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Laatzens Arbeitslosenuhr hat ausgedient

Laatzen-Mitte Laatzens Arbeitslosenuhr hat ausgedient

"Laatzen hat 1841 Arbeitslose zu viel. Wir müssen das ändern." In großen Lettern weist die Stadt direkt vor ihrem Rathaus auf einen Missstand hin. Nun soll das symbolträchtige Schild verschwinden - die ehrenamtliche Initiative für Arbeit scheut den Aufwand.

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Zum letzten Mal: Olu Arigbabu aktualisiert die Arbeitslosenzahl, auf die seit 1998 vor dem Laatzener Rathaus hingewiesen wird.

Quelle: Dorndorf

Laatzen-Mitte. Es ist ein Zeichen, dass bundesweit vielleicht sogar einmalig ist. Statt mit dem Beinamen "Stadt der Sinne" oder besonderen Angeboten für Laatzen zu werben, hat sich die Stadt Laatzen seit 1998 die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit unübersehbar zu eigen gemacht. Aufgestellt hat die Tafel damals, am 1. Mai, die Initiative für Arbeit (IfA). Seitdem tauschen die Mitglieder Monat für Monat die Ziffern aus, um die Tafel auf den aktuellen Stand zu bringen.

Am Mittwoch legte der IfA-Vorsitzende Olu Arigbabu zum letzten Mal Hand an. "Der Aufwand ist zu groß", sagt der rührige 73-Jährige. Zumal die Zahl der Aktiven bei der IfA inzwischen überschaubar sei. Die fünf ehrenamtlichen Helfer wollten sich auf ihre Beratungsarbeit konzentrieren, statt regelmäßig Ziffern auszutauschen.

Bei der Aufstellung hat Laatzen mit der Arbeitslosenuhr viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen - damals berichtete auch das Fernsehen über diese Besonderheit. "Meines Wissens ist dies einzige Tafel dieser Art, die direkt vor einem Rathaus steht", sagt Arigbabu.

Angefangen hatte alles vor 20 Jahren, als die Arbeitslosenzahl in Laatzen noch erheblich höher war. "Wir hatten damals noch eine 2 vorne", erinnert sich Arigbabu - also weit mehr als 2000 Arbeitslose. Der damalige Arbeitsamtsleiter Horst Gabriel rief 1996 einen Runden Tisch zusammen, um das Problem stadtweit anzugehen. Daraus wurde später die IfA.

Am 1. Mai 1998 mündeten deren Bemühungen in der Aufstellung der Arbeitslosenuhr vor dem Rathaus - ein mit Bedacht gewähltes Datum. Parteien und IfA richteten damals erstmals eine 1.-Mai-Feier auf dem Marktplatz aus, erinnert sich Arigbabu. Zwei weitere Feiern folgten, dann sei die kurze Tradition - auch aus finanziellen Gründen - wieder beendet worden.

Zuletzt hatte es unter Laatzens Politikern vereinzelt Stimmen gegeben, die Arbeitslosenuhr sei keine gute Werbung für Laatzen. Arigbabu betont, dass der Rückzug damit nichts zu tun habe - es gehe ausschließlich um den Aufwand. Ganz begraben hat er die Idee freilich nicht: "Vielleicht lässt sich das in Zukunft auf elektronischem Wege realisieren."

Die IfA berät Hilfesuchende jeweils dienstags von 14 bis 16 Uhr im Stadthaus, Raum 1.6.

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