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"Laatzener Gebiet ist für Wölfe ungeeignet"

Ingeln-Oesselse "Laatzener Gebiet ist für Wölfe ungeeignet"

Die mögliche Sichtung eines Wolfs am Montag in der Ingelner Feldmark bewegt die Gemüter. Während sich die einen freuen, rechnen andere mit dem Schlimmsten. Sollte es sich bei dem fotografierten Tier um ein Wolf handeln, war es wohl nur auf der Durchreise, denn Laatzen ist zu dicht besiedelt.

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Das Handyfoto soll einen Wolf zeigen, der am Ostermontag auf einem Feld in der Ingelner Feldmark steht.

Quelle: privat

Ingeln-Oesselse. Offiziell bestätigt ist eine Wolfssichtung bei Ingeln zwar noch immer nicht, doch für den Alt-Laatzener Jagdpächter Siegfried Guder handelt es sich bei den Handybildern eindeutig um einen Wolf: "Das ist ganz klar zu erkennen." Guder vermutet, dass das Tier noch recht jung ist. "Es läuft auf der Straße und ist noch nicht so scheu wie ältere Wölfe." In der Regel mieden Wildtiere Straßen und überquerten diese nur, wenn es unbedingt sein müsse.

"Zur Zeit wandern die jungen Wölfe von ihren Rudeln ab, um sich ein neues Revier zu suchen", sagt Eick von Ruschkowski vom Nabu Laatzen. Dabei könnten sie sogar bis zu 100 Kilometer am Tag zurücklegen. Die Tiere seien noch neugierig und unerfahren. Ältere Wölfe wiesen eine große Scheu vor Menschen auf. Ruschkowski geht davon aus, dass der Wolf sich nicht in Laatzen ansiedeln wird. "Die Gegend bietet keine Landschaftsstruktur, in die sich der Wolf zurückziehen kann."

Das sieht Siegfried Guder ebenso: "Das Laatzener Gebiet ist für einen Wolf völlig ungeeignet." In der zersiedelten Gegend liefe das Tier Gefahr, über kurz oder lang überfahren zu werden. "Das wäre sehr schade." Als Revier wäre ein großes geschlossenes Waldgebiet für den Wolf am besten geeignet.

Laut Ruschkowski ernähren sich Wölfe hauptsächlich von Rehen, Rot- und Schwarzwild. Übergriffe auf Nutztiere seien eher eine Ausnahme. Auch für Menschen bestehe kein größerer Grund zur Sorge. Zwar dürfe man Wölfe nicht verniedlichen. "Sie sind Wildtiere und haben keinen Persilschein dafür, dass sie nichts tun." In den vergangenen 50 Jahren habe es jedoch so gut wie keinen Angriff von Wölfen auf Menschen gegeben. Und bei den wenigen Fällen, die es gab, seien die Wölfe tollwütig gewesen oder von Menschen angefüttert worden. "Es gibt jedes Jahr mehr Tote durch Mücken, Wildschweine oder Hunde als durch Wölfe", so der Nabu-Vertreter.

Auch Dietrich Kossack, Feld- und Forsthüter in Ingeln-Oesselse, sieht die Sichtung des Wolfes entspannt. "Ich fürchte nicht, dass sie Tiere oder Menschen angreifen. Wölfe flüchten eher, wenn sie uns sehen."

Von Stephanie Zerm

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