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Oberschüler kooperieren mit Sehbehinderten

Laatzen-Mitte Oberschüler kooperieren mit Sehbehinderten

Wie fühlt es sich an, als plötzlich "Blinder" einen Raum zu betreten, an einer Gesprächsrunde teilzunehmen und sich selbst Saft einzuschenken? Zehn Schüler der Erich-Kästner-Oberschule (EKO) Laatzen haben das am Montag erfahren – mit Augenbinden und als Teil ihres neuen Projektes mit Sehbehinderten.

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Gar nicht so einfach: Mit einer Binde vor den Augen versucht Lukas (15) Saft in einen Becher zu gießen. Wie zehn weitere Oberschüler nimmt er an dem neuen Kooperationsprojekt der Erich-Kästner-Oberschule mit Sehbehinderten teil.

Quelle: Astrid Köhler

Laatzen-Mitte. "Wer sitzt neben mir ... rechts?", will ein Neuntklässler wissen. "Bin ich jetzt dran?", fragt eine Schülerin, die sich gemeldet hat, in die Stille der Tischrunde hinein. Die Augenbinde entfaltet ihre Wirkung und hilft nachzuvollziehen, wie Blinde die Welt erleben und welche Aufgaben sie tagtäglich meistern.

Sozialarbeiterin Jessica Stracke vom Regionalverein Hannover des Niedersächsischen Blinden- und Sehbehindertenvebandes (BVN) teilt Becher aus. Schwupps, gleich beim ersten Test ist es passiert, der Becher randvoll und eine Saftpfütze auf dem Tisch. Stracke hat nicht nur Küchenpapier sondern auch einen Tipp parat: Finger leicht über den Rand in den Becher halten, dann läuft nichts über. Bei den nächsten Versuch klappt es. Dann dürfen die Schüler die Augenbinden abnehmen

Elf Jugendliche haben sich für das neue und langfristig angelegte Projekt gemeldet. Das Ziel: Den Erfahrungshorizont erweitern und Sehbehinderte wie den Laatzener Achim Wenger und Wilma Frankenberg aus Hemmingen kennen lernen und ihnen Kultur näher bringen: als Berichterstatter über bevorstehende Veranstaltungen bei deren monatlichen Treffen und auch als Begleiter, zum Beispiel ins Theater. Auch gemeinsame Aktionen wie Musik oder Kochen sind denkbar.

Zweimal haben sich alle schon getroffen: Die Schüler waren beim monatlichen Gruppentreffen der Sehbehinderten und diese beim Tag der offenen Tür der Oberschule. Es laufe sehr gut, sagt Jugendsozialarbeiterin Nazila Mafi, die das Projekt an der Schule betreut. "Die Jugendlichen sind sehr motiviert." Bei den wöchentlich Treffen lernen die Neun- und Zehntklässler mehr über Sehbehinderte, probieren das Gehen mit dem Langstock aus und sehen, wie diese über Spracherkennung ein Smartphone benutzen.

Was sie motiviert hat, beim Projekt mitzumachen? Für Bishra (14) ist es die "einmalige Chance, Erfahrungen mit Blinden" zu sammeln. Yvana (15) sagt, sie interessiere, wie Sehbehinderte in ihrem Alltag lebten und der 15-jährige Lukas: "Ich will Menschen helfen und sie durch meine Augen sehen zu lassen."

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Von Astrid Köhler

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