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Rot-Grün will Wohnungsbaugesellschaft gründen

Laatzen Rot-Grün will Wohnungsbaugesellschaft gründen

Ist Wohnraum in Laatzen auch in Zukunft noch bezahlbar? Angesichts der steigenden Nachfrage wächst in der Laatzener Politik der Wunsch nach mehr sozialem Wohnungsbau. Die Ratsgruppe SPD/Grüne/GLuP schlägt dafür sogar die Gründung einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft vor.

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In Laatzen wird zwar gebaut - es fehlt jedoch aus Sicht der Ratsgruppe SPD/Grüne/GLuP an bezahlbarem Wohnraum.

Quelle: Dorndorf

Laatzen. "Immer mehr Menschen konkurrieren um die wenigen Wohnungen, die auch für Einkommenschwächere bezahlbar sind", sagt SPD-Fraktionschef Ernesto Nebot. Das bedrohe den sozialen Frieden in der Stadt. Bis 2017, so schätzt man bei der SPD, würden Wohnungen für 2000 Menschen gebraucht - auch wegen der ankommenden Schutzsuchenden. "Wenn dies gelingen soll, müssen jetzt die richtigen Maßnahmen ergriffen werden."

Dazu gehört für die Ratsgruppe die Gründung einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft. Zu deren Aufgaben soll unter anderem die Verwaltung der Wohnungen gehören, die die Stadt insbesondere in jüngster Zeit gekauft hat. "Das ist auf Dauer von einer Verwaltung nicht zu wuppen", sagt Nebot. Übernehmen soll eine solche Gesellschaft auch ein Quartiersmanagement.

Vor allem aber müsse geprüft werden, ob die Stadt auf diese Weise eine "eigene Bautätigkeit entfalten kann und Grundstücke zur Bevorratung für Bauprojekte erwerben kann", wie es im Ratsantrag heißt. "Wir müssen endlich eine eigene Steuerungsmöglichkeit bekommen", meint Nebot. Die vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass der private Wohnungsmarkt nicht in der Lage ist, alle Bevölkerungsgruppen mit bezahlbarem Wohnraum zu versorgen.

Eigentlich sind dafür Wohnungsbaugesellschaften wie die KSG Hannover und die WBG Laatzen zuständig - bekämen diese nun also neue Konkurrenz? "Wir haben keinen Einfluss auf KSG und WBG und können sie nicht auffordern, etwas in Laatzen zu tun, wenn sie sich woanders genug engagieren", sagt Nebot. Gleichwohl müsse die Stadt in Gespräche mit der KSG eintreten und weitere Flächen für den Wohnungsbau ausweisen.

KSG-Geschäftsführer Karl Heinz Range hält die Initiative für "vom Grundsatz her sehr löblich", sie sei aber hinsichtlich des Wohnungsbaus nicht nötig. "Die Stadt Laatzen ist Gesellschafterin der KSG. Wir sind bereit, in Wohnungsbau zu investieren, falls es Flächen gibt - und würden auch öffentlich gefördert bauen", sagt Range auf Anfrage. Allerdings seien ihm in Laatzen keine Flächen bekannt, die spontan für Wohnungsbau zur Verfügung stehen. Ausnahme ist eine Fläche am Alt-Laatzener Kreuzweg, auf der die KSG aktuell Sozialwohnungen plant.

Problematisch sei auch die derzeitige Fördersystematik: Es gebe zwar ein Wohnraumförderprogramm des Landes, das mit viel Geld ausgestattet sei. "Aber wir haben in der Region Hannover derartig hohe Gestehungskosten für Neubauprojekte, dass die Förderung nicht ausreicht, um Projekte für Unternehmen wirtschaftlich abbildbar zu machen", sagt Range. Die Landeshauptstadt habe ein eigenes Programm aufgelegt, das sich mit dem des Landes kombinieren lässt. Eine solche kumulative Förderung gebe es in der Region jedoch nicht.

Von Johannes Dorndorf

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