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Feuerwehr wirkt im Polizeifilm mit

Laatzen Feuerwehr wirkt im Polizeifilm mit

Mitglieder der Laatzener Feuerwehr haben an einem Film mitgewirkt, mit dem die Polizeidirektion Hannover auf Ablenkungen im Straßenverkehr hinweisen will - insbesondere durch Handys und Co. Dafür haben 20 Laatzener Helfer einen Unfall rekonstruiert, bei dem im Dezember 2012 ein Mann ums Leben kam.

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Am 02.12.2012 ereignete sich der Unfall auf der Bundesstraße 443 nahe der Abfahrt zur Erich-Panitz-Straße in Rethen. Bei dem Frontalzusammenstoß kam damals ein 59-Jähriger Autofahrer ums Leben.

Quelle: Bericht der Leine-Nachrichten der HAZ / NP vom 03.12.2012

Laatzen. Einen Nachmittag lang hat ein Kamerateam im vergangenen Jahr bei der Laatzener Feuerwehr Szenen für den Film gedreht. Dabei rekonstruierten die rund 20 beteiligten Einsatzkräfte einen Verkehrsunfall mit Todesfolge, der sich im Dezember 2012 in Rethen ereignet hatte. In dem zehnminütigen Kurzfilm beschreibt unter anderem Zugführer René Stuckenberg den damaligen Unfall auf der Bundesstraße 443, bei dem ein 59-jähriger Autofahrer ums Leben kam und vier weitere Personen schwer verletzt wurden. Zu Wort kommt darüber hinaus eine Ärztin, die damals zufällig mit ihren Kindern am Unfallort vorbeifuhr und sofort Erste Hilfe leistete.

Der Film der Polizei soll auf Ablenkungen im Straßenverkehr hinweisen - und insbesondere junge Fahrer für das Thema sensibilisieren. Schließlich würden viele Unfälle heute durch Ablenkungen verursacht, insbesondere durch Handys und andere elektronische Medien. "Gerade bei den jungen Leuten ist das Smartphone zum täglichen Begleiter geworden", sagt Nils Weber, Leiter der Verfügungseinheit der Polizei Hannover. Die Gefahren bei der Nutzung im Straßenverkehr würden dabei häufig unterschätzt. Deshalb hat die Polizeidirektion Hannover das Präventionsprojekt „Abgelenkt ... ist neben der Spur!" ins Leben gerufen.

Für dem Film wurden fünf Verkehrsunfälle mit Todesfolge aufgearbeitet, die sich im Einzugsbereich der Polizeidirektion Hannover ereignet haben. "Eine Arbeitsgruppe hat dafür mit Beteiligten, Zeugen und Rettungskräften gesprochen", sagt Weber. "Die Beteiligten schildern in dem Film ihre Erfahrungen und Gefühle." Unter anderem kämen Menschen zu Wort, die bei den Unfällen ihr Kind oder andere Angehörige verloren haben.

Die Polizei geht davon aus, dass auch in Rethen der 49-jährige Unfallverursacher durch sein Handy abgelenkt worden war und deshalb in den Gegenverkehr geriet. "Es ist zwar nicht bewiesen, die Wahrscheinlichkeit ist aber sehr hoch", sagt Weber. Deshalb habe die Polizei diesen Fall in das Präventionsprojekt aufgenommen und die Ereignisse noch einmal rekonstruiert.

Der Film soll bald an Schulen in der Region Hannover gezeigt werden. Insbesondere richtet er sich an junge Fahranfänger im Alter zwischen 18 und 24 Jahren. "Sie stellen seit geraumer Zeit eine der größten Risikogruppen im Straßenverkehr dar", berichtet Weber. Bei den 15- bis 29-Jährigen seien Verkehrsunfälle sogar die Todesursache Nummer Eins.

Aus diesem Grund hat sich die Polizei die11. Jahrgänge sowie vergleichbare Klassen der weiterführenden und Berufsbildenden Schulen in der Region als vorrangige Zielgruppe ausgesucht. Die Vorführungen in den Schulen werden von Polizeibeamten moderiert. Darüber hinaus sieht das Konzept vor, dass weitere Akteure, die mit den dargestellten Unfällen im Zusammenhang stehen, bei den Vorführungen zu Wort kommen. "Das Besondere ist die emotionale Sensibilisierung mit Fokus auf die Darstellung der Unfallfolgen", sagt Weber: Die jungen Adressaten sollen demnach möglichst direkt mit den möglichen Folgen der Nutzung elektronischer Medien im Straßenverkehr konfrontiert werden.

In Kürze soll der Film zunächst an drei Schulen vorgestellt werden - es ist sozusagen ein Testlauf für die weiteren Präsentationen. Die Laatzener Albert-Einstein-Schule ist eine dieser Referenzschulen. Dort soll der Film noch in diesem Schuljahr gezeigt werden, der Termin steht aber noch nicht fest. Voraussichtlich berichtet dann auch Stuckenberg den Schülern über die damaligen Ereignisse. 

Die Laatzener Feuerwehrleute haben den Streifen bereits gesehen: Im Januar war Oberkommissar James Lehmann von der Polizeiinspektion Hannover-Süd bei der Ortsfeuerwehr in Laatzen-Mitte zu Gast. "Herr Lehmann hat uns vier der fünf Kurzfilme vorgestellt." Obwohl die Laatzener Helfer häufig zu Unfällen ausrücken müssen, seien sie von den gezeigten Szenen sehr berührt gewesen, sagt Feuerwehrsprecher Gerald Senft. "Es war nach der Aufführung ganz ruhig, niemand hat ein Wort gesagt."

Der schwere Unfall im Dezember 2012

Bei dem schweren Verlehrsunfall, den die Laatzener Feuerwehr jetzt zusammen mit der Polizeidirektion Hannover nachgestellt hat, kam am 2. Dezember 2012 ein 59-Jähriger Mann auf der Bundesstraße 443 in Rethen ums Leben. Vier weitere Personen wurden schwer verletzt.

Am Nachmittag war dort ein 49-Jähriger Mann kurz vor der Auffahrt zur Erich-Panitz-Straße in den Gegenverkehr geraten und frontal mit dem Mercedes des 59-Jährigen kollidiert. Der Mercedesfahrer zog sich dabei so schwere Verletzungen zu, dass er noch am Unfallort verstarb. Die Ortsfeuerwehren Retzen und Laatzen waren mehrere Stunden lang im Einsatz.

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Von Daniel Junker

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