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Kriegt die Stadt ihren Kita-Engpass in den Griff?

Laatzen-Mitte Kriegt die Stadt ihren Kita-Engpass in den Griff?

Nachdem der Rat die Erweiterung der Marktplatz-Kita gekippt hat, steht bei der Kita-Planung in Laatzen-Mitte alles auf Neustart. Angesichts aktuell 100 fehlender Kindergartenplätze ist der Zeitdruck hoch - und nicht sicher, ob der bisherige Terminplan noch zu halten ist.

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Müssen die Spielgeräte weichen? Die Mehrheitsgruppe im Rat der Stadt schlägt vor, eine neue Kindertagesstätte auf dem Gelände des Abenteuerspielplatzes zu errichten. Der Spielbereich für Kinder soll dann auf die Fläche des bald zugeschütteten Marktteichs umziehen.

Quelle: Dorndorf

Laatzen-Mitte. Angesichts rapide steigender Kinderzahlen steht die Stadt bei der Vergabe von Betreuungsplätzen mit dem Rücken zur Wand: "Die Zahl der Kinder hat den Stand vor 20 Jahren erreicht", sagt Sozial-Fachbereichsleiter Thomas Schrader. Zuzüge aus anderen Kommunen, aber auch die Flüchtlingssituation hätten die Entwicklung beschleunigt, so dass nicht nur Laatzen sondern auch viele andere Kommunen in der Region Hannover unter Druck stünden.

Rein rechnerisch fehlen im laufenden Betreuungsjahr in Laatzen-Mitte 100 Plätze - in keinen anderen Stadtteil ist die Engpass so eklatant wie hier. Immerhin: Trotz des Rechtsanspruchs hat bisher noch keine Familie Betreuungsplätze gerichtlich eingeklagt. Laut Schrader habe die Stadt in einigen Fällen Plätze in anderen Stadtteilen anbieten können. Andere Eltern hätten abgewartet, dass ihre Kinder später zum Zuge kommen. 

Damit diese Gratwanderung nicht zum Dauerzustand wird, setzt die Kommune zunächst auf drei Provisorien:

- In der Kita Brucknerweg hat die Stadt temporär einen Bewegungsraum in einen Gruppenraum umgewandelt. Im August soll die Gruppe ihre volle Stärke von 25 Kindern erreichen.

- In der Flüchtlingsunterkunft an der Gutenbergstraße, in der auch die Bauverwaltung untergebracht ist, soll im August eine Halbtagsgruppe mit bis zu 25 Kindern eröffnen. Als Notlösung kann dort nachmittags eine zweite Halbtagsgruppe unterkommen.

- Im August 2018 sollen drei Kindergartengruppen mit bis zu 71 Kindern in der dann umgebauten ehemaligen Aldi-Filiale an der Ahornstraße betreut werden. Der Bauantrag wird derzeit vorbereitet. Die Räume werden teils als Ausweichquartier für die Kita Im Langen Feld genutzt, so dass die Grundschule Im Langen Feld mehr Räume erhält.

"Das sind allerdings nur temporäre Lösungen", betont Schrader. Sie entsprächen zwar den Vorgaben des Kita-Gesetzes, langfristig strebe die Stadt allerdings Einrichtungen mit entsprechendem Raumkonzept und Außengelände an. Bis zum Ablauf des Betreuungsjahrs 2018/2019 plante die Stadtverwaltung zuletzt mit der Fertigstellung von zwei Neubauten: einer Einrichtung mit mindestens zwei Kindergartengruppen am Kiefernweg (genauer: auf dem Volleyballfeld neben dem Sportplatz der Albert-Einstein-Schule) sowie einer Kita auf dem Laatzener Marktplatz. 

Nachdem nun die Marktplatz-Kita von SPD, Grünen, Linken und GFW im Rat gekippt wurde, ist zumindest für 50 der 100 angestrebten Plätze der Zeitplan in der Schwebe: Ob es der Stadt gelingen wird, wie geplant bis August 2019 eine Kita an anderer Stelle in Betrieb zu nehmen, will im Rathaus derzeit niemand garantieren. Die Verwaltung will nun zunächst den von der SPD angekündigten Antrag abwarten, in dem die Ratsgruppe eine Kita auf dem Gelände des Abenteuerspielplatzes an der Würzburger Straße vorschlägt.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Kita-Planung in Laatzen-Mitte

Was schlägt die Ratsmehrheit konkret vor?

Die Gruppe spricht sich für den Bau einer neuen Einrichtung mit mehr Betreuungsplätzen im nördlichen Teil des Abenteuerspielplatzes an der Würzburger Straße aus. "Für den Jugendsportplatz, der dort entstehen soll, wird nicht die gesamte Fläche, die fünfmal so groß ist wie der Marktplatz, benötigt", heißt es in einer Erklärung von SPD, Grünen und Linken. Der Spielbereich für kleine und große Kinder solle auf die Fläche des jetzigen Marktteichs umziehen, der - wie jüngst beschlossen - zugeschüttet werden soll.

Warum ist die Idee nicht schon früher verfolgt worden?

Die Stadtverwaltung hielt die Fläche bisher für ungeeignet. Im Gegensatz zum Marktplatz muss der Bereich noch erschlossen werden. Auch müsste per Gutachten geprüft werden, ob der Lärmpegel auf dem Außengelände nahe der Bundesstraße nicht zu laut ist. Vor allem aber habe eine Verkleinerung des Abenteuerspielplatzes bislang nicht nur Diskussion gestanden, sagt Fachbereichsleiter Thomas Schrader. "Wenn dies nun von der Politik gewünscht wird, werden wir das prüfen." Wie beim Marktplatz ließen sich Fördermittel aus dem Programm Soziale Stadt beantragen.

Schafft es die Stadt nach der Verzögerung überhaupt, genügend Kindergartenplätze anzubieten?

In der Vergangenheit war dies immer gelungen - und selbst aktuell gibt es trotz rechnerisch fehlender 100 Plätze noch keine Klage gegen die Stadt. Dennoch: Auch wenn es der Stadt gelingt, alle Provisorien sowie die geplante neue Kita am Kiefernweg 2019 fertig zu stellen, fehlen im Betreuungsjahr 2017/17 rechnerisch immer noch 47 Plätze, im Jahr darauf sogar 61. Selbst dann, wenn die Kita am Marktplatz 2018/19 eröffnet worden wäre, hätten elf Plätze gefehlt. Dass die Stadt den Rechtsanspruch nicht erfüllen kann, ist damit allerdings nicht gesagt: So bleibe laut Schrader noch immer die Möglichkeit, auf andere Stadtteile auszuweichen.

Ist denn ein Ende des Engpasses in Laatzen-Mitte abzusehen?

Das hängt von der Einwohnerentwicklung ab. Entlastung könnten mehrere Einflüsse bringen: Sollte die Grundschule Im Langen Feld Ganztagsschule werden, würde die Stadt vermutlich weniger Hortplätze im Stadtteil benötigen. Denkbar ist auch, die Provisorien an der Ahornstraße und an der Gutenbergstraße länger zu nutzen. Bislang plant die Stadt, diese Räume aufzugeben, sobald die Kita-Neubauten am Kiefernweg und - vorbehaltlich der Realisierbarkeit - am Abenteuerspielplatz  stehen.  

Neben der Rentenversicherung entsteht ein riesiges Wohngebiet. Ist das schon berücksichtigt?

Ja. Die Stadt bezieht in ihre Planung auch Neubaugebiete mit den entsprechenden Bevölkerungsprognosen ein.

Sind andere Stadtteile nicht vom Kita-Engpass betroffen?

Doch, wenngleich der Engpass dort nicht so hoch ist. In Vorbereitung sind neue Kapazitäten an der Alt-Laatzener Grundschule und am Barmklagesweg in Ingeln-Oesselse. Sollte die geplante Wohnbebauung am Erdbeerfeld in Gleidingen entstehen, will die Stadt auch dort eine neue Kita errichten. Dies könnte unter Umständen auch bei der Überbrückung des Notstands in Laatzen-Mitte helfen.

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