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KSG: Vorgaben für Neubauten sind zu streng

Laatzen KSG: Vorgaben für Neubauten sind zu streng

Die wachsende Druck auf dem Wohnungsmarkt ist hausgemacht - das ist eines der Ergebnisse eines Gesprächs zwischen den SPD-Politikern Matthias Miersch und Silke Lesemann bei der KSG Hannover: Kommunen müssten wieder mehr Flächen vorhalten - und die Vorgaben bei Wärmedämmung und Co. gesenkt werden.

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Wie lässt sich mehr bezahlbarer Wohnraum schaffen? KSG-Prokurist Stephan Prinz (von links) und Geschäftsführer Karl Heinz Range tauschen sich in der Frage mit der Landtagsabgeordneten Silke Lesemann und dem Bundestagsabgeordneten Matthias Miersch aus.

Quelle: Dorndorf

Laatzen. Noch steigen die Mieten in Laatzen und den anderen Kommunen der südlichen Region relativ moderat an. Dass der Druck auf dem Wohnungsmarkt aber weiter zunehmen wird, darin sind sich die beiden SPD-Abgeordneten und KSG-Geschäftsführer Karl Heinz Range einig. "Es gibt für Laatzen 3000 Interessenten für Mietwohnungen im Segment mit maximal 650 Euro Warmmiete", berichtet Range über eine entsprechende KSG-Erhebung. "Auf Laatzen lastet ein hoher Druck", ergänzt er, "die Nähe zu Hannover ist ein schlagendes Argument". Die KSG wolle deshalb bis 2025 ihren Wohnungsbestand regionsweit von 8000 auf 10.000 Wohnungen erweitern.

Bund und Land haben wegen der Entwicklung zuletzt mehr Geld in den Sozialen Wohnungsbau freigegeben - in den nächsten zwischen Jahren seien es allein in Niedersachsen jeweils 75 Millionen Euro, sagt die SPD-Landtagsabgeordnete Silke Lesemann. Allerdings fehlt es an geeignetem Baugrund: "Die Kommunen haben ihre Flächen in den letzten Jahren komplett vertickt. Es gibt einfach keine Flächen." Die Städte und Gemeinden müssten deshalb dringend wieder Flächen bevorraten.

Gebaut wurde zudem einseitig. "In Sehnde hatten wir einen hohen Flächenverbrauch für Einfamilienhäuser - der Geschosswohnungsbau wurde vernachlässigt", so Lesemann. Range sieht eine ähnliche Gefahr für die geplanten Projekte in Laatzen. Beispiel Gleidingen: Die derzeitigen Pläne für das Erdbeerfeld sehen den Bau von 64 Einfamilienhäusern vor. "Wenn es dort wieder nur mit solchen Hausreihen weitergeht, hilft das gar nichts", glaubt Range. Denn preiswerte Wohnungen würden dadurch nicht frei: "Wer in ein Einfamilienhaus zieht, wohnt nicht am Wehrbusch."

Als weitere Negativbeispiele nennt der KSG-Chef die Hochpreis-Bebauung am Alten Markt in Alt-Laatzen, aber auch die Pläne für das Rentenversicherungsgelände, wo die Hanseatische Immobilien Treuhand (HIT) hunderte Wohneinheiten schaffen will. Die KSG würde dort gerne Wohnungen zu erwerben - aber nicht zu jedem Preis. "Die HIT wird dies für 3600 oder 3700 Euro pro Quadratmeter anbieten. Aber dann machen wir's nicht", stellt Range klar: "Damit kann ich keine erschwinglichen Mieten generieren."

Der Laatzener Bundestagesabgeordnete Matthias Miersch sieht Bau bezahlbarer Wohnungen eine "gesamtgesellschaftliche Aufgabe". "Wir müssen da in den nächsten Jahren kräftig klotzen. Das werden wir nicht allein mit den Privaten schaffen, sondern wir werden die Wohnungsbaugesellschaften brauchen, die wir hier haben - nämlich der KSG". Miersch kündigte an, das Thema in die Debatten um das SPD-Wahlprogramm mit einzubringen.

Ein wichtiges Thema sind auch die Baukosten, die durch gesetzliche Vorgaben etwa zur Gebäudedämmung gestiegen seien. "Wenn ich eine zehn Zentimeter dicke Dämmung einbaue, habe ich den größten Effekt bei der Energieeinsparung. Wenn ich aber die letzten Dinge rausquetsche, wird es teuer." Dies verhindere letztlich den Bau von bezahlbarem Wohnraum. "Wir sprechen hier von Gestehungskosten in Höhe von 3300 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche, das überfordert uns wirtschaftlich." Das räumte selbst der ausgewiesene Umweltpolitiker Miersch ein: "Man muss vielleicht sagen, dass wir an der Stelle überdreht haben."

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