe, die Suchtberatungsstelle und das Team Gleichstellung der Stadt zählen, über Hilfsangebote informieren.

Unter anderem erhalten Betroffene in der Beratungsstelle Donna Clara im Frauenzentrum Unterstützung. "Wir beraten sie individuell und zeigen auf, was sie unternehmen können", sagt Nicole Waldmann. Rund um die Uhr erhalten Opfer unter der Telefonnummer 08000 116 016 Hilfe.

doc6s3onq03q2o1gu55am6g

Taschentücher mit klarem Statement.

Quelle: Stephanie Zerm

Von Stephanie Zerm

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Laatzen-Seite der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung
doc6slrfnjhzhi1fwmmzl5g
Erich-Kästner-Gymnasium kürt die besten Vorleser

Fotostrecke Laatzen: Erich-Kästner-Gymnasium kürt die besten Vorleser