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Ein Knicks – und schon ist die Queen wieder weg

Laatzen Ein Knicks – und schon ist die Queen wieder weg

Für die Laatzener Englischlehrerin Kerstin Janke war es ein ganz besonderer Tag: Sie hat Queen Elizabeth in der Frankfurter Paulskirche getroffen. Die Britische Botschaft hatte sie unter 1200 Bewerbern ausgewählt. HAZ-Redakteur Rüdiger Meise hat mit ihr über das Erlebnis gesprochen.

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Besonderer Moment: Kerstin Janke (vorn rechts) und ihre Schwester Gesine Janke (links daneben) treffen die Queen.

Quelle: privat

Laatzen. Fast wäre ihr Treffen mit der Queen nicht zustande gekommen. Die Laatzener Englischlehrerin Kerstin Janke war als eine von 1200 Bewerbern ausgewählt worden, die britische Königin Elizabeth II. in der Frankfurter Paulskirche zu treffen – doch die Einladung Ihrer Majestät war wegen des Post-Streiks nicht angekommen. Die 45-Jährige und ihre Schwester Gesine Janke zeigten an jedem Kontrollpunkt auf dem Handy­display eine E-Mail der britischen Botschaft vor statt goldbedruckten Brokatpapiers.     

Frau Janke, Sie haben die Queen getroffen. Wie fühlen Sie sich?

Ich brauchte erst mal eine Weile, bis ich wieder ich selbst war. Die Queen hat eine unglaubliche Aura. Ich habe mich gefühlt wie in einem Paralleluniversum, als sie vor mir stand.

Erzählen Sie doch mal.

Es war ganz schön schwierig, überhaupt bis zur Paulskirche zu kommen. Überall waren Absperrungen, und meine offizielle Einladung ist wegen des Poststreiks nicht angekommen. So musste ich den Polizisten immer eine E-Mail der britischen Botschaft auf meinem Handy vorzeigen statt eine Einladung aus goldbedruckten Brokatpapier.

Sie waren hoffentlich trotzdem pünktlich?

Aber sicher! Wir haben dann in einer langen Schlange in der Kirche gewartet - in einer Reihe mit Leuten aus der Frankfurter Kunst- und Kulturszene. Die waren nicht alle freundlich. Ein Theaterintendant hieß uns spöttisch als „das Volk“ willkommen.

Was haben Sie entgegnet?

Ich bot an, ihm wegen seines offensichtlich mangelhaften Englisch zu helfen. (Lacht)

Und dann kam die Queen?

Erst mal sah man nur riesige Bodyguards herannahen und viele Kamerateams und mittendrin blitzte immer mal wieder ein kleines türkisfarbenes Hütchen auf. Plötzlich war sie da - und blieb direkt vor uns stehen. Und nicht etwa vor dem Theaterintendanten.

Was hat sie gesagt?

Der Protokollchef stellte uns als „art und culture“ vor. Dann sagte sie: „Ah, art and culture. How very interesting.“ Ich machte einen Knicks - und dann war sie schon wieder fort. Aber wir hatten zwei Sekunden intensiven Augenkontakt. Ich hatte den Eindruck, dass es plötzlich ganz still wurde und alles um uns herum verschwand.

Was nehmen Sie mit von diesem Tag in Frankfurt?

Einen Moment fürs Leben, den mir niemand nehmen kann. Und eine Tasse. Auf der steht: „Queen for an Day“.

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