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„An erster Stelle steht die Sicherheit“

Laatzen „An erster Stelle steht die Sicherheit“

Laatzen bekommt einen neuen Stadtrat: Betriebshofs-Chef Axel Grüning wird ab 1. Januar 2016 in den Verwaltungsvorstand aufrücken - als Verantwortlicher für den Baubereich. Im Interview spricht er über die Wahl, Umzugspläne und den Sanierungsbedarf.

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Axel Grüning wechselt zum Jahreswechsel vom städtischen Betriebshof ins Rathaus – und will demnächst mit seiner Familie nach Laatzen ziehen.

Quelle: Dorndorf

Laatzen. Redakteur Johannes Dorndorf sprach mit dem 53-Jährigen über den Sanierungsstau der öffentlichen Gebäude und über ein ganz privates Bauprojekt.

Herr Grüning, Glückwunsch, Sie sind mit großer Mehrheit zum Stadtrat gewählt worden. Wie fühlt man sich danach?

Ich bin sehr glücklich und auch stolz, dass ich so viel Vertrauensvorschuss in der Politik habe. Das ist eine gute Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Viele aus dem Rat kenne ich schon seit Jahren, ich glaube, daraus resultiert diese Entscheidung auch.

Als Baustadtrat sind Sie auch für Gebäudesanierung zuständig - ein dickes Brett. In den letzten Jahren kam die Sanierung stockend voran. Wird das jetzt schneller gehen?

Da muss man natürlich nach den Ursachen gucken. Es sind einige Sachen vorgefallen, die nicht vorhersehbar waren - beispielsweise der Brand in der Sporthalle oder Mängel beim Brandschutz, die im Zuge eigentlich harmloser Baumaßnahmen entdeckt und wegen der Sicherheit der Schüler vorgezogen werden mussten. Das passiert - insbesondere beim Bauen im Bestand: Wenn ich eine Wand aufmache und einen Mangel dahinter entdecke, kann ich sie nicht einfach schließen, sondern muss reagieren. Ich glaube, das ist eine Ursache dafür, dass in der Öffentlichkeit der Eindruck entsteht, da sei einiges ins Stocken geraten. Unser Ziel ist es, in den nächsten Wochen gemeinsam mit der Politik eine Prioritätenliste zu erarbeiten.

Bei welchem Gebäude ist der Sanierungsbedarf aus Ihrer Sicht am dringendsten?

Vorrang haben natürlich die Schulen und Kitas. Aber ich möchte die Prioritätenfestsetzung, die wir mit der Politik abstimmen wollen, nicht vorwegnehmen. Neben den Schulen, Kitas und Sporteinrichtungen steht als großes Projekt auch das Rathaus an. Aber an erster Stelle stehen die Projekte, die den Brandschutz und die Sicherheit der Nutzer betreffen.

Schlagzeilen gemacht hat ein Fall in Langenhagen, wo wegen Brandschutzmängeln möglicherweise ein ganzes Schulzentrum geschlossen werden muss. Glauben Sie, dass eine solche Überraschung in Laatzen auch möglich wäre?

Man kann Überraschungen nie komplett ausschließen. Aber ich gehe einfach davon aus, dass wir nach der zurückliegenden gründlichen Bestandsaufnahme der Laatzener Gebäude mit so etwas nicht zu rechnen haben.

Sie wohnen derzeit in Hannover. Stimmt es, dass Sie nach Laatzen ziehen wollen?

Es gibt die sogenannte Residenzpflicht für die leitenden Beamten, es wird also erwartet. Auch aufgrund der häufigen Termine ist es äußerst sinnvoll, keine langen Anfahrtswege zu haben. Wir werden ein Haus mit Grundstück im Bereich Alt-Laatzen kaufen und werden das noch umbauen. Das heißt, ich werde zum Jahreswechsel oder spätestens im nächsten Frühjahr in Laatzen meinen Wohnsitz haben.

Werden Sie selbst Hand anlegen - als Stadtbaurat sind Sie ja quasi prädestiniert dafür?

In dem Haus, das wir jahrelang in Schaumburg bewohnt haben, haben wir sehr, sehr viel selbst gemacht. Da war ich aber noch 25 Jahre jünger. Wenn es sich machen lässt, möchte ich das schon durch Fachleute und ohne viel eigenes Zutun machen. Es muss ja auch die Zeit da sein. Da werde ich sicherlich mithelfen, aber ganze Gewerke selbst zu machen, ist nicht mein Ziel.

Was sagt Ihre Familie dazu, dass Sie nach Laatzen ziehen?

Wir suchen schon seit eineinhalb Jahren ein Haus in Laatzen, unabhängig von der Wahl zum Stadtrat. Die Suche haben wir dann immer mehr eingegrenzt und sind zu der Erkenntnis gekommen, dass Alt-Laatzen für unsere Ansprüche der ideale Wohnstandort ist. Insofern ist das für meine Familie keine Überraschung, die fühlt sich hier wohl und trägt das mit.

Wie sind Sie auf Alt-Laatzen gekommen?

Alt-Laatzen hat eine ideale Anbindung an die Stadtbahn und Versorgungsmöglichkeiten in vernünftiger Reichweite. Außerdem gefällt uns das Wohnumfeld dort sehr gut, der Ortsteil hat seinen Charme. Zum anderen liegt es nahe an der Leinemasch - wir machen gerne Fahrradtouren mit unserem Hund.

Heißt das, dass die Anleinpflicht in der Masch demnächst wegfallen wird?

... (lacht) das ist ja kein Laatzener Ortsrecht, da werden wir nicht dran vorbeikommen. Ich halte die ja auch durchaus für vernünftig und sinnvoll, das wollen wir nicht infrage stellen.

Werden Sie eigentlich Laatzener Vereinen beitreten?

Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Früher war ich aktiv in Sportvereinen. Ob ich mich da engagieren werde, weiß ich noch nicht. Das hängt auch ein wenig davon ab, wie viel Spielraum mein Terminkalender hergibt.

Was machen Sie denn sportlich gesehen?

Ich habe ganz früher mal Handball gespielt und dann viele Jahre Badminton. Aber ab einem gewissen Alter sollte man bei diesen doch körperlich stark beanspruchenden Sachen etwas vorsichtiger sein. Inzwischen beschränkt sich das auf Nordic Walking gemeinsam mit meiner Frau. Oder ich gehe ab und zu auch mal ins Fitnessstudio, um im Winterhalbjahr ein bisschen was zu tun.

Was wünschen Sie sich für Laatzen in den nächsten Jahren?

Ich wünsche mir, dass die Stadt den Aufschwung, in dem sie sich befindet, beibehält. Dass wir das, was wir an Einrichtungen geschaffen haben, in einem vernünftigen Zustand für die Bürger erhalten und weiterentwickeln. Und dass die Einwohnerzahl nicht zurückgeht, wie es in vielen anderen Bereichen der Fall ist - im Moment stehen wir ja noch sehr gut da. Und ich wünsche mir, dass auch das Vereinsleben erhalten bleibt.

Zur Person

Axel Grüning, 53 Jahre, hat seine berufliche Karriere bei der Bundeswehr begonnen, wo er eine achtjährige Offizierslaufbahn absolvierte. 1988 begann er eine Ausbildung zum gehobenen Dienst bei der Stadt Laatzen. Zu den späteren Stationen zählten die Kämmerei und die Leitung des Bauverwaltungsamts, später wurde er Leiter des Tiefbaubereichs. Im Juni 2013 übernahm er die Leitung des Betriebshofs und organisierte den aufwändigen Umzug der Dienststelle an ihren neuen Standort in Laatzen-Mitte. Auch andere Bauprojekte in Laatzen tragen seine Handschrift: Nach dem Brand des Stadtbades im Jahr 1996 war er für den Bau des Aqualaatziums verantwortlich – eine Erfahrung, die ihm angesichts der etlichen Sanierungs- und Bauprojekte, die in Laatzen anstehen, zugutekommen dürfte. Grüning ist verheiratet und hat zwei Kinder. Zu seinen Hobbys zählen Motorradfahren und Reisen per Wohnmobil.

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