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Notunterkunft im Klassenzimmer

Alt-Laatzen Notunterkunft im Klassenzimmer

Stadt und Handwerker haben etwas Zeit gewonnen. Statt schon ab dieser Woche werden die 52 Flüchtlinge erst am 2. November, dem ersten Tag nach den Ferien, ihre provisorische Unterkunft in der Grundschule Rathausstraße beziehen. Die Umbauarbeiten in dem leer stehenden D-Trakt laufen auf Hochtouren.

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"Das ist kein Luxus": In Klassenzimmern wie diesem werden ab November jeweils 12 Menschen in Etagenbetten schlafen und wohnen. Außerdem kommen noch Schränke sowie Tische und Stühle dazu.

Quelle: Astrid Köhler

Alt-Laatzen. Schrille Sägegeräusche drängen aus der früheren Hauptschule, Bohrer fressen sich lautstark in die Wände. Nicht nur die einstigen Schüler der 9a würden staunen, was in ihrem einstigen Klassenzimmer passiert: In Raum D 107 entsteht ein Aufenthaltsraum mit Tresen und Essensausgabe für 52 Flüchtlinge, erklärt Verwaltungsmitarbeiter Thomas Krause bei einem Rundgang durch den Schultrakt. Die Aufputzsteckdosen für Kühlschrank, Kaffeemaschinen und andere Geräte hängen bereits. Die Tafel ist hinter einer Trockenbauwand verschwunden, der Tischler mit dem Bau der Unterschränke für den Tresen beschäftigt.

Ein paar Räume weiter ist die nächste Metamorphose im vollen Gange. Der frühere Abstellraum für Putzmittel ist nicht mehr wiederzuerkennen. Vier Duschwannen auf der rechten sowie drei Waschbecken auf der linken Seite. Mehr passte nicht rein, zumal auch noch Platz für jeweils zwei Waschmaschinen und Trockner in dem Sanitärraum sein muss.

Die Platznot ist auch der Grund, warum gar nicht erst ein weiterer Sanitärraum für Frauen geplant wurde – und warum ausschließlich Männer in dem provisorischen Heim untergebracht werden. Betrieben wird es von der DRK Soziale Dienste gGmbH.

Außerdem gibt es in dem Trakt ein Büro für den Sozialarbeiter, erklärt Krause.

Die augenscheinlich weitreichendste Veränderung deutet sich in den übrigen Klassenzimmern an. Dort werden die Flüchtlinge in den nächsten Monaten, so gut wie es möglich ist, wohnen und schlafen: Zwölf Männer in sechs Etagenbetten in einem Raum. Die Matratzenstapel und Bettgestelle sind seit Montag da. Hinzu kommen noch Schränke und Tische „Das ist kein Luxus“, hatte Teamleiter Thomas Schrader erst jüngst beim Infoabend in der Grundschule betont. Jedem Flüchtling stünden nur etwa sieben Quadratmeter zur Verfügung. Bei der Berechnung, wieviele Flüchtlinge in der Schule untergebracht werden können und sollen, half der Betreiber DRK Soziale Dienste. Dieser verfügt nach Angaben der Stadtverwaltung über viel Erfahrung im Betrieb von Flüchtlingsunterküfften. Die in Alt-Laatzen sei mit 52 die zahlenmäßig kleinste.

Um die Laatzen zugewiesenen Flüchtlinge menschenwürdig unterzubringen investiert die Stadt rund 30 000 Euro in den provisorischen Umbau des D-Traktes bis zum Sommer 2016. Danach sollen wieder Schüler den Trakt nutzen – wegen dann anstehender Brandschutzsanierungen in ihrem Gebäude.

Hannover nutzt Sporthallen

Täglich treffen mehr Flüchtlinge in der Region Hannover ein, für die menschenwürdige Unterkünfte gefunden werden müssen – zumal vor dem Winter. Zwar nutzt bisher keine andere Kommune als Laatzen einen leer stehenden Schultrakt wie in der Grundschule Rathausstraße. Dafür sind andernorts diverse Sporthallen belegt. So hat die Landeshauptstadt Flüchtlinge in zehn Sporthallen untergebracht. Bürgermeister Jürgen Köhne hat wiederholt betont, dass dies für Laatzen möglichst zu vermeiden sei.

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