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Stadt wird kurzfristig Aufnahmelager

Laatzen Stadt wird kurzfristig Aufnahmelager

Laatzen wird kurzfristig zur Außenstelle des überfüllten Grenzdurchgangslagers Friedland: 133 Kontingentflüchtlinge aus Syrien, darunter etwa 50 Kinder, wurden am Dienstag in dem früheren Ramada-Hotel untergebracht. In den nächsten 14 Tagen werden die Flüchtlinge auf die anderen Bundesländer verteilt.

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Das frühere Ramada-Hotel ist seit Jahresbeginn geschlossen und nur temporär zu Messezeiten geöffnet – gestern wurden dort 133 syrische Flüchtligne untergebracht.

Quelle: Daniel Junker

Laatzen. Die Betreuung und Versorgung wird vom Grenzdurchgangslager Friedland organisiert. Das teilte der Erste Stadtrat Albrecht Dürr Dienstagnachmittag den Mitgliedern des Rates der Stadt Laatzen sowie des hiesigen Ortsrates in einem vertraulichen Rundschreiben mit – wenige Stunden, nachdem die Stadt selbst vom Innenministerium informiert worden war. Bei den 133 Flüchtlingen handelt es sich größtenteils um Familien. Sie kamen am Nachmittag mit einem Flugzeug aus Kairo in Langenhagen an und wurden in Bussen direkt nach Laatzen gebracht. Wie Stadtsprecher Matthias Brinkmann mitteilte, werden heute Verwaltungsmitarbeiter aus Friedland in Laatzen erwartet.

Normalerweise sei Friedland die für Flüchtlinge aus Syrien zuständige Erstaufnahmeeinrichtung, erklärte der Sprecher des Innenministeriums, Matthias Eichler. Wegen der angespannten Lage dort – die Einrichtung ist komplett überfüllt – müsse aber kurzfristig Entlastung geschaffen werden. „An vier Standorten in Niedersachsen haben wir kurzfristig Außenstellen eingerichtet“, sagt der Sprecher. Dass das frühere Ramada-Hotel in Laatzen länger als die vorgesehenen zwei Wochen eine Außenstelle für Friedland bleibt, ist mehr als fraglich. „Das Hotel ist eigentlich geschlossen“, sagt Iliane Dingel-Padberg, Sprecherin des Betreibers H-Hotels.

Nur zu Messezeiten werde es geöffnet, ansonsten saniert. „Wir sind schon die ganze Zeit in Kontakt mit dem Innenministerium und haben Hilfe angeboten.“ Letzte Woche sei die Nachricht gekommen, dass diese nun dringend benötigt wird. Die Menschen seien „sichtlich froh gewesen“, berichtet Dingel-Padberg nach dem Einchecken der Kriegsflüchtlinge. „Wir versuchen, uns so gut es geht zu kümmern und haben dafür gesorgt, dass Mitarbeiter vor Ort sind, die des Arabischen mächtig sind.“ Auch Kinderspielzeug werde bereitgestellt. In zwei Wochen sei das Hotel voraussichtlich wieder leer. Sowohl die Stadt Laatzen als auch das hiesige Flüchtlingsnetzwerk wollen die Außenstelle bei Bedarf unterstützen. Allein im Netzwerk engagieren sich derzeit rund 80 Ehrenamtliche.

Von Astrid Köhler

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