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Firmen werden abgezockt

Laatzen Firmen werden abgezockt

Mehrere Unternehmen haben erneut versucht, Laatzener Firmen mit unseriösen Methoden für viel Geld einen weitgehend nutzlosen Eintrag in ein Branchenverzeichnis im Internet zu verkaufen. Im vergangenen Jahr fielen fast 70 Laatzener Firmen und Vereine auf den Trick herein.

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Mit amtlich wirkenden Formularen versuchen unseriöse Internet-Branchendienste Firmen und Vereine gegen viel Geld in ihre weitestgehend nutzlosen Verzeichnisse aufzunehmen.

Quelle: Böger

Laatzen. Sie nennen sich „Deutsches Gewerbeverzeichnis“ oder „Zentrales Gewerberegister“. Ihre Briefköpfe zieren mal stilisierte Adler, mal Sternchen, die denen auf der Europa-Fahne ähneln. Die Masche aber ist immer gleich: Mit der Auflistung ihrer Firmendaten erwecken sie bei den Empfängern den Eindruck, es handele sich um einen bereits bestehenden Eintrag, der nur überprüft oder korrigiert werden soll - womöglich sogar bei einer offiziellen Stelle wie dem Gewerbeamt. Nur im Kleingedruckten findet sich der Hinweis, dass bisher gar keine Geschäftsbeziehung besteht. Wer den Bogen aber ausfüllt und unterschreibt, verpflichtet sich zur Zahlung eines Betrages von mehr als 1000 Euro. Im vergangenen Jahr fielen fast 70 Laatzener Firmen und Vereine auf den Trick herein.

Reagiert ein Adressat nicht, kommt oft einige Monate später ein zweiter, mit „Erinnerung!!!“ überschriebener Brief, in dem die fehlenden Daten angemahnt und Fristen gesetzt werden. Diese Masche hat die in Bonn ansässige DR Verwaltung AG - sie firmiert auch unter USTID-Nr.de oder UST-IDNr.de - auch bei den Leine-Nachrichten versucht. Sie ist damit ebenso gescheitert wie das „Deutsche Gewerbeverzeichnis Niedersachsen“ bei der Werbeagentur Schulz-Design. „Ich habe auf das Formular geschrieben ,Lassen Sie das!’, und es per Fax zurückgeschickt“, berichtet Firmeninhaber Thorsten Schulz.

Mehr Erfolg hatte die „DR Verwaltung“ bei zwei Laatzener Gewerbetreibenden. Friseurmeisterin Elena Mirau wartete gerade auf eine amtliche Mitteilung zu ihrer Steuernummer, als das Schreiben kam. Sie glaubte, sie solle dazu noch weitere Angaben machen. Ihr Steuerberater klärte sie über den Irrtum auf. Mirau scheute den Gang zum Anwalt, handelte aber einen Nachlass aus.

Installateurmeister Viktor Vesterling dachte ebenfalls, es ginge lediglich um seine Steuernummer - und fiel aus allen Wolken, als er eine Zahlungsaufforderung erhielt. Er will jedoch nicht zahlen und wartet jetzt erst einmal ab.

Der Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität (DSW) wirft der „DR Verwaltung“ unlauteren Wettbewerb vor und hat die Firma abgemahnt. Bisher habe diese jedoch keine Unterlassungserklärung abgegeben, sagt DSW-Geschäftsführer Peter Solf.

Von Thomas Böger

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