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Flüchtlingsnetzwerk sucht neue Helfer

Laatzen Flüchtlingsnetzwerk sucht neue Helfer

Seit Frühjahr 2015 unterstützt die AG Einzelbetreuung im Flüchtlingsnetzwerk Hilfesuchende, die in Laatzen ankommen. Die Mitglieder begleiten die Menschen bei Arztbesuchen, helfen bei Behördengängen und Wohnungssuche. Nun benötigen die Helfer dringend neue Mitstreiter.

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Gisela Noack (links) und Ursula Mesch engageieren sich in der AG Einzelbetreuung des Netzwerks für Flüchtlinge.

Quelle: Dorndorf

Laatzen. 33 Menschen sind derzeit in der AG Einzelbetreuung organisiert, unter ihnen die AG-Sprecherinnen Ursula Mesch und Gisela Noack. Beide haben in den vergangenen Monaten jeweils eine Familie betreut - eine aufwändige Aufgabe: Schließlich gibt es etliche Dinge, bei denen die Flüchtlinge Unterstützung benötigen, allein schon wegen der Sprachbarriere.

Mesch und Noack rufen nun weitere Laatzener auf, ebenfalls mitzumachen. "Wir suchen möglichst viele Leute, damit wir die Arbeit auf viele Schultern verteilen", sagt Noack. Die Grasdorferin verschweigt nicht, dass die Einzelbetreuung eine besondere Herausforderung ist. Es gehe schließlich nicht darum, einmalig Kleider zu sammeln oder Essen auszugeben, sondern um eine kontinuierliche Aufgabe. Zum Beispiel die Sache mit den Formularen: Zu den ersten Aufgaben zähle es, bei der Bewältigung der Briefe zu helfen - etwa von der Ausländerbehörde oder dem Jobcenter. "Das sind manchmal zehnseitige Schreiben. Das sollen die Leute dann durchlesen - ohne Deutschkenntnisse", sagt Noack.

Dennoch seien auch Helfer mit geringerem Zeitbudget gefragt. "Wenn man jemanden hätte, der ein bis zwei Stunden Zeit hat, könnte er beispielsweise die Post erledigen. Das würde schon helfen", sagt Noack. Die Arbeitsgruppe wolle zudem dazu übergehen, Teams für Gruppen von Flüchtlingen zu bilden, so dass sich die Helfer gegenseitig unterstützen und die Arbeit besser untereinander aufteilen können. "Jeder muss für sich entscheiden, wie viel er sich einsetzt", betont Mesch. "Es ist viel Arbeit. Aber Arbeit, die man aufteilen kann."

Die Aufgaben sind vielfältig. Dazu zählt die Begleitung zum Arzt, Behördentermine und Korrespondenz, der Kontakt zu Kindergarten oder Schule, die Einrichtung eines Bankkontos, das Organisieren von Kleidung, manchmal auch die Begleitung zu Sprachkursen. Gegebenenfalls muss der Familiennachzug organisiert werden. Wenn Flüchtlinge anerkannt werden, folgen die nächsten Schritte - von der Wohnungssuche über einen möglichen Umzug in eine andere Stadt bis hin zum Jobsuche und Aufnahme in einer Krankenkasse.

Das kann - je nach Engagement - arbeitsintensiv sein, bereite aber auch Freude, sagen Mesch und Noack. "Es macht Spaß, andere Kulturen kennenzulernen", sie erführen so zudem aus erster Hand etwas über die Lage in Krisenregionen wie Syrien. "Das ganze Flüchtlingsproblem rückt so sehr nahe", ergänzt Noack. "Man wird eine geteilte Persönlichkeit. Einerseits will man nicht, dass noch mehr Menschen kommen, andererseits fühlt man mit." Zum Beispiel, wenn von einem neuen Attentat in der Heimatstadt berichtet wird, in der andere Familienmitglieder leben.

Innerhalb der Gruppe, betonen Mesch und Noack, werde niemand allein gelassen. "Es gibt immer einen Ansprechpartner. Wer helfen oder sich einfach nur über die Arbeit der Gruppe informieren will, kann sich per E-Mail an die Arbeitsgruppe Einzelbetreuung wenden. Die Adresse: will.helfen@web.de.

Von Johannes Dorndorf

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