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Lesemann sitzt Stasi-Kommission vor

Laatzen Lesemann sitzt Stasi-Kommission vor

Eine Enquetekomission mit dem Titel „Verrat an der Freiheit“ soll erstmals die Machenschaften des Ministeriums für Staatssicherheit (Stasi) der DDR in Niedersachsen untersuchen und aufarbeiten. Angeführt wird diese Kommission von der SPD-Landtagsabgeordneten Silke Lesemann,

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Die Landtagsabgeordnete Silke Lesemann (rechts) spricht auf dem Alt-Laatzener Markt mit einer Bürgerin.

Quelle: Daniel Junker

Laatzen. Am Donnerstag auf dem Markt in Alt-Laatzen stand Silke Lesemann den Bürgern Rede und Antwort.

„Die Kommission wurde im April eingesetzt, alle Fraktionen haben dafür gestimmt“, berichtet Lesemann. Fraktionsübergreifend und mithilfe von Sachverständigen und Wissenschaftlern soll untersucht werden, wie und in welchem Umfang das DDR-Ministerium in Niedersachsen tätig war und welche Personen davon betroffen seien.

Der Hintergrund: Ende der Achtzigerjahre hätten laut Recherchen des NDR mindestens 200 Menschen in Niedersachsen im Dienst der Stasi gestanden. Die Machenschaften seien politisch aber noch nicht umfassend untersucht. Niedersachsen ist das erste Bundesland, das eine solche Kommission eingesetzt hat. „Wir haben diesbezüglich eine Vorreiterrolle.“

Als unmittelbarer Nachbar der DDR habe Niedersachsen aufgrund der geografisch-strategische Lage besonders im Fadenkreuz gestanden, „und Hannover war als Landeshauptstadt und Messestandort ein bevorzugtes Ziel der Bespitzelung“, berichtet Lesemann. So habe es zum Beispiel in Garbsen eine Zelle von Stasi-Spitzeln gegeben. Über Aktivitäten in Laatzen gebe es laut Lesemann bislang hingegen noch keine Hinweise. In Hannover habe die Stasi sogar Doppelagenten im niedersächsischen Verfassungsschutz platzieren können.

Die Kommission soll die Aktivitäten der Stasi offenlegen und dokumentieren. „Wir wollen bis zum Frühjahr 2017 zu ersten Ergebnissen kommen“, sagt Lesemann. Eine umfassende Bestandsaufnahme sei bis dahin zwar nicht möglich, „wir wollen aber den Grundstein und den Anschub für weitere Untersuchungen legen.“ So könnte zum Beispiel ein Quellenverzeichnis entstehen, aufgrund dessen Wissenschaftler tiefergehendere Untersuchungen anstellen können.

Von Daniel Junker

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