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9:0 für Laatzens Jugendliche

Laatzen 9:0 für Laatzens Jugendliche

Nach der Vorrunde glatt durchgekommen - so könnte man das Ergebnis beschreiben, das Laatzens Jugendliche am Donnerstagabend im Laatzener Rat erzielt haben. Neun Anträge hatten die Teilnehmer des Politik-Planspiels "Pimp Your Town" gestellt - und alle wurden angenommen.

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EKG-Schüler Frederik Dreyer erläutert einen der Anträge, die bei Pimp Your Town entstanden sind.

Quelle: Dorndorf

Laatzen. Ob es nun bessere Radwege zwischen den Ortsteilen sind, bessere Busverbindungen oder die Initiative für ein Eismobil - die Anträge, die die Jugendlichen im Rat einbrachten, deckten viele Themen ab. Bei der Abstimmung gingen zwar alle glatt durch - die Ergebnisse täuschten allerdings etwas darüber hinweg, dass die Wünsche der Jugendlichen teils an den harten Fakten der Realpolitik abprallten.

Da war zum Beispiel der Wunsch nach einem Kulturellen Zentrum, in dem Filme, Theater oder andere Veranstaltungen Platz finden könnten. Bürgermeister Jürgen Köhne konnte zwar immerhin ankündigen, dass neben dem Stadthaus am Marktplatz eine Außenfläche mit Spielmöglichkeiten für Jugendliche geschaffen werden soll. Ansonsten stünden für Kulturveranstaltungen allerdings die bestehenden Räume und Flächen zur Verfügung - etwa die Bühnen in den Schulzentren, dem Park der Sinne und dem Jugendzentrum.

"Es ist nicht gut, den Eindruck zu erwecken, als ob wir morgen oder übermorgen ein solches Kulturelles Zentrum bauen können", befand denn auch Gerhard Klaus (FDP). Weil Schulsanierungen und Ähnliches Vorrang hätten, sei ein Neubau "in den nächsten zehn Jahren unrealisierbar." Andreas Quasten (Grüne) hielt dagegen, dass Laatzens Jugendliche schon in den Beratungen erkannt hätten, dass etwa der ursprünglich gewünschte Kino-Neubau nicht möglich ist - es gehe deshalb im Antrag nur um die Entwicklung hin zu einem Kulturzentrum. "Vielleicht ist ja zum Beispiel bei der nächsten WM in Laatzen-Mitte Public Viewing möglich."

Aneinander gerieten die Pimp-Your-Teilnehmer und die Stadtverwaltung beim Thema Schulsanierung. Die Schüler hatten kritisiert, dass im Erich-Kästner-Schulzentrum Deckenplatten mit Tesafilm befestigt, Fenster undicht, Teppiche zu alt und Türen und Lichtschalter defekt seien. Die Verwaltung hatte teils Reparaturen angekündigt, teils - etwa im Fall der Deckenplatten - abgestritten, das so etwas vorkommt. "Das müssen wir verneinen, sonst würden wir den Antrag ja nicht stellen", sagte EKG-Schüler Hares Rasuli - und nannte prompt konkrete Klassenräume, in denen die Mängel vorherrschten.

Beschlossen hat der Rat auch die Wiedereinrichtung eines Jugendparlaments. Was darunter zu verstehen ist - darüber gehen die Meinungen auseinander. Während CDU-Ratsherr Paul Derabin davon ausgeht, dass nun Wahlen angesetzt werden müssen, sieht die SPD die Aufgabe darin, eine angemessene Form der Beteiligung zu schaffen. "Es ist egal, ob das Ding Jugendparlament oder Jugendbeirat heißt", sagte Fraktionschef Ernesto Nebot. Marion Bode-Pletsch (SPD) ergänzte: "Ich glaube, dass wir den Begriff mit den Jugendlichen zusammen mit Leben füllen müssen." Dies sei aus ihrer Sicht keine Bringschuld der Jugendlichen, sondern eine Holschuld der Politik.

Es dürfte nicht die letzte Diskussion geblieben sein: Das Planspiel Pimp Your Town soll nun jährlich wiederholt werden, sagte Bode-Pletsch.

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Die Anträge der Jugendlichen von "Pimp Your Town" werden im Rat glatt durchgewunken.

Quelle: Dorndorf
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