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Politiker wollen nur fairen Kaffee schlürfen

Laatzen Politiker wollen nur fairen Kaffee schlürfen

Laatzen soll Fairtrade-Stadt werden: Das hat die rot-grüne Mehrheit am Montagabend im Sozialausschuss durchgesetzt - gegen die Stimmen der Opposition und den Rat des Bürgermeisters: Der fürchtet den damit verbundenen Verwaltungsaufwand.

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Im Laatzener Rathaus soll künftig mit fair gehandeltem Kaffee gekocht werden.

Quelle: Daniel Junker

Laatzen. Ob Kaffee, Bananen oder Textilien - fair gehandelte Produkte sollen garantieren, dass Arbeiter und Kleinbauern in den Herstellerländern vernünftig bezahlt, nicht diskriminiert und Sozial- und Arbeitsschutzstandards eingehalten werden und keine Kinderarbeit beteiligt ist. Die Ratsgruppe SPD/Grüne/Linke wünschen, dass die Stadt Laatzen den Gedanken aufnimmt und zur Fairtrade-Stadt wird. Den Titel tragen bundesweit derzeit fast 400 Kommunen und Landkreise.

Konkret würde das bedeuten, dass bei öffentlichen Sitzungen und im Büro des Bürgermeisters nur noch fair gehandelter Kaffee ausgeschenkt wird und eine Steuerungsgruppe mit Beteiligten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft die Aktivitäten vor Ort koordiniert. Zu den Zielen zählen auch eine Stärkung des Gedankens im Einzelhandel, bei der Gastronomie, in Vereinen, Schulen und Kirchen.

"Die Stadt Laatzen soll eine Vorbildfunktion haben", findet die rot-grün-linke Ratsgruppe. "Auch und gerade angesichts der humanitären Katastrophe mit Millionen von Flüchtlingen sollte die Bekämpfung der Arbeit und Ausbeutung von Menschen, die in fernen Ländern  unter schwierigen Verhältnissen das produzieren, was auch in Laatzen günstig zu erwerben ist, auf der Tagesordnung stehen", heißt es in der Begründung.

Opposition und Verwaltung sind hingegen skeptisch - und begründen dies mit dem Verwaltungsaufwand. "Das würde personelle Kapazitäten binden, die an anderer Stelle dringender benötigt werden", findet Olaf Lichy (CDU). Der mit dem Logo verbundene Marketingeffekt sei gering. Gleichwohl unterstütze er den Gedanken, dass eine solche Offensive von einer privaten Initiative getragen werden könne.

Ins gleiche Horn stößt Bürgermeister Jürgen Köhne. "Um die Kriterien zu erfüllen und dauerhaft zu erhalten ist ein gezielter Personaleinsatz erforderlich. Sinnvoll wäre es, dabei konsequent auf ehrenamtliches Engagement zu setzen", meint der Bürgermeister. Die geringen Mengen an Kaffee, die im Bürgermeisterbüro und bei Sitzungen verbraucht werden, lohnten keine zentrale Ausschreibung. Köhne plädierte aber dafür, Schulen anzusprechen.

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