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Vom Banker zum Philosophen

Literatur Vom Banker zum Philosophen

25 Jahre hat Eckehard Haase in einer Bank gearbeitet. Doch das machte ihn nicht glücklich. Jetzt hat der 68-Jährige sein erstes Buch veröffentlicht - über den Königsberger Philosophen Immanuel Kant.

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Der Philosoph Immanuel Kant.

Quelle: dpa

Rethen. 25 Jahre hat Eckehard Haase in einer Bank gearbeitet. Dann hatte er keine Lust mehr und kündigte. „Nur mit Zahlen zu arbeiten, wurde mir zu langweilig“, sagt der Rethener. Mit Mitte 40 übernahm er den Autohandel seines Vaters und verkaufte Oldtimer. Doch auch dieser Job machte ihn nicht glücklich. „Meine Liebe galt der Philosophie.“ Jetzt hat der 68-Jährige sein erstes Buch veröffentlicht - über den Königsberger Philosophen Immanuel Kant.

Bekanntschaft mit der Philosophie hatte er bei einem Skiurlaub in Zermatt gemacht. „Der Freund, mit dem ich dort war, schrieb gerade an einem Buch über den griechischen Philosophen Heraklit“, erzählt Haase. Er las es - und verstand kaum etwas. „Ich hatte aber den Ehrgeiz, es verstehen zu wollen“, sagt der Rethener. Was folgte, war ein mehr als zehn Jahre langes privates Studium philosophischer Schriften. „Mich interessiert, wie die großen Themen Welt, Gott und Mensch zusammenhängen“, meint Haase. „Unsere Vernunft gibt uns auf, danach zu fragen, was nach dem Tod kommt und wie die Zusammenhänge von allem sind“, ergänzt er.

Kategorischer Imperativ

Immanuel Kant lebte von 1724 bis 1804 in Königsberg und gehört zu den bedeutendsten Denkern der abendländischen Philosophie. Sein kategorischer Imperativ gilt als Grundlage der Menschenrechte. Er lautet in seiner Grundform: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Demnach ist jeder Mensch verpflichtet, seine Handlungen darauf zu prüfen, ob sie einer für alle gültigen und ohne Ausnahme geltenden Maxime folgen. Dabei muss das Recht aller betroffenen Menschen berücksichtigt werden.

„Kant ist für mich der wichtigste Philosoph der Moderne. Sein kategorischer Imperativ ist heute immer noch aktuell und Grundlage unserer Menschenrechte“, betont der Autor. Sein Buch hat er in Form eines fiktiven Interviews mit Kant geschrieben, ein bislang wohl einmaliges Unterfangen. „Ich wollte kein rein wissenschaftliches Buch schreiben, sondern eines, das für alle interessierten Leser verständlich ist.“

Auf rund 250 Seiten spannt die fiktive Reporterin, die Kant in Haases Werk „Einfach nur Kant“ interviewt, den Bogen über wichtige Teile der 2500-jährigen europäischen Kultur- und Geistesgeschichte. Dabei stellt Haase auch Verbindungen zwischen verschiedenen Denkern und ihren Weltanschauungen her. Auch vor Kants Privatleben macht der Rethener nicht halt und lässt den großen Philosophen so manche lustige Anekdote und Verschrobenheit aus seinem Leben zum Besten geben - etwa seinen erfolglosen Versuch, die Wanzen in seinem Bett durch das Nichtlüften seines Zimmers zu bekämpfen. „Mit meinem Buch möchte ich vor allem bei den Lesern die Neugier wecken, sich weiter mit den großen philosophischen Fragen und Zusammenhängen zu beschäftigen“, sagt Haase. „Mein Buch soll den Appetit anregen - und zwar den auf mehr Wissen.“

Mittwoch präsentiert Haase sein Buch ab 17 Uhr in der Nordstadtbibliothek in Hannover, Engelbosteler Damm 57. Einleitende Worte spricht Hannovers bekannter Religionswissenschaftler Peter Antes. Die Dialoge aus seinem Buch trägt Haase gemeinsam mit Antes’ Ehefrau, der Schriftstellerin Monika Antes, vor.

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