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Flüchtlingskinder brauchen besondere Ferienangebote

Laatzen / Hemmingen / Pattensen Flüchtlingskinder brauchen besondere Ferienangebote

Sommerferien sollten für Kinder und Jugendliche eine schöne Zeit sein. Damit das auch für Flüchtlingsfamilien wahr wird, machen sich Verwaltung und Ehrenamtliche in Laatzen, Hemmingen und Pattensen Gedanken um besondere Angebote für Flüchtlinge.

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Für Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien können die Sommerferien zu einer langweiligen Zeit werden. (Symbolbild)

Quelle: Swen Pförtner

Laatzen / Hemmingen / Pattensen. Die Hemminger Jugendpflege hat etwas Außergewöhnliches organisiert: Culture Clash hieß die einwöchige Aktion zu Beginn der Ferien. Dabei haben 28 Kinder aus 8 Nationen - darunter natürlich auch Deutschland - jeweils tagsüber gemeinsam gespielt, gegessen und Ausflüge gemacht.

Es war ein besonders gelungenes Projekt, was aber auch an der aufwendigen Vorbereitung und Betreuung lag. Nach Auskunft von Fachbereichsleiterin Walburga Gerwing haben die Sozialarbeiter im Vorfeld mit den Eltern der Flüchtlingskinder direkt Kontakt aufgenommen und ihnen das Projekt erläutert. Täglich wurden diese Kinder dann abgeholt ("Sonst wären die nicht aufgetaucht.") und auch wieder nach Hause gebracht.

Gerwing hat die Erfahrung gemacht, dass gute Ideen manchmal an Kleinigkeiten scheitern. Auf dem Bauspielplatz am Strandbad können die Kinder "Buden bauen". Aber welcher Ausländer mit geringen Deutschkenntnissen kennt schon das Wort "Bude"? Besser wäre es zu sagen "kleine Häuser". "Wenn wir integrieren wollen, braucht es persönlichen Kontakt und ganz viel persönliche Arbeit", betont Gerwing.

Der Ferienpass ist ein deutsches Phänomen, er ist in anderen Ländern unbekannt. Deshalb muss er erklärt werden. In Pattensen und in Laatzen wurden schriftliche Informationen in mehreren Sprachen verteilt. Außerdem konnten sich Eltern und Kinder kurz vor den Ferien in der KGS Pattensen das Angebot und das Anmeldeverfahren erklären lassen.

In Laatzen wurde nach Auskunft von Stadtsprecherin Ilka Hanenkamp-Ley im Vorfeld verstärkt geworben: Es gab einen Familien-Tages-Ausflug nach Sottrum, an dem Flüchtlings-Familien teilgenommen haben und über das Angebot informiert wurden. Zusätzlich wurden vor den Sommerferien in den sechs Kinder- und Jugendeinrichtungen Dolmetscherbegleitete Sprechstunden angeboten.

Bei Bedarf erhalten Familien im Kinder- und Jugendbüro Laatzen eine individuelle Beratung über die Möglichkeiten der Freizeit- und Betreuungsangebote. Dabei arbeitet die Jugendpflege eng mit der Flüchtlingssozialarbeit der Stadt Laatzen und dem Flüchtlingsnetzwerk zusammen. Außerdem bietet im Hotel 64 die Arbeiterwohlfahrt als Betreiber der Unterkunft zusammen mit dem Verein Leine Jukus ein Sommerferienprogramm für die dort wohnenden Kinder an.

Auch die Ehrenamtlichen wissen, dass für Kinder und Jugendliche, die nicht in Urlaub fahren, die Sommerferien sehr lang werden können. "Aber auch im Netzwerk sind Leute im Urlaub", gibt Gerd Braun vom Trägerverein des Flüchtlingsnetzwerk Laatzen zu bedenken. "Die Möglichkeiten im Netzwerk sind begrenzt." Peter Winter, Koordinator beim Flüchlingsnetzwerk Pattensen, sagt: "Auch die Helfer brauchen Mal eine Pause."

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