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Laatzener lernen in Seminar Flüchtlingen helfen

Laatzen-Mitte Laatzener lernen in Seminar Flüchtlingen helfen

Der Qualifizierungskurs für ehrenamtliche Helfer im Netzwerk für Flüchtlinge hat sich gelohnt: Für neue Helfer, für erfahrene Helfer und die Flüchtlinge in Laatzen. Dieses Fazit haben die Teilnehmer am Ende der sechs Seminartage am Sonnabend gezogen.

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In den letzten Wochen sind viele Flüchtlinge in Laatzen angekommen.

Quelle: Philipp von Ditfurth

Laatzen-Mitte. „Ich wollte mich nur mal über die Flüchtlingsarbeit informieren. Jetzt betreue ich sechs Syrer und helfe ihnen bei alltägliche Erledigungen“, sagt eine Laatzenerin, die kein Lob für ihr Engagement fordert und lieber anonym bleiben will. Sie ist eine von zwölf Teilnehmern des Qualifizierungskurses für Ehrenamtliche, den der Jugendmigrationsdienst des Kirchenkreises Laatzen-Springe angeboten hat. Leiter des Kurses waren die Kultur- und Theaterpädagogin Maria Hassler und ihr Mann Frank, freiberuflicher Psychologe. Maria Hassler lobte das Engagement der Laatzener. „Ich habe es in Seminaren an anderen Orten auch schon erlebt, dass das Interesse zwar groß war, doch der Sprung zur aktiven Hilfe letztlich doch nicht gelang“, sagt sie. Auch andere Teilnehmer des Kurses haben sich seit Beginn der Seminarreihe vor sechs Wochen bereits aktiv engagiert, unter anderem durch Spenden.

Lob gab es für die Veranstaltung auch deshalb, weil sie ein guter Einstieg für die Mithilfe im Netzwerk gewesen sei. „Für einen Außenstehenden, der dort niemanden kennt, erscheint das Netzwerk zunächst groß und anonym“, sagt ein Laatzener. Durch das Seminar haben sich die notwendigen Kontakte ergeben.

Zu den Teilnehmern gehörten auch bereits erfahrene ehrenamtliche Helfer aus Ingeln-Oesselse. Der Stadtteil wird gerne genannt, wenn es um eine besonders gelungene Form der Integration geht. „Dadurch, dass wir unsere Erfahrungen weiter geben können, lernen wir auch selbst immer noch etwas“, sagt eine Helferin.

Anhand von praktischen Rollenspielen, die das Ehepaar Hasler ausgearbeitet hatte, lernten die Teilnehmer sich selbst auch immer wieder zu hinterfragen. Zum Beispiel haben sechs Teilnehmer Flüchtlinge gespielt, die gerade am Flughafen ankommen. Ihre Rolle war es, keinen Blickkontakt aufzunehmen, nicht zu sprechen und keine Berührungen zuzulasssen. Die anderen Seminarteilnehmer sollten diejenigen spielen, die die Flüchtlinge in Empfang nehmen. Ihre Rollenbeschreibung lautete: „Freundlich lächeln, Kontakt suchen, auf die Flüchtlinge zugehen.“ Die Aufgabe war es, die Flüchtlinge aus dem Flughafen raus zu führen. Das hat nicht geklappt. „Das Rollenspiel hilft, sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Ich spielte einen der Flüchtlinge und werde diese Erfahrung nicht vergessen“, sagt eine Kursteilnehmerin. Eine weitere sagt: „Auch übertriebene Freundlichkeit kann abschrecken.“

Das Ehepaar Hassler war am Ende zufrieden. Neben der praktischen Hilfestellung sei es auch darum gegangen, die Helfer gegenüber den Erfahrungen von Menschen aus anderen Kulturkreisen zu sensibilisieren. Unter anderem durch die Rollenspiele sei das gut gelungen.

Von Tobias Lehmann

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