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Laatzenerin ist Landeschefin der Tierschutzpartei

Ingeln-Oesselse Laatzenerin ist Landeschefin der Tierschutzpartei

Eine 22-Jährige Laatzenerin ist zur Vorsitzenden der Niedersächsischen Landesverband der Deutschen Tierschutzpartei gewählt worden: Lena Zebbedies aus Ingeln-Oesselse setzt sich für artgerechte Tierhaltung und gegen Mastbetriebe ein – und sie hat eine steile politische Karriere hingelegt.

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Die Laatzenerin Lena Zebbedies ist seit Sonntag, 22. Mai, Vorsitzende des Landesverbandes Niedersachsen der Tierschutzpartei. Die 22-Jährige wohnt mit ihrer Familie und ihrem Hund Susi in Ingeln-Oesselse.

Quelle: Daniel Junker

Ingeln-Oesselse. "Ich bin erst vor einem dreiviertel Jahr auf die Tierschutzpartei aufmerksam geworden", berichtet die 22-Jährige. Auf der Suche nach einer Gruppe, die ihre Interessen in größerem Maße vertritt, sei sie auf die Tierschutzpartei – genauer: "Partei Mensch Umwelt Tierschutz" – aufmerksam geworden. Das Grundsatzprogramm gefiel ihr.

Als sie vor einem halben Jahr den Beitrittsantrag ausfüllte, erklärte sie sich auch zur aktiven Beteiligung bereit. Zwei Tage, nachdem sie ihren Mitgliedsauweis bekommen hatte, erhielt sie eine E-Mail von Horst Wester, dem Bundesvorsitzenden. Er wollte mit Zebbedies über ihr künftiges Engagement sprechen. Sie erfuhr, dass es derzeit keinen vollständigen Landesvorstand gibt, zumal die bisherige Vorsitzende ihr Amt vor 1,5 Jahren aus Altersgründen aufgegeben hatte. Zebbedies entschied sich zur Kandidatur. Seit Sonntag bildet sie mit der Vorsitzenden Susanne Berghoff die Doppelspitze des Landesverbandes der Partei. Zum Vorstand gehören noch Vanja Schmidtmann und Manuel Schäfer (Schatzmeister) sowie Simone Oppermann (Schriftführerin).

In den nächsten Monaten stehen die Strukturierung der Arbeit, die Vorbereitung der kommenden Wahlen und Mitgliederwerbung auf der To-Do-Liste. "Meiner Ansicht nach gibt es besonders in Niedersachsen einen sehr hohen Bedarf", sagt Zebbedies. Schließlich gebe es dort bundesweit die meisten Mastbetriebe.

Mehr Mitstreiter zu gewinnen bedürfe viel Überzeugungsarbeit. "Wir werden häufig nicht richtig ernst genommen, weil wir uns hauptsächlich mit dem Tierschutz beschäftigen", so Zebbedies. Dies stimme zwar, doch habe die Partei auch zur Familien-, Außen- und Asylpolitik, zu Umweltfragen und anderen Themen eine Meinung.

Neben ihrer politischen Arbeit plant sie ein neues Studium – wohl im Bereich Soziale Arbeit. Einen Studienabschluss für Stadt- und Regionalmanagement hat sie seit Januar in der Tasche. Arbeiten will sie in diesem Bereich aber vorerst nicht. "Das Studium war toll, ich habe aber bislang noch keine Stelle im öffentlichen Dienst bekommen." Zwar könne sie auch in der Wirtschaft arbeiten, aber: "ich stimme bei den meisten Betrieben mit der Ethik nicht überein."

Zur Vorbereitung auf ihr angestrebtes zweites Studium absolviert Zebbedies deshalb noch bis Mitte Juni ein Praktikum im Laatzener Jugendzentrum.

Partei wurde 1993 gegründet

Die "Partei Mensch Umwelt Tierschutz" (kurz: Tierschutzpartei) wurde am 13. Februar 1993 in Bonn gegründet. Ziel ist es, auf politischem Wege den Umgang mit Tieren zu verbessern und ein Umdenken zu erreichen, wie bei der Nutztierhaltung, Tiertransporten aber auch dem Einsatz von Zirkus- und Showtieren. Die Tierschutzpartei will ein Verbot von Tierversuchen durchzusetzen. Auch spricht sich die Organisation gegen Eingriffe in das Erbgut von Lebewesen aus.

Die wirtschaftlichen Nutzung von Gentechnik lehnen die Mitglieder ab. Aber auch Fragen zu Umwelt, Landwirtschaft und Gesundheit gehören zu den Schwerpunktthemen. Gleichwohl will die Partei veränderte Bedingungen durch steigende Preise für Nahrungsmittel, Energie und Rohstoffe und deren Auswirkungen auf in Armut lebenden Menschen im Auge behalten.

Von Daniel Junker

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