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Land soll Kampf gegen Mobbing bezahlen

Laatzen Land soll Kampf gegen Mobbing bezahlen

Die Zeiten, in denen sich ausschließlich Lehrer um die Betreuung von Schülern kümmern, sind vorbei: An fünf Laatzener Schulen helfen Schulsozialarbeiter, die persönliche Entwicklung zu fördern und bei Themen wie etwa Mobbing zu beraten. Der Rat fordert jetzt das Land per Resolution auf, diese zu bezahlen.

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Der Rat der Stadt fordert per Resolution, dass das Land die Kosten der Schulsozialarbeit übernimmt.

Quelle: Dorndorf

Laatzen. Eigentlich ist die Aufgabenteilung zwischen Land und Stadt klar: Das Land kümmert sich um das pädagogische Personal an den Schulen, die Stadt um Gebäude, Hausmeister und Sekretariate. Nur: Wer zahlt für die Sozialarbeiter, die inzwischen an vielen Schulen tätig sind? Angesichts wachsender sozialer Herausforderungen ist dies keine Kleinigkeit. Das pädagogische Personal berät die Schüler bei ihrer schulischen, persönlichen, beruflichen und sozialen Entwicklung, hilft aber auch bei konkreten Konflikten wie beispielsweise Mobbing.

Die Stadt Laatzen will die Frage nun geklärt sehen. Der Rat der Stadt fordert das Land per Resolution auf, das Personal zu bezahlen. Bislang tut dies die Stadt größtenteils aus eigener Kasse: Nur zwei der zehn Teilzeitstellen, die für Sozialarbeit und Sprachförderung eingerichtet sind, zahlt das Land. Und dies auch nur an Hauptschulzweigen, wo ein Profilierungsprogramm Ende 2016 aufläuft.

"Im Laufe der letzten Jahre ist die Schulsozialarbeit ein essenzieller Bestandteil für einen geregelten Schulalltag geworden und muss ausgebaut, überarbeitet und intensiviert werden", heißt es in der am Donnerstag beschlossenen Resolution. Das gelte insbesondere vor dem Hintergrund der Flüchtlingskrise: "Die Aufnahme von Flüchtlingen an den Schulen, die vielfach traumatisiert sind, macht die Einführung der flächendeckenden Schulsozialarbeit noch dringender und erfordert rasches und entschlossenes Handeln." Vor allem müsse das Land eine dauerhafte Lösung schaffen. In der Vergangenheit wurden mehrfach befristete Programme aufgelegt, die die Stadt Laatzen teils aus eigenen Mitteln fortgeführt hat.

Beschlossen wurde die Resolution einstimmig - nach wochenlanger Auseinandersetzung über die parallel diskutierte Frage, wie viele zusätzliche Stellen in Laatzen wie gleichmäßig an den Schulen eingerichtet werden sollen. Die von CDU/FDP und RRP beantragte Resolution hat möglicherweise kaum noch Auswirkungen. Nach Auskunft der SPD-Landtagsabgeordneten Silke Lesemann seien Kultusministerium und kommunale Spitzenverbände ohnehin im Gespräch über eine Kostenübernahme durch das Land. Mit einem Konzept sei im ersten Quartal 2016 zu rechnen.

Von Johannes Dorndorf

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