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Klinik wird für zwölf Millionen Euro modernisiert

Grasdorf Klinik wird für zwölf Millionen Euro modernisiert

Die ersten Stationen sind saniert, die Aufzüge erneuert - doch der Sanierungsstau im Klinikum Agnes Karll ist längst nicht behoben. Aktuell steckt das Klinikum deshalb mehr als zwölf Millionen Euro in das Gebäude. Mit Christian Unzicker hat die Klinik zudem einen neuen ärztlichen Direktor.

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Das Klinikum Agnes Karll soll für mehr als zwölf Millionen Euro saniert werden.

Quelle: Dorndorf

Grasdorf. Dass im Agnes Karll dringend investiert werden muss, ist der Klinikumsleitung bewusst: "Es ist ein recht altes Gebäude", sagt Ronald Gudath, geschäftsführender Direktor des Klinikums Ost, zu dem neben Laatzen auch die Krankenhäuser in Lehrte und Großburgwedel gehören. Der Bau stamme schließlich - mit Ausnahme des in den Neunzigerjahren entstandenen Erweiterungsbaus - aus dem Jahr 1969. "Es ist eine schwierige Aufgabe, in einem solchen Gebäude moderne Medizin zu machen", sagt Gudath.

Aber dennoch eine machbare: Im Gegensatz etwa zum Klinikum Großburgwedel, das mit einer Investitionssumme von 135 Millionen Euro komplett neu errichtet werden soll, lässt sich das Agnes Karll im Bestand sanieren. "Die Grundstruktur des Krankenhauses ist gut", sagt der neue ärztliche Direktor Christian Unzicker. Die zentralen Einrichtungen wie OP-Säle und Fahrstühle befänden sich dicht beieinander und zugleich günstig im Zentrum des Gebäudes, so dass weite Wege innerhalb des Hauses vermieden werden.

Das aktuelle Sanierungsprogramm, das die Jahre 2016 bis 2019 umfasst, ist laut Gudath über zwölf Millionen Euro schwer. Über sieben Millionen Euro davon kostet allein die für 2019 geplante Modernisierung der fünf Operationssäle, wo unter anderem Räume vergrößert und die Lüftung erneuert werden sollen. Ziel ist dabei auch eine Optimierung der Abläufe in den OP-Bereichen - einschließlich neuer Verkabelungen und der Einrichtung eines WLAN-Netzes.

Die Sanierungsliste umfasst neben der bereits erfolgten Erneuerung der Fahrstühle auch die Anschaffung eines modernen 64-Zeilen-Computertomographen sowie neuer Geräte in den OPs. Modernisieren will das Klinikum zudem die Bürobereiche, die Sportmedizin und - von Patienten schon seit langem gefordert - die Stationen.

Die Erneuerung der Stationen dürfte allerdings noch einige Jahre dauern. "Das Schwierige ist, dass wir das im laufenden Betrieb machen müssen", sagt Unzicker - schließlich müsse das Haus seiner Versorgungsrolle für den Süden der Region nachkommen. Von den acht Stationen seien bislang zwei saniert, eine Dritte wird im Herbst fertig, eine Vierte sei für 2018 in Planung. Wann das Programm, zu dem zusätzlich auch die beiden Intensivstationen zählen, abgeschlossen sein wird, stehe noch nicht fest.

Parallel plant das Klinikum eine großen Reform im Bereich Hannover-Ost. Wie berichtet, sollen die Kliniken in Großburgwedel, Laatzen und Lehrte zu einem einzigen, planerischen Krankenhaus zusammengefasst werden. Zwar haben die drei Standorte bereits jetzt eine gemeinsame Leitung - aber eine weitergehende organisatorische Zusammenlegung würde Vorteile schaffen.

"Wir haben drei relativ kleine Standorte im Osten. Der Vorteil ist, dass wir eine standortnahe Versorgung haben", sagt Unzicker. "Aber wir können nicht überall alles anbieten." Das Konzept, das noch vom Land genehmigt werden muss, sieht deshalb eine Schwerpunktbildung vor Ort vor. Die klassische Grund- und Notversorgung gibt es auch künftig an allen drei Standorten, in speziellen Fällen werden die Patienten aber zu den standortübergreifenden Zentren verlegt.

Im Gegensatz etwa zu Lehrte dürfte sich für Laatzen dadurch kaum etwas ändern. "Laatzen ist schon jetzt sehr gut aufgestellt", sagt Unzicker - das Agnes Karll biete schon seit längerem solche Schwerpunkte. Bekannt ist der Standort unter anderem für die Kompetenz seines Darmzentrums, die Neurologie, die Sportmedizin und für den Bereich Orthopädie und Unfallchirurgie.

Neu eingerichtet wurde 2016 die Altersmedizin: Im Herbst wurden zehn Klinikbetten diesem geriatrischen Bereich zugewiesen. "Das wird sehr gut angenommen", sagt Unzicker, noch im Dezember seien zehn weitere Betten hinzugekommen. Dahinter stehe der Grundgedanke, dass ältere Patienten schon bei der Aufnahme - etwa nach einem Sturz - darauf untersucht werden, ob nach der Operation mit Funktionseinschränkungen zu rechnen sei. Auf diese Weise könne schon am ersten Tag nach der OP gezielt mit Physiotherapie und anderen, mobilisierenden Methoden gearbeitet werden.

Ob das Gesamtkonzept genehmigt wird, steht noch nicht fest: Das letzte Wort hat der Krankenhausplanungsausschuss des Landes. "Wir rechnen damit, dass bis Ende des Jahres ein Signal gegeben wird", sagt Gudath.

Christian Unzicker ist neuer ärztlicher Direktor

Unterdessen hat es einen Wechsel in der Leitung des Klinikums Ost gegeben. Christian Unzicker ist seit Juni ärztlicher Direktor der Kliniken in Laatzen, Lehrte und Großburgwedel. Er folgt Michael Fantini nach, der zum Klinikum Neustadt gewechselt ist. Im gleichen Zug ist der kaufmännische Direktor Ronald Gudath zum geschäftsführenden Direktor ernannt worden.

Unzicker ist seit April 2015 im Klinikum Region Hannover tätig. Als Leiter des Bereichs Unternehmensentwicklung hat er die Reform, vor der das Klinikum Agnes Karll und die übrigen Kliniken in der Region derzeit stehen, selbst vorangetrieben. Auch in der neuen Position in Laatzen liegt der Schwerpunkt seiner Arbeit im Bereich des Klinikmanagements, Patienten behandelt der Mediziner dort nicht - schweren Herzens, wie er sagt: "Das ist mir schwer gefallen, weil ich es sehr gern gemacht habe."

Die Schwerpunktsetzung hängt auch mit dem speziellen Werdegang des 39-Jährigen zusammen. Nach dem Studium in Göttingen und der Tätigkeit als Internist spezialisierte sich Unzicker an der Uniklinik Würzburg im Bereich Hämato-Onkologie. Parallel zur Facharztausbildung absolvierte er ein betriebswirtschaftliches Studium. "Mir war immer wichtig, dass in der Krankenhausführung Leute sind, die wissen, wie ein Krankenhaus funktioniert", sagt Unzicker. Als Leiter des Tumorzentrums beim kommunalen Klinikverbund "Gesundheit Nordhessen" in Kassel baute er ab 2012 die Kassel School of Medicine auf - eine Kooperation des Verbunds mit der englischen Universität Southhampton.

2015 folgte dann der Wechsel nach Hannover. "Ich wollte dahin gehen, wo man etwas verändern und etwas erreichen kann", sagt der 39-Jährige. Das Konzept des Klinikums, auf eine langfristige Strategie statt auf eine harte Konsolidierung zu setzen, habe ihn überzeugt - und auch Wurzeln schlagen lassen: Unzicker kaufte ein Haus in der Wedemark, wo er mit seiner Frau und seinem zweieinhalbjährigen Sohn lebt. "Das einzige, was ist vermisse, sind die Berge", sagt der passionierte Mountain-Biker und lacht. Sportlich setzt Unzicker inzwischen ebenfalls auf die Region: Er besitzt bereits eine Dauerkarte für Hannover 96.

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