Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Ratsherr wirft wegen Flüchtlingspolitik hin

Laatzen Ratsherr wirft wegen Flüchtlingspolitik hin

Die Flüchtlingskrise erschüttert die Laatzener Christdemokraten: CDU-Ratsherr Egbert Wöbbecke hat sein Mandat abgegeben und ist aus der Partei ausgetreten. Er wolle die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung nicht mehr mittragen, sagte er zur Begründung.

Voriger Artikel
Endlich: Die gelben Säcke sind weg
Nächster Artikel
Hightech-Blitzer startet frühestens im Sommer

Egbert Wöbbecke

Quelle: Privat

Laatzen. "Die Flüchtlingspolitik der CDU und die Machtlosigkeit der Kommunen sind die eigentlichen Gründe", sagte Wöbbecke, nachdem er Stadtverband und Ratsfraktion am Donnerstag über seine Entscheidung informiert hatte. "Den Rest hat mir gegeben, dass jetzt in Laatzen auf eine Turnhalle zurückgegriffen wird. Das kann ich nicht mehr mittragen", sagte der 52-jährige Grasdorfer. Er habe bereits mit der Belegung des leeren Traktes an der Grundschule Ratsstraße "Bauchschmerzen" gehabt, diese jedoch aufgrund der zeitlichen Begrenzung mitgetragen.

Der 52-Jährige betonte, dass er keinerlei Groll gegen die Laatzener CDU hege, es gehe ausschließlich um die Bundespolitik. "Aber meines Erachtens müssen viel mehr Signale von den Kommunen kommen, dass die Aufnahmekapazität wirklich erschöpft ist", sagte Wöbbecke. "Was passiert, wenn alle Turnhallen voll sind?", fragt er. Besonders schmerzlich empfinde er es, dass die Sportvereine unter der jüngsten Entscheidung, Flüchtlinge in einer der Sporthallen am Erich-Kästner-Schulzentrum unterzubringen, zu leiden haben. "Man möchte von Sportvereinen, dass sie Flüchtlinge integrieren und beschäftigten, andererseits nimmt man ihnen die Sportstätten weg", klagt er.

Mit Wöbbecke verliert die Laatzener CDU einen ihrer profiliertesten Ratspolitiker. Der Jurist ist Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Soziales und agierte dort als scharfsinniger und aufmerksamer Sprecher seiner Fraktion.

Bürgermeister Jürgen Köhne bedauerte den Rücktritt; er habe Wöbbecke als Gesprächspartner immer geschätzt. "Wir müssen in so einer Situation die Demokratie stärken. Leute zu verlieren, die zur Demokratie stehen und Multiplikatoren sind, finde ich ausgesprochen schade", sagte der Bürgermeister. Wer dem 52-Jährigen im Rat nachfolgt, war gestern im Rathaus nicht zu erfahren.

Erst vor wenigen Tagen hatte CDU-Ratherr Michael Kleen ebenfalls seinen Parteiaustritt erklärt und dies unter anderem damit begründet, dass die Bundesregierung die Kommunen bei der Aufnahme und Integration der Flüchtlinge nicht ausreichend unterstütze. Im Gegensatz zu Wöbbecke will Kleen sein Ratsmandat behalten.

Von Johannes Dorndorf und Astrid Köhler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Laatzen-Seite der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung
doc6sm4a1uz68yn2aqscj1
Stehende Ovationen zum Finale der "Böhmischen"

Fotostrecke Laatzen: Stehende Ovationen zum Finale der "Böhmischen"