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Biotech-Labor auf der Kippe

Laatzen Biotech-Labor auf der Kippe

Beim Thema Biotechnologie zählt das Laatzener Erich-Kästner-Gymnasium (EKG) zu den Vorzeigeschulen in Niedersachsen. Doch jetzt steht das Life Science Lab, an dem Schüler experimentieren können, auf der Kippe.

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Kultusministerin Frauke Heiligenstadt besucht den Stand des Life Science Labs auf der Ideenexpo, an dem auch Lehrer und Schüler des EKG beteiligt sind. Die Zukunft des Vorzeigeprojekts ist allerdings ungewiss.

Quelle: Daniel Junker

Laatzen. Wie stark das Interesse an dem Projekt ist, ist derzeit bei der Ideenexpo in Hannover zu besichtigen. Vor Kurzem kam sogar Kultusministerin Frauke Heiligenstadt an den Stand des Life Science Labs und ließ sich von Lehrern und Schülern des EKG und anderer beteiligter Schulen erklären, wie sich die eigene DNA untersuchen lässt.

Dass das Projekt möglicherweise schon in wenigen Wochen eingestellt wird, war der Ministerin unbekannt. „Soweit ich weiß, soll das weiterlaufen“, sagte Heiligenstadt. Dafür müssten allerdings auch künftig Ressourcen eingeplant werden. Und genau dies steht derzeit auf der Kippe: Zum 31. Juli läuft die bisherige EU-Förderung aus - und was danach kommt, weiß niemand.

Konkret geht es um 25 Lehrerstunden an den vier beteiligten Schulen und Geld für Laborpersonal und Materialien. In den vergangenen 18 Monaten standen dafür 170 000 Euro zur Verfügung. Wie es weitergeht, werde noch geprüft, hieß es gestern im Kultusministerium. „Eine Entscheidung wird zeitnah getroffen“, kündigte dessen Sprecher Sebastian Schumacher an.

Für die beteiligten Schulen, zu denen neben dem EKG auch die IGS Garbsen sowie die Helene-Lange- und die Wilhelm-Raabe-Schule in Hannover zählen, drängt allerdings die Zeit: Die Stundenpläne für das nächste Schuljahr sind teilweise bereits erstellt. „Eigentlich hätten wir schon längst Bescheid kriegen müssen“, meint Andreas Hadaschik, Leiter der IGS Garbsen. Vor allem aber geht es um die Inhalte: „Das ist ein ganz wichtiges Projekt - gerade wegen des naturwissenschaftlichen Praxisbezugs“, betont EKG-Leiterin Hella Kohl. Die Schule verwende viel Mühe auf das Thema Berufsvorbereitung, das Life Science Lab habe da Vorbildcharakter.

Von der Arbeit der Labore, die organisatorisch dem Schulbiologiezentrum Hannover angegliedert sind, profitieren zudem Schüler aus ganz Niedersachsen: An jeder der vier Schulen werde wöchentlich ein Modul von fünf bis acht Stunden angeboten, zumeist für Schüler anderer Schulen, wie Hendrika van Waveren erläutert, die das Projekt als Lehrerin am EKG betreut. Unterm Strich profitieren davon mehr als 2000 Schüler jährlich. Eine Einstellung des Projekts wäre für sie eine Enttäuschung. „Gäbe es uns nicht, hätten wir eine Lücke von über 40 Jahren im Biounterricht“. Das Programm verbinde zudem Disziplinen wie Biologie und Physik miteinander.

Pikant ist die Unentschlossenheit im Ministerium, weil das Vorgängerprojekt Hannover-Gen beim jüngsten Regierungswechsel sogar Gegenstand des Koalitionsvertrags war. Insbesondere die Grünen im Landtag störten sich seinerzeit daran, dass sich Schüler mit gentechnisch veränderten Lebensmitteln beschäftigen. Nach einer Unterbrechung wurde das Programm im Februar 2014 mit neuem Namen und veränderten Schwerpunkten als Life Science Lab fortgeführt. Die dabei übernommene Laborausstattung hatte bei Anschaffung viel Geld gekostet - ohne eine Anschlussfinanzierung lägen diese Ressourcen möglicherweise brach. „Das wäre dann wohl eine Verschwendung von Steuermitteln“, heißt es hinter vorgehaltener Hand.

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