Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 18 ° Regenschauer

Navigation:
Konzerngründer-Enkelin Bosch spricht über Spenden

Alt-Laatzen Konzerngründer-Enkelin Bosch spricht über Spenden

2016 wurden in Deutschland laut Deutschem Spendenrat 5,3 Milliarden Euro gespendet. Aus Sicht von Ise Bosch könnte es jedoch mehr sein. Am Dienstag, 9. Mai, 18.30 Uhr spricht die Enkelin des Konzerngründers Robert Bosch im Frauenzentrum unter anderem darüber, wie Geld sinnvoll gespendet werden kann.

Voriger Artikel
St.-Marien-Gemeinde begrüßt neuen Patron
Nächster Artikel
Stadt sendet SOS ans Land - und soll mehr sparen

Ise Bosch ist am Dienstag, 9. Mai, zu Gast im Frauenzentrum Laatzen.

Quelle: Caro Kadatz

Alt-Laatzen. Die Enkelin des Unternehmensgründers Robert Bosch hilft mit ihrem Vermögen anderen Menschen. "Für mich bedeutet mein Erbe auch, soziale Verantwortung zu übernehmen", sagt die 53-Jährige, die relativ bescheiden in einer ausgebauten Scheune in einem kleinen Dorf in Niedersachsen lebt. Das Geld, das sie nicht selbst benötigt, will sie dafür einsetzen, die Gesellschaft zu verändern. Dabei geht es ihr vor allem um die bessere Akzeptanz von Minderheiten.

Die studierte Musikerin und Historikerin ist Mitbegründerin der Frauenstiftung Filia und der Dreilinden gGmbH, die sich für die Menschenrechte und speziell die von Mädchen, Frauen, Lesben, Schwulen, Bi-, Trans- und Intersexuellen (LSBTI) einsetzt. Beide Organisationen fördern zahlreiche Projekte weltweit.

Außerdem berät Ise Bosch andere Spenden- und Stiftungswillige. Dazu hat sie den Ratgeber "Besser spenden" veröffentlicht und das Netzwerk für Erbinnen Pecunia aufgebaut.

"Es gibt viele Menschen, die etwas für die Gesellschaft tun wollen, aber nicht wissen, wie sie ihr Geld am besten einsetzen sollen", sagt Bosch, die als Geschäftsführerin der Dreilinden gGmbH, wie sie selbst sagt, eine "Vollzeitstelle in der Philantropie", der Menschenfreundlichkeit, hat.

Im Zuge der Erbschaftswelle werde zur Zeit in Deutschland sehr viel Geld vererbt oder verschenkt, erklärt Bosch. Einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge sind es jährlich zwischen 200 bis 300 Milliarden Euro.

"Vor diesem Hintergrund sind die 5,3 Milliarden Euro, die 2016 in Deutschland gespendet worden sind, nicht sehr viel", findet die Enkelin von Robert Bosch. Sie will Menschen ermutigen, Geld, das diese entbehren können, gezielt und nachhaltig zu spenden. Gerade in der heutigen Zeit, wo viele Menschen in der Schuldenfalle steckten oder ein nur geringes Einkommen hätten, sei Gemeinsinn gefragt. Dabei seien auch kleine Beträge wichtig. "Auch fünf Euro zählen – ebenso wie Mitgliedschaften in Organisationen sehr wichtig sind", sagt die 53-Jährige.

Ise Bosch Lebensbiographie sei sehr interessant und weise ein breites Spektrum auf, sagt Susanne Schütte vom Team des Frauenzentrums: "Wir haben ein großes Interesse daran, uns mit Personen und verschiedenen Lebensbereichen auseinanderzusetzen – auch solchen, die wir nicht auf Anhieb teilen." Bezogen auf die Frauenpolitik gebe es einerseits viele Schnittmengen zum Engagement von Ise Bosch, zugleich aber auch Bereiche ihres Lebens, die kaum Berührungspunkten zum Alltäglichen aufwiesen, wie bei der Frage, wie Reiche ihr Geld sinnvoll verwenden.

Das Gespräch mit Ise Bosch über Erbschaften sowie die Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz von geschlechtlicher und sexueller Vielfalt beginnt am Dienstag, 9. Mai, um 18.30 Uhr im Frauenzentrum Laatzen an der Hildesheimer Straße 85. Auch das Publikum soll einbezogen werden. Der Eintritt ist kostenlos.

Von Stephanie Zerm

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6waojjx62et17wzez66e
Gemeinde und Angehörige trauern um Pastor Hannes

Fotostrecke Laatzen: Gemeinde und Angehörige trauern um Pastor Hannes