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Kita-Engpass: Kindersegen bringt Stadt in Not

Laatzen Kita-Engpass: Kindersegen bringt Stadt in Not

Die Zahl der Kinder in Laatzen hat ein neues Rekordniveau erreicht. Weil der Trend wohl anhält, muss die Stadt bei der Kinderbetreuung erneut nachsteuern: Neben den beiden geplanten neuen Einrichtungen in Laatzen-Mitte benötigen wohl auch Alt-Laatzen und Gleidingen neue Kitas.

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Die Stadt braucht mehr Platz für Kinderbetreuung und plant, im D-Trakt der Schule Rathausstraße eine Kindertagesstätte einzurichten. Schon jetzt sind im Gebäude Hortgruppen untergebracht.

Quelle: Daniel Junker / www.junkerphoto.de

Laatzen. Im September erst hatte der Rat der Stadt die Einrichtung von zwei neuen Kindertagesstätten für Laatzen-Mitte als Grundsatzbeschluss auf den Weg gebracht. Inzwischen zeichnet sich schon wieder die nächste Lücke ab. Stadtweit, so rechnet es die Verwaltung im gerade veröffentlichten Kindergartenbedarfsplan vor, dürften bis 2018/2019 bis zu 120 Plätze fehlen.

Grund für die Entwicklung ist ein Kindersegen ungeahnten Ausmaßes. "Höhere Kinderzahlen gab es in Laatzen seit Einführung des Rechtsanspruchs im Jahr 1996 noch nie", fasst Fachbereichsleiter Thomas Schrader die Entwicklung zusammen. Gegenüber den noch vor einem Jahr prognostizierten Zahlen sei die Zahl der Jungen und Mädchen im Kindergartenalter um 82 höher als vorhergesagt, gegenüber der 2014er-Prognose sogar um 195.

Hauptursachen seien die Bautätigkeit in Laatzen, aber auch die Zuweisung von Flüchtlingen, heißt es im Rathaus. Die damit verbundenen Probleme bei der Kinderbetreuung hätten zwar auch andere Städte und Gemeinden. "Allerdings hat die Stadt Laatzen in den letzten zwei Jahren prozentual den höchsten Anstieg der Bevölkerungszahlen aller Umlandkommunen zu verzeichnen", so Schrader.

Probleme werden vor allem für Alt-Laatzen erwartet. Die Zahl der Drei- bis Sechsjährigen dürfte innerhalb der nächsten zwei Jahre um 32 steigen, so dass im Betreuungsjahr 2018/19 entsprechend viele Betreuungsplätze fehlen. "Unter Berücksichtigung der baulichen Entwicklung könnten es sogar bis zu 50 Plätze sein", heißt es im Bedarfsplan. Die Stadt will deshalb mittelfristig eine neue Kindertagesstätte an der Grundschule Rathausstraße einrichten, wo bereits zwei Hortgruppen untergebracht sind. Geeignet wäre dafür der D-Trakt der Schule, in dem zuletzt Flüchtlinge untergebracht waren. Derzeit dienen die Räume allerdings wegen Bauarbeiten aus Ausweichquartier für die Grundschule. Mit der Inbetriebnahme der neuen Kita, die zwei zusätzliche Kindergartengruppen und eine Krippengruppe bekommen soll, rechnet die Stadt nicht vor der Jahreswende 2018/19.

In Gleidingen ist die Lücke mit 59 fehlenden Kindergartenplätzen bis 2018/19 sogar noch größer. Mittelfristig plant die Verwaltung eine neue Kita am Rande des geplanten Baugebiets Am Erdbeerhof. Da die Einrichtung frühestens 2018 eröffnen kann, setzt die Verwaltung zur Überbrückung auf eine (teure) Containerlösung auf dem Bolzplatz vor der bestehenden Kita an der Schützenstraße.

Geringer ist der Fehlbedarf in Rethen , wo lediglich eine Kindergartengruppe fehlt. Die Verwaltung will die Aufstellung von Containern "auf einer geeigneten Fläche" prüfen.

In Ingeln-Oesselse hat die Stadt mit dem Ausbau des Gebäudes Gleidinger Straße 12 bereits eine Erweiterung der Plätze beschlossen. Einschließlich der Übergangslösung im TSV-Vereinsheim kann der Bedarf nach bisheriger Einschätzung gedeckt werden.

In Grasdorf reicht der Platz zwar rechnerisch aus. "Allerdings könnten Engpässe durch Kinder insbesondere aus Rethen entstehen, für die eine Betreuung in Grasdorf gewünscht ist", warnt die Verwaltung.

In Laatzen-Mitte plant die Stadt mittelfristig die Eröffnung von zwei neuen Kindertagesstätten. Wie berichtet, sind die Anmietung des ehemaligen Aldi-Markts an der Ahornstraße sowie ein Neubau auf dem Marktplatz oder an der Pestalozzistraße im Gespräch.

Mehr Bedarf an Sprachförderung

Rapide angestiegen ist den vergangenen Jahren auch die Nachfrage nach Sprachförderung. Wurden 2013 noch 282 Kinder unterstützt, sind es im laufenden Jahr 385. "Darüber hinaus gibt es zahlreiche Kinder, die zusätzliche therapeutische Angebote wie Logopädie oder Ergotherapie außerhalb der Einrichtungen benötigen", heißt es im neuen Kindergartenbedarfsplan. Derzeit würden 180 Kinder eine solche Förderung erhalten - das entspricht einem Anteil von 15 Prozent.

Einher gegangen ist die Entwicklung mit einem steigenden Anteil von Kindern aus Migrantenfamilien, die in Laatzens Kindertagesstätten betreut werden. Waren dies im Jahr 2012 noch knapp 38 Prozent, sind es inzwischen 55 Prozent.

Einrichten muss sich die Stadt auch auf einen wachsenden Bedarf an Integrationsgruppen (I-Gruppen) im Kita-Bereich. Die 29 bestehenden Plätze sind bereits voll belegt. "Die Stadt hat die höchste Zahl an I-Plätzen aller Umlandkommunen, dennoch ist weitere Bedarf absehbar", so die Prognose der Verwaltung. In den neuen Einrichtungen müssten deshalb weitere solche  Gruppen eingerichtet werden.

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