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Ein Gebäude, drei Schulformen

Laatzen-Mitte Ein Gebäude, drei Schulformen

Die Laatzener Oberschule hat seit neuestem eine „Außenstelle“: Der fünfte Jahrgang des Erich Kästner Schulzentrums wurde an den Kiefernweg ausgelagert - wegen akuter Raumnot und weil die Lieferung der dringend benötigten mobilen Klassenzimmer seit Ostern aussteht.

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„Es läuft gut an“: Die Schule am Kiefernweg wird derzeit parallel von rund 240 Förderschülern, Fünftklässlern der Oberschule sowie Zehntklässlern der AES genutzt.

Quelle: Zerm

Laaatzen. Damit nutzen nun rund 240 Schüler dreier Schulformen das Gebäude. Dass die Auslagerung nötig wurde, gefalle ihm auch nicht, betont Rektor Winfried Deister - aber es nutze nichts, sich aufzuregen. Die Schülerzahlen wüchsen beständig. Zudem habe dringend gehandelt werden müssen, nachdem zuletzt fünf der acht Fachräume der Oberschule von Klassen belegt waren - Musik, Biologie, Textil und Kunst - und die seit langem erwarteten mobilen Klassenzimmer noch immer nicht da sind. Den Umständen entsprechend sei es daher „eine gute Zwischenlösung“, dass die neuen Schüler zwei Räume am Kiefernweg nutzen können. Für die 40 Förderschüler mit dem Schwerpunkt Lernen werden diese nicht benötigt, und auch die AES, deren 157 Zehntklässler der sogenannten E-Phase das Gebäude mit nutzen, unterstützte die Anfrage Deisters und stimmte zu.

„Der fünfte Jahrgang wird rein im Klassenunterricht und größtenteils von den beiden Klassenlehrerinnen beschult“, betont der Rektor der Oberschule. Groß pendeln muss also keiner. Zwar gibt es den Sportunterricht weiter in der Halle an der Marktstraße, doch dafür wurde der Stundenplan entsprechend gestaltet. „Der Unterricht beginnt entweder hier am Hauptstandort und hört am Kiefernweg auf - oder umgekehrt“, sagt Deister. Auf dem etwa 15-minütigen Fußmarsch zwischen Marktstraße und Kiefernweg werden die jeweils 19 Kinder einer Klasse von ihren Lehrern begleitet.

Als die Oberschule die Eltern vergangene Woche informierte, habe es zwar keine Tumulte, aber doch „zwei oder drei“ kritische Stimmen bezüglich der Standortwahl gegeben, berichtet Deister. Umso dankbarer sei er seinem Kollegen von der Förderschule, Heinz Stock, dass dieser alles konstruktiv und positiv mittrage.

„Es läuft gut an“, bestätigt Rektor Heinz Stock. Es habe nur eine kleine Rangelei zwischen zwei Fünftklässlern gegeben, aber das sei in dem Alter normal. Viel bemerkenswerter sei, dass der Bolzplatz nicht, wie vorgeschlagen, pausenweise zwischen Ober- oder Förderschülern aufgeteilt wird, sondern dass die Kinder diesen alle zeitgleich nutzen. „Eine zeitliche Trennung ist nicht nötig.“

Trotz positiver Nebeneffekte wie soziales Lernen, Blick über den Tellerrand und Bewegung lässt Deister keinen Zweifel daran, dass die Schüler und die Handvoll vom übrigen Kollegium abgeschnittenen Lehrer schnellstmöglich ans Schulzentrum zurückkehren sollten.

Die Stadtverwaltung ist guten Mutes, dass die seit Ostern erwarteten Raummodule in den Herbstferien geliefert werden. Diese betriebsbereit herzurichten dauere etwa zwei Wochen, sodass die Klassen voraussichtlich ab dem 9. November einziehen können.

„Es ist unmöglich, kurzfristig Raummodule zu bekommen“

Für den Jugendraum Buchte in Rethen kamen 2009 die ersten nach Laatzen. Inzwischen gehören Container – oder schöner formuliert: Raummodule – auch an den Schulen in Ingeln-Oesselse (2010), Grasdorf (2013) und an der KGS Albert Einstein (seit Sommer 2015) zum Erscheinungsbild. Mit ihnen wird der Raumnot in Schulen entgegengewirkt, doch die einst schnelle Lösung ist immer schwerer zu bekommen. Wegen der großen Nachfrage, zumal für Flüchtlingsunterkünfte, verzögert sich die Produktion und Lieferung, wie das Beispiel der Oberschule Laatzen (Text oben) zeigt und die Stadtverwaltung nur zu gut weiß. „Es ist unmöglich, kurzfristig Raummodule zu bekommen“, sagt Sprecher Matthias Brinkmann.

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