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„Schiefer Turm von Grasdorf“ ist weg

Laatzen „Schiefer Turm von Grasdorf“ ist weg

Er war Jahrzehnte alt und schon schief, doch gerade deshalb war das Transformatorenhäuschen am Thie so etwas wie ein Wahrzeichen von Grasdorf. Nun ist es weg. Das Energieunternehmen Enercity hat es aus Sicherheitsgründen abreißen lassen.

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Ein Wahrzeichen ist verschwunden: Der "Schiefe Turm von Grasdorf" fehlt.

Quelle: Astrid Köhler

Laatzen. „Wir haben noch versucht, etwas zu retten“, sagt Walter Battermann von der Stiftung Grasdorf an der Leine. Erst als die Baustelle wenige Tage vor dem Abriss eingerichtet wurde, erfuhr die Stiftung von dem Vorhaben. Die Stiftung habe sich sofort an den Vorstandsvorsitzenden der Stadtwerke gewandt und auf die Bedeutung des Trafohäuschens hingewiesen, sagt Battermann. Das etwa zehn Meter hohe Bauwerk markiere gewissermaßen als Turm den nördlichen Eingang des alten Dorfkerns, hieß es in dem Brief der Stiftung. Im Laufe der vielen Jahrzehnte sei er „auch einige Zentimeter, deutlich sichtbar, aus dem Lot geraten, sodass er als ,Schiefer Turm von Grasdorf‘ - auch als solcher schon in der Literatur erwähnt - einige Berühmtheit erlangt hat“. Doch auch das Angebot, sich als Stiftung künftig um den Erhalt des Turmes zu kümmern, änderte nichts mehr.

Das Anliegen der Stiftung, die alte Trafostation - sie stammt vermutlich aus den frühen Fünfzigerjahren - erhalten zu wollen, werde verstanden, hieß es in dem Antwortschreiben des Netzbetreibers Enercity. Doch es gebe keine Alternative zum Abriss und Neubau an derselben Stelle. Die Station 7125 sei bewertet und als „dringend erneuerungsbedürftig“ eingestuft worden. Für eine zuverlässige Stromversorgung sei eine neue, moderne Netzstation erforderlich. Die heute üblichen, fabrikfertigen Stationen aber haben andere Maße und passen gar nicht mehr in alle Altbauten. Ein anderer Standort als der auf dem Privatgrundstück stand ebenfalls nicht zur Verfügung. Da auch kein Denkmalschutz bestand, wurde das in seiner Statik gefährdete, schiefe Trafohaus schließlich abgerissen.

Dass mit dem Abriss auch die einst von Naturschützern am Turm installierten Fledermauskästen verschwunden sind, ist nach Auskunft des Nabu indes kein Problem. Enercity habe den Vorstand bereits vor Monaten über den geplanten Abriss informiert und gefragt, was mit den Kästen passieren solle, sagte Tonja Mannstedt. Da sie marode und schon lange ungenutzt sind, könnten sie entsorgt werden, hieß es. „Von unserer Seite ist der Abriss unkritisch“, sagt Mannstedt. Im bebauten Stadtgebiet sowie der Leinemasch hingen noch weitere, neuere Kästen.

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