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Führhunde erobern das Unbekannte

Laatzen-Mitte Führhunde erobern das Unbekannte

Eigentlich sind Hunde im Park der Sinne verboten. Am Freitag gab es von der Regelung allerdings eine Ausnahme - und zwar aus gutem Grund: Zusammen mit ihren Führhunden haben acht Blinde der Anlage am Vormittag einen Besuch abgestattet.

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Eine Gruppe von Blinden erkundet zusammen mit ihren Führhunden den Park der Sinne in Laatzen-Mitte.

Quelle: Daniel Junker

Laatzen. Margret Saxowski vom Förderverein des Parks, die auch die für Laatzen zuständige Naturschutzbeauftragte der Region ist, und ihr Mann Reinhard zeigten den wissbegierigen Besuchern die Anlage.

Dabei standen nicht einmal die blinden Menschen im Vordergrund, sondern ihre vierbeinigen Helfer: Im Rahmen eines einwöchigen Seminars trainierte die Gruppe, die dem in der Schweiz beheimateten Unabhängigen Blindenführhundhalterverein (UBV) angehört, die Fähigkeiten ihrer Tiere. „Bei dem Seminar sollen die Halter unbewussten Fehlern bei der Zusammenarbeit mit ihrem Hund auf die Spur kommen.“ So beschrieb Manfred Beckmann, der die Tour organisiert hatte, den Grund des Besuchs. „Die Teilnehmer sollen merken, woran sie noch arbeiten müssen.“

Im Park der Sinne ging es insbesondere darum, wie sich die Tiere in der für sie unbekannten Landschaft zurechtfinden und auf Hindernisse reagieren. Beckmanns Hund lief zum Beispiel an einem kleinen Baum vorbei - zu dicht, wie sein Herrchen schmerzhaft bemerkte, als er mit dem Kopf an einen seitlich herausragenden Ast stieß: „Man muss daran arbeiten, dass der Hund die Höhen- und Seitenverhältnisse richtig einschätzen kann“, sagte Beckmann.

Ein weiterer Schwerpunkt: Die Halter wollten überprüfen, wie die Führhunde in der Gruppe agieren. „Es kommt nicht jeden Tag vor, dass man mit mehreren Hunden und fremden Menschen unterwegs ist“, sagte Susann (die Teilnehmer wollten mit ihrem Vornamen angesprochen werden), die mit ihrem nicht blinden Mann Andreas und Führhund Till aus der Nähe von Berlin angereist war. Wie die Hunde aufeinander reagieren, zeigte sich zum Beispiel, als Susann einmal einige Meter hinter der Gruppe zurückblieb: Unruhig begann Till zu jaulen. „Die Hunde wollen im Rudel zusammenbleiben“, erklärte Susann die Situation. „Die Tiere sind dann im Stress, deshalb ist es heute auch nicht so entspannt.“ Beim Seminar lernte sie - und auch ihr Hund - in geschützter Umgebung, wie sie solchen Situationen begegnen kann.

Als sich Andreas kurz darauf von der Gruppe entfernte, um sich einen Hügel näher anzuschauen, begann Till plötzlich laut zu jaulen. „Der Hund merkt sofort, wenn eine direkte Bezugsperson fehlt“, erklärte Susann, „und er zeigt, dass ihm das nicht gefällt.“

In den Tagen zuvor hatten die Blinden mit ihren Führhunden bereits am Flughafen und im Zoo Hannover geübt.

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