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Langstrecken-Blitzer an der B6 startet im Sommer

"Section Control" bei Laatzen Langstrecken-Blitzer an der B6 startet im Sommer

Der umstrittene Langstrecken-Blitzer "Section Control" kann im Sommer an der B6 bei Laatzen seinen Probebetrieb aufnehmen. Eigentlich sollte die neuartige Geschwindigkeitsmessung zwischen Gleidingen und Rethen bereits vor einem Jahr starten, doch Niedersachsens Datenschutzbeauftragter hatte Bedenken angemeldet. Die sind jetzt aber ausgeräumt.

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Blitz ab dem Sommer: Der Hightech-Blitzer an der B 6 bei Laatzen.

Quelle: Nigel Treblin

Hannover. Voraussichtlich ab dem Sommer wird Niedersachsen eine neue Geschwindigkeits-Messanlage scharf schalten: An der B 6 zwischen Gleidingen und Rethen soll für 18 Monate eine Tempo-Abschnittsüberwachung (Section Control) getestet werden. Nach dem Test könnte das Gerät deutschlandweit zum Einsatz kommen. Die Kommunen in Niedersachsen signalisierten bereits großes Interesse. „Wir würden es begrüßen, wenn wir die Section-Control-Anlagen bekommen würden“, sagte Thorsten Bullerdiek, Sprecher des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes. Die Geräte seien jedoch drei- bis viermal so teuer wie herkömmliche Anlagen. Die Kommunen müssen diese bezahlen.

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Der neue High-Tech-Blitzer "Section-Control" soll Raser überführen, die dauerhaft zu schnell sind. Finden sie das fair?

Zuvor hatte Niedersachsens Landesbeauftragte für den Datenschutz, Barbara Thiel, grünes Licht gegeben: Es gebe noch ein paar technische Kleinigkeiten zu klären – „aber dann kann es mit dem Probebetrieb losgehen“, sagte ihr Sprecher Mattias Fischer. Thiels Vorgänger hatte Bedenken angemeldet, weil bei dem System zunächst jedes Fahrzeug erfasst wird und die Daten zwischen mehreren Geräten abgeglichen werden müssen. Bei der Abschnittsüberwachung wird die Geschwindigkeit der Fahrzeuge nicht an einem Punkt, sondern auf einer längeren Strecke gemessen. Das Land erhofft sich dadurch, Unfallschwerpunkte entschärfen zu können – so wie den Abschnitt der B 6: Hier kam es 2014 zu sieben schweren Verkehrsunfällen, bei denen drei Menschen getötet und drei weitere schwer verletzt wurden.

Bereits im vergangenen Jahr wurde die Überwachungsanlage aufgebaut. Da aber Niedersachsens Datenschutzbehörde Bedenken hatte, blieben die Kameras zunächst ausgeschaltet. Sie entfalteten aber trotzdem eine Wirkung: 2015 gab es auf dem gefährlichen Abschnitt keinen gravierenden Unfall. "Wir haben wahrgenommen, dass die Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Fahrzeuge seit dem Aufbau der Anlage abgenommen hat", hieß es vom Innenministerium bereits Anfang des Jahres.

18 Monate im Testbetrieb

Die Ergebnisse des Tests werden im Bundesgebiet mit Spannung erwartet. Vom Verlauf des auf 18 Monate angelegten Probebetriebs hängt ab, ob die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) aus Braunschweig die Abschnittskontrolle als Blitzeranlage offiziell in Deutschland zulässt. Im Testbetrieb werde man daher auf Gründlichkeit vor Schnelligkeit setzen, „denn diese Art der Verkehrsüberwachung wird die Sicherheit im Verkehr bundesweit verändern“, so das niedersächsische Innenministerium. Auch die Kommunen hoffen auf einen positiven Testverlauf. Für die Verkehrssicherheit sei es besser, die Geschwindigkeit von Fahrzeugen auf einer längeren Strecke zu messen, so Bullerdiek. Ob die Kommunen, die für die Einrichtung von festen Blitzeranlagen zuständig sind, Section Control flächendeckend einsetzen würden, müsse man abwarten, sagte er. Das hänge von der Straßensituation ab – und von der Kassenlage.

Wie gefährlich die Strecke der B6 ist, verdeutlichte vor wenigen Tagen ein tödlicher Unfall: Eine 37-Jährige starb, als sie mit ihrem Auto von der Straße abkam und gegen einen Baum prallte. 

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