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Sehbehindertengruppe hilft seit 10 Jahren

Laatzen Sehbehindertengruppe hilft seit 10 Jahren

Mit 63 Jahren erblindet Achim Wenger - doch der Laatzener ließ sich nicht unterkriegen. Er gründet eine Selbsthilfegruppe für Sehbehinderte in Laatzen. Seit nunmehr zehn Jahren finden Menschen aus Laatzen und Umgebung dort Hilfe und den Mut, mit der Behinderung ihren eigenen Weg zu gehen.

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Auf Einladung des Paddelklubs Hannover fuhren Anfang August sieben Mitglieder der Selbsthilfegruppe für Menschen mit Sehbehinderungen und Blinde in Laatzen zusammen mit drei Klubmitgliedern im Boot auf der Leine.

Quelle: privat

Laatzen. An das Jahr 2004 erinnert sich Achim Wegener noch genau: Es war das Jahr, in dem sich sein komplettes Leben veränderte. Der damals 63-Jährige verlor wegen einer Erkrankung sein Augenlicht. "Ich wusste schon lange, dass die Krankheit mich erblinden lassen würde", sagt er. "Trotzdem, wenn es so weit ist, fällt man in ein Loch."

Den Alltag wieder allein meistern

Doch Wegener wollte sich nicht unterkriegen lassen, suchte sofort  Hilfe beim Blindenverband Niedersachsen. Dort empfahl man ihm ein Training - und das half ihm nicht nur, seinen Alltag wieder allein zu meistern. "Der Trainer hat mich auch psychisch aufgebaut", erinnert er sich. Mittlerweile sei es für den 75-Jährigen selbstverständlich, dass er allein durch die Stadt geht, und auch der Besuch im Fitnesscenter gehört für ihn dazu.

Das, was sein Trainer ihm gegeben hat, wollte Wenger auch mit anderen Menschen teilen. Vor zehn Jahren schließlich gründete er eine Selbsthilfegruppe für Sehbehinderte. Einmal im Monat - immer am dritten Montag, nachmittags - treffen sich die Frauen und Männer im Bauerncafé in Laatzen. Dort tauschen sie sich über mögliche Probleme aus und geben einander Tipps. Auch Informationsveranstaltungen mit Ärzten sowie weiteren Fachleuten und Referenten werden dort regelmäßig angeboten.

"Alle gehen normal mit der Erkrankung um"

Zu den  Mitgliedern der Gruppe gehört auch Marianne Kasten aus Döhren. Sie hat durch Zufall von dem Treffen erfahren. "Es war so schön, alle gehen mit der Erkrankung um, als wäre es normal." Kasten ist nicht vollständig erblindet doch nach einer Netzhauterkrankung sei ihre Sehkraft "unberechenbar". "Manchmal sehe ich Dinge, dann wiederum könnte ich ein Riesenloch im Boden übersehen." Die heute 73-Jährige hatte Probleme, sich mit der neuen Situation abzufinden und sogar mit Selbstmordgedanken zu kämpfen. "Ich habe viel gejammert, dachte ich kann nichts mehr", erinnert sie sich. Eine Psychologe half ihr, das Tief zu überstehen - sie fasst neuen Lebensmut, den sie auch an die anderen Mitglieder der Selbsthilfegruppe weitergeben will.

"Das ist auch das Besondere an Achim Wenger", sagt die Döhrenerin: "Er schafft es, die Menschen aus ihrem Schneckenhaus zu holen." Denn zu erkennen, dass man trotz Behinderung ein selbstständiges Leben führen kann, sei ein wichtiger Schritt - und den zu gehen, dabei helfen sich die Mitglieder der Gruppe. "Das macht unsere Gruppe so besonders."

Monatstreffen in Laatzen und Jährliche Treffen in Arnum

Die Laatzener Selbsthilfegruppe kommt an jedem dritten Montag eines Monats um 15 Uhr im Bauerncafé am Kastanienweg 1 zusammen. Am 15. August allerdings treffen sich 21 Laatzener nicht dort sondern zum fünften Jahrestreffen mit der zehnköpfigen Sehbehindertengruppe von Wilma Frankenberg am Arnumer See zum großen  Kuchenessen. Das etwa 2,5 stündige Treffen beginnt bereits um 14 Uhr.

Für Interessenten ist Wenger erreichbar unter Telefon (0511) 826309 sowie per Email an achimwegner@web.de.

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Von Lisa Malecha

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