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Läuse färben die Leine in Laatzen ein

Feuerwehreinsatz Läuse färben die Leine in Laatzen ein

Feuerwehreinsatz an der Leine in Laatzen und Rätsel um eine violett-weiße Schleimspur auf dem Wasser: Die Verursacher waren offenbar Schildläuse, die mit ihren Exkrementen das Wasser eingefärbt hatten.

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Die Spur führt zur Laus: Feuerwehrleute nehmen Proben aus der Leine in Laatzen.

Quelle: red

Laatzen. Zunächst hatten Spaziergänger am Sonntag die Schicht auf der Oberfläche der „Alten Leine“ in der Laatzener Leinemasch entdeckt. Die herbeigerufenen Feuerwehrleute nahmen Proben. Schnell gab es Entwarnung: Es handele sich weder um Farbe, noch um andere giftige Stoffe. „Die Wasseranalyse ergab nur erhöhte Werte für Amonium und Nitrat, typisch für den Eintrag von Düngemittel“, erklärte Feuerwehrsprecher Fabian Amberge.

Während des Einsatzes setzte dann Starkregen ein, der den Brandschützern die Lösung des Rätsels quasi vor die Füße spülte. Unterhalb der dort befindlichen Bäume seien plötzlich große Stellen aufgetreten, die die gleichen Eigenschaften aufwiesen, wie die Substanz auf dem Wasser, so Amberge. Die Feuerwehrleute nahmen also die Bäume in Augenschein – und registrierten einen „extremen Lausbefall“.

Schädlinge in Kapseln

Intensive Beobachtungen ergaben, dass die Schädlinge in Kapseln hausten, in denen auch das klebrige Sekret zu finden war. Aufgrund des Regens seien die Kapseln ausgespült worden, hätten Boden und Wasser verunreinigt, folgerten die Einsatzkräfte. Die Geschäftsführerin des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in der Region Hannover, Sibylle Maurer-Wohlatz, vermutet, dass es sich bei dem Ungeziefer um Schildläuse handelt. „Aber genau kann ich das per Ferndiagnose nicht sagen“, meinte Maurer-Wohlatz, die sich zeitgleich zum Feuerwehreinsatz bei einer Libellenführung am Fuße des Benther Berges befand.

Aber vieles deutet darauf hin, dass die Verunreinigung auf Schädlinge der Schildlaus-Familie zurückzuführen sind. Schildläuse ernähren sich hauptsächlich vom im Pflanzensaft vorhandenen Eiweiß, manche Laus scheidet den Überschuss als klebrig-klare Honigtautropfen wieder aus. Die Untergruppe der Cochenillenschildlaus dient etwa als günstiger Lieferant von Karminrot. Aus ihr wird der Lebensmittelfarbstoff E 120 gewonnen, der auch in Campari enthalten ist – deshalb der Spitzname Campari-Laus. Die Feuerwehr jedenfalls rückte wieder ab – und ließ der Natur ihre Laus.

Sonja Fröhlich

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