Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -4 ° Nebel

Navigation:
Kinder brauchen eine Chance

Laatzen-Mitte Kinder brauchen eine Chance

Seine Berufswahl Grundschullehrer stand früh fest, er selbst bezeichnet sich als heimatverbunden und an Menschen interessiert. Seit dem Sommer ist Axel Paulig offiziell der Rektor der größten Laatzener Grundschule in der Pestalozzistraße.

Voriger Artikel
Laatzens Jungforscher sind ausgezeichnet
Nächster Artikel
Nach Mord: Täter war im Ort nicht bekannt

„Man muss einen Blick für alle bekommen“: Axel Paulig ist als Rektor der Grundschule Pestalozzistraße für aktuell 337 Schüler und 26 Lehrer verantwortlich. Köhler

Quelle: Astrid Köhler

Laatzen. „Ich habe mit bewusst für die Grundschule entschieden“, sagt der gebürtige Hannoveraner, der in Springe aufgewachsen ist und dort noch heute lebt. Kinder in dem Alter wollten noch lernen und ihnen möchte er Werte fürs Leben vermitteln.

Als er im Februar 2007 als Feuerwehrkraft - nach Stationen in Ronnenberg und Groß Berkel bei Hameln - erstmals die Grundschule Pestalozzistraße betrat, konnte er nicht ahnen, dass er einige Jahre später deren Rektor sein würde. „Ich bin da so reingerutscht“, sagt der 40-Jährige. Als 2012 zunächst kommissarisch ein Konrektor gesucht wurde, fiel die Wahl auf ihn. Später als offizieller Konrektor vertrat er auch zeitweilig die Schulleiterin und sammelte weitere Erfahrungen.

Als Klassenlehrer habe er im seine Schüler im Fokus gehabt und „nicht das Große und Ganze“ und die umfangreichen organisatorischen Aufgaben. „Man muss Blick für alle bekommen, Menschen zuhören und braucht Fingerspitzengefühl“, sagt Paulig. Seine Verantwortung ist groß. An der Grundschule gehen derzeit 337 Schüler, 26 Lehrer, vier pädagogische Mitarbeiter und 15 aus dem Ganztagsbereich ein und aus. Die Eltern, Projektpartner und weiteren Ansprechpartner sind dabei noch gar nicht eingerechnet.

Die großen Themen neben dem Schulalltag und der Inklusion sind für Paulig die Einrichtung der Sprachlernklasse, das neue Sprachförderkonzept und der Umgang mit der Flüchtlingssituation. Dass direkt neben der Schule erst eine temporäre Unterkunft in der Turnhalle II und dann am Wendehammer der Pestalozzistraße entstehen hält er zwar nicht unbedingt für optimal, gleichwohl sagt er: „Grundsätzlich brauchen Menschen eine Unterkunft.“ Es könne auch für alle eine Chance sein. Gezielte Begegnungen und Projekte der Schule mit Flüchtlingen hält er für möglich und bei entsprechender Vorbereitung für sinnvoll. „Für Kinder ist es interessant, Informationen aus erster Hand zu bekommen.“ Gleichwohl weis er um die Bedenkenträger. Auch deren Ängste gelte es ernst zu nehmen.

Dass seine Schule von Kindern aus 30 Nationen besuchen wird, ist für Paulig ein Vorteil: „Für die Kinder ist es normal, dass es Menschen aus anderen Kulturen, mit anderen Einstellung, Festen und Ritualen gibt.“ Dies sei wichtig für das weitere Leben - zumal in einem multikulturellen Deutschland.

Privat ist Paulig ein passionierter Tänzer („seit der Konfirmation“), Milchtrinker („Milch ist mein Kaffee“), Leser von Kriminalgeschichten und humoristischem wie „Hummeldumm“ von Tommy Jaud. Seit 2011 sitzt er zudem für die CDU im Ortsrat seiner Heimatstadt Springe. Er werde aber nicht erneut kandidieren, sagt Paulig - wegen seiner vielen Tätigkeiten. Sein Wunsch? „Dass jeder gern zur Schule kommt und sich wohlfühlt, dass jedes Kind eine Chance bekommt, sich zu entwickeln, die Sprache zu lernen und für das weitere Leben vorbereitet zu sein.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Laatzen-Seite der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung
doc6sm4a1uz68yn2aqscj1
Stehende Ovationen zum Finale der "Böhmischen"

Fotostrecke Laatzen: Stehende Ovationen zum Finale der "Böhmischen"