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Stabsstelle soll günstigen Wohnraum finden

Laatzen Stabsstelle soll günstigen Wohnraum finden

Wohnungen in Laatzen sind begehrt. Viele suchen gerade günstigen Wohnraum – auch die Kommune, die immer mehr Flüchtlinge unterbringen muss. Der Laatzener Bürgermeister Jürgen Köhne hat dies nun zur Chefsache erklärt und eine Stabsstelle einberufen.

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Thomas Krause von der Stabsstelle und sein Kollege aus der Verwaltung Sascha Tscherniawski besichtigen eine Wohnung.

Quelle: Astrid Köhler

Laatzen. Thomas Krause gehört zu dem Team mit dem Spezialauftrag der da lautet: Unterkünfte für Flüchtlinge schaffen.

Es ist Montag um die Mittagszeit. Krause hat einen Termin in der Grundschule Rathausstraße. Die Zeit drängt. Innerhalb von nur zwei Wochen, während der Herbstferien, soll der frühere Hauptschultrakt zur Notunterkunft für 52 Flüchtlinge umgebaut werden. Mit den Handwerkern sprechen, nach dem Rechten sehen. Immer griffbereit: sein Handy. Es klingelt mehrfach während der kurzen Stippvisite in Alt-Laatzen und weist ihn auf den nächsten Termin hin.

Bis zu seinem Urlaub im September gehörte der Verwaltungsmitarbeiter und frühere Bauhofleiter Krause zum Team Hochbau. Seit der Urlaub vorbei ist, arbeitet er mit einem Kollegen aus dem Team 81, der sich in Vertragsrecht auskennt, in der neuen Stabsstelle 05. Zusammen sind sie dem Verwaltungsvorstand direkt unterstellt. Jetzt kommt es auf den „kurzen Draht“ an.

4,3 Millionen Euro 
für Immobilienkauf

Ortswechsel: Keine Stunde später steht Thomas Krause in Laatzen-Mitte. Mit einem Kollegen ist er zu einer Schlüsselübergabe verabredet. Rund 4,3 Millionen Euro hat der Rat dem Bürgermeister für den Erwerb von Immobilien bewilligt. Von dem Geld hat die Stadt unter anderem Wohnungen gekauft. So auch diese von einer älteren Dame. Der Sohn ist pünktlich, überreicht ein dickes Schlüsselbund. Ein paar Sätze werden gewechselt. "Auf Wiedersehen."

Krause und sein Kollege öffnen die Wohnungstür, verschaffen sich einen Überblick. "Viel muss nicht gemacht werden", sagt Krause. Sofatisch, Schrank und Sessel hat die Stadt mit übernommen und auch das Schlafzimmer mit dem Doppelbett. Damit stehe fest, dass in diesem Zimmer nur Paare unterzubringen sind, "vielleicht mit Kindern", sagt Krause. Einzelbetten sind grundsätzlich besser, weil sie flexibler vergeben werden können. Egal.Auch der Teppich bleibt drin. Um ihn gegen pflegeleichtes Linoleum auszutauschen, fehlt es an Zeit. Schließlich kommen noch diese Woche 15 Syrer in Laatzen an.

In einer anderen von der Stadt erworbenen Wohnung, die Krause an diesem Nachmittag besucht, ist dafür noch umso mehr zu tun. Wissen die Handwerker, dass sie in drei Tagen fertig sein müssen?

„Wir stopfen Löcher von einem auf den anderen Tag“, sagt Krause. Kaum ist eine Wohnung gefunden und für den Bezug hergerichtet, kündigt sich der nächste Bedarf an. Regelmäßig treffen sich Krause und sein Kollege in großer Runde mit Vertretern des Sozialamts, dem Verwaltungsvorstand, dem Rechnungsprüfungsamt und Sozialarbeitern.

Krause besichtigt bis zu 
vier Wohnungen am Tag

Gemäß ihrem Auftrag durchforsten Krause und sein Kollege die Immobilienanzeigen und sichten potenzielle Unterkünfte. Die regelmäßigen Aufrufe der Stadt, freie Wohnungen zu melden, sind nicht vergessen. "Es rufen viele Leute an, die vermieten wollen", sagt Krause. Bis zu vier Wohnungen am Tag habe er schon besichtigt, sagt Krause. Im Schnitt sind es zwei, aber längst nicht jede ist geeignet. Entweder sind Wohnungen in einem baulich schlechten Zustand. Es kann aber auch vorkommen, dass Vermieter Wohnungen zum Erstbezug anbieten – mit Hochglanzküche für 15.000 Euro. Beides komme für die Stadt, die bis zur Anerkennung der Flüchtlinge offiziell Mieter der Wohnung ist, nicht infrage.

Und dann gibt es noch einen anderen Vermietertypen. "Viele versuchen auf diesem Wege Geld zu machen." 25 Euro pro Flüchtling und Tag hätten Vermieter schon von der Stadt verlangt. Für eine Wohnung bei Maximalbelegung wäre dann schon mal mehr als doppelte des sonst üblichen Preises fällig gewesen. "Wucher machen wir nicht mit", betont Krause. Bezahlt werden könne nur, was den Menschen jetzt nach der Grundsicherung und nach der möglichen Anerkennung der Flüchtlinge über das Jobcenter zur Verfügung stehe. Und dann gibt es die Menschen, die wie sonst zur Messe durchaus gern an die Stadt und Flüchtlinge vermieten würden. Nach den klärenden Gesprächen über die maximale Miethöhe aber zu dem Schluss kommen, doch lieber weiter an Messegäste oder Monteure zu vermieten.

Krause und seine Kollegen in der Stadtverwaltung suchen also weiter nach geeigneten, günstigen Wohnungen. Autohäuser und Gewerbehallen sind bisher kein Thema – bisher.

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