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Laatzen trägt Schulden ab - ein bisschen

Laatzen Laatzen trägt Schulden ab - ein bisschen

Das gab's schon lange nicht mehr: Die Stadt Laatzen hat im Jahr 2014 erstmals seit vielen Jahren Schulden abgebaut. Angesichts aufgeschobener Bauvorhaben dürfte die Kommune allerdings bald wieder tiefer in den roten Zahlen stecken - umso mehr, falls die Zinssätze wieder steigen.

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Quelle: Tobias Hase (dpa)

Laatzen. Dass die Stadt 2014 mit einem positiven Ergebnis abschnitt, hatte Bürgermeister Jürgen Köhne bereits vor einem Jahr bekannt gegeben. Inzwischen liegt der fertige Jahresabschluss vor - einschließlich der Kommentare von Laatzens Rechnungsprüfern. Anstelle des eigentlich geplanten Defizits von 5,8 Millionen Euro kommt die Stadt auf einen 1,6-Millionen-Euro-Überschuss.

Die relativ guten Zahlen hängen vor allem mit der Konjunktur zusammen: Die Stadt nahm 2014 Steuern in Höhe von 42,5 Millionen Euro ein - das sind 1,7 Millionen mehr als erwartet. Bei der wichtigen Gewerbesteuer lag das Plus bei 1,2 Millionen Euro.

Die Entwicklung ermöglicht es der Stadt erstmals seit langer Zeit, einen Teil ihrer Schulden zurückzuzahlen. Die Gesamtverschuldung sank 2014 auf 72,7 Millionen Euro - 350.000 Euro weniger als im Vorjahr. Der Rückgang hängt allerdings vor allem damit zusammen, dass Schulden in die Zukunft verschoben wurden: Dass das Defizit bei den Investitionen von 8,3 auf 3 Millionen Euro verringert werden konnte, liegt fast ausschließlich an der "nicht durchgeführten Umsetzung von geplanten Baumaßnahmen", wie Laatzens Rechnungsprüfer kritisch anmerken. In diesem "Umsetzungsstau" stecken insbesondere die auf Eis gelegte Grundschulerweiterung in Rethen und die Sanierung des Erich-Kästner-Schulzentrums, aber auch der Ausbau und die Sanierung von Straßen.

Entsprechend skeptisch blickt die Stadt in ihre finanzielle Zukunft. "Bis zum Jahr 2019 wird sich die Gesamtverschuldung in Folge umfangreicher Investitions- und Sanierungsmaßnahmen voraussichtlich auf mehr als 150 Millionen Euro erhöhen", warnen die Rechnungsprüfer. "Sollte keine erhebliche Verbesserung der finanziellen Situation eintreten, ist eine dauerhafte Leistungsfähigkeit der Stadt nicht anzunehmen." Ein Riesenproblem bekäme Laatzen zudem, falls die Niedrigzinsphase endet. "Sollte das Zinsniveau mittelfristig steigen, werden auf die Stadt jährliche Zahlungen von beträchtlichem Umfang zukommen."

Die Stadt steht der Entwicklung weitgehend hilflos gegenüber. Zwar will man drohende Defizite mit dem Verkauf von Freiflächen entgegentreten, heißt es im Jahresabschluss. Ohne Gesetzesänderungen, die per Finanzausgleich mehr Geld in die kommunalen Kassen spülen, werde es in Zukunft kaum möglich sein, den Haushalt auszugleichen.

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