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Notstand: Stadt muss zwei neue Kitas schaffen

Laatzen-Mitte Notstand: Stadt muss zwei neue Kitas schaffen

Die Stadt muss in den nächsten Jahren allein in Laatzen-Mittte zwei neue Kitas mit mindestens 125 Kindergartenplätzen schaffen. Zur Diskussion stehen unter anderem ein Neubau auf dem Marktplatz, aber auch eine Unterbringung in der Flüchtlingsunterkunft Gutenbergstraße als Übergangslösung.

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Kommt der dritte Bauabschnitt für's Stadthaus? Auf der Grünfläche vorne könnten weitere Kita-Räume entstehen.

Quelle: Daniel Junker

Laatzen-Mitte. Dass es in Laatzen-Mitte bei der Kinderbetreuung eng werden würde, ist schon länger bekannt – in diesem Ausmaß sind die Zahlen jedoch neu. Bis Sommer 2017 fehlten allein in den Kindergärten 64 Plätze. Weil auch die Grundschule Im Langen Feld aus allen Nähten platzt, muss zudem ein neues Domizil für den benachbarten Kindergarten Im Langen Feld mit seinen drei Gruppen gefunden werden. Unterm Strich, heißt es im Rathaus, müssten 125 Kindergarten- und einige Krippenplätze geschaffen werden.

Der steigende Bedarf hängt nach Verwaltungsangaben vor allem mit Zuzügen nach Laatzen-Mitte zusammen. Verstärkt wird der Trend durch die Flüchtlingssituation – 27 Kinder dieses Alters stammen aus Familien von Schutzsuchenden.

Der Kinder- und Jugendhilfeausschuss hat sich deshalb am Donnerstagabend einstimmig dafür ausgesprochen, Abhilfe zu schaffen. Die Stadt will demnach den Bau von zwei Einrichtungen mit Kindergarten- und Krippenplätzen in Angriff nehmen – entsprechende Mittel müssten dann in den Etat für 2017 aufgenommen werden. Übergangsweise sollten dann je eine Gruppe in der Kita Brucknerweg und im Erdgeschoss der Flüchtlingsunterkunft an der Gutenbergstraße 15 geschaffen werden.

Noch offen ist, wo die neuen Einrichtungen entstehen sollen. Als Zielvorgabe gilt, eine Kita westlich der Erich-Panitz-Straße als Ersatz für die Kita Im Langen Feld einzurichten und eine weitere östlich der Erich-Panitz-Straße, wo die meisten Kinder des Stadtteils leben. Für den erstgenannten Bereich sind eine Gewerbeimmobilie an der Ahornstraße oder alternativ ein Neubau neben der Schule am Kiefernweg im Gespräch, für den Ostbereich ein Neubau nahe der Pestalozzistraße oder auf dem Marktplatz.

Die Marktplatz-Lösung wäre zugleich die wohl aufwändigste Variante: Für 2,8 Millionen Euro, so die Schätzung, könnte die Stadt dort den dritten Bauabschnitt des Stadthauses realisieren, der Platz für zwei Kindergartengruppen, eine Krippengruppe sowie weitere Beratungs- und Gruppenangebote des Stadthauses bieten würde. Ein Vorteil: Gelingt es der Stadt, das Projekt in das Soziale-Stadt-Bundesprogramm „Investitionspaket soziale Integration im Quartier“ aufzunehmen, ließe sich das Projekt mit bis zu 75 Prozent fördern. Ob dies möglich ist, stehe allerdings frühestens im Dezember fest – erst dann wolle die Stadt die Variante weiter untersuchen.

Ein Problem könnte am Ende das Personal werden. Martina Burbulla, Leiterin der AWO-Kita Lange Weihe, berichtete, dass es schon jetzt kaum Bewerbungen auf freie Stellen gebe: „Die Kommunen müssten an die Fachschule mit der Bitte herantreten, die Klassen aufzustocken." Marion Bode-Pletsch (SPD) ergänzte: „Wir müssen als Stadt ein Modell finden, Erzieher früher an uns zu binden.“

Gutenbergstraße als Übergangslösung

Bis die beiden neuen Kitas in Betrieb gehen, muss die Stadt für Übergangslösungen sorgen. Zwei Gruppen sollen im Erdgeschoss des Bürohauses Gutenbergstraße 15 untergebracht werden. Derzeit wird das Gebäude teils zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt, Ende Oktober soll eine Rathaus-Außenstelle dazukommen.
Für die Kita hat die Stadt eine ungewöhnliche Idee, die es im Stadtgebiet so bisher noch nicht gibt: Im Erdgeschoss könnten sich zwei Gruppen einen eigens eingerichteten Raum teilen – eine vormittags von 8 bis 12 Uhr, eine nachmittags von 13 bis 17 Uhr. Die Umbaukosten für das Provisorium schätzt die Stadt auf 232 000 Euro.
Eine weitere Gruppe soll im Obergeschoss der Kita Brucknerweg untergebracht werden. Einer der beiden Mehrzweck- und Bewegungsräume würde dann vorübergehend zum Gruppenraum. Geschätzte Kosten für das Mobiliar: 125 000 Euro.

Kita im früheren Aldi-Markt?

Gesucht wird auch ein Ausweichdomizil für die Kita Im Langen Feld. Die Stadt will die Räume der benachbarten Grundschule zuschlagen, die aus allen Nähten platzt. Eine Lösung wäre die Anmietung des ehemaligen Aldi-Markts an der Ahornstraße, wo heute ein Fliesenbetrieb ansässig ist. Bislang scheiterten die Bemühungen an den Forderungen des Vermieters, der die Räume nach einem Umbau zu einem Preis vermieten will, der die Stadt auf lange Sicht mehr als ein Neubau kosten würde. Zudem betont der derzeitige Mieter Christian Knolle, dass er am Standort bleiben will. Nach Angaben der Stadt wolle der Eigentümer die Mietkonditionen überdenken.
Plan B ist ein Neubau: Zwischen der Schule am Kiefernweg und dem benachbarten Sportplatz würde ein 2700 Quadratmeter großes Grundstück genügend Platz bieten. Das Beachvolleyballfeld dort müsste dann auf das Sportgelände verlegt werden.

Neubau an der Pestalozzistraße?

Als Baugrund für eine neue Kindertagesstätte kommt auch eine Fläche in Nähe der Pestalozzistraße in Betracht: Zwischen dem Kinder- und Jugendzentrum und der Sporthalle der benachbarten Grundschule wäre Platz für eine Einrichtung mit drei Kindergarten- und zwei Krippengruppen. Infrage kommt der Bereich aber nur, wenn sich die Stadt gegen die Marktplatz-Lösung entscheidet – vor allem, falls die erhofften Fördermittel des Bundes für die Stadthaus-Erweiterung ausbleiben.
Gegenüber dem Marktplatz hätte der Standort den Vorteil, die eigentlich benötigten fünf Kita-Gruppen unterzubringen zu können. Auf dem Marktplatz hingegen reicht der Platz wegen der begrenzten Außenflächen nur für zwei Kindergartengruppen und einen Krippenraum. Ein Kostenvergleich liegt noch nicht vor – die Stadt gibt zum jetzigen Zeitpunkt keine Prognose ab.

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