Volltextsuche über das Angebot:

23°/ 13° Gewitter

Navigation:
Wieder mehr Straftaten in Laatzen

Laatzen Wieder mehr Straftaten in Laatzen

Die Kriminalität in Laatzen hat im vergangenen Jahr zugenommen: Nach Angaben der Polizei stieg die Zahl der Straftaten um 367 auf 3393. Zuwächse gab es vor allem bei Delikten wie Schwarzfahren, Ladendiebstahl und Vandalismus. Die Entwicklung bei Wohnungseinbrüchen ist hingegen stark rückläufig.

Voriger Artikel
Abendmusiken-Besucher sehen Vismanns Gemälde
Nächster Artikel
Sonnabend ist Schluss mit dem Hüttenzauber

Die Zahl der Straftaten ist 2015 zwar in Laatzen gestiegen, es gab jedoch weit weniger Wohnungseinbrüche als in den Vorjahren.

Quelle: Julian Stratenschulte/dpa

Laatzen. Trotz des Gesamtanstiegs sprach Kommissariatsleiter Uwe Wollburg am Donnerstag bei der Vorstellung der Kriminalstatistik von einer "erfreulichen Entwicklung" - und meinte damit die erfolgreiche Polizeiarbeit: Die Aufklärungsquote stieg 2015 auf "sensationelle" 67,8 Prozent. "Den Schnitt hatten wir noch nie", sagt Stefan Schwarzbard, Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes. Laatzens liege deutlich über dem Durchschnitt der Polizeidirektion Hannover mit 59,2 Prozent.

2015 gab es unter anderem mehr Ladendiebstähle. 280 Fälle führt die Statistik auf - in den fünf Jahren zuvor waren es jeweils um die 200. Betroffen sei vor allem das Leine-Center, aber auch andere Einzelhändler wie Kaufland in Alt-Laatzen. Die Gründe für den Anstieg sind unklar. Schwarzbard verweist darauf, dass 2014 mit Rewe, Bauhaus und Notebooksbilliger drei große Geschäfte neu eröffnet haben.

Vandalismus: Auffällig war 2015 die steigende Zahl der Sachbeschädigungen - von 228 auf 322. Ermittelt hat die Polizei unter anderem wegen Schäden an Autos, angezündeter Mülleimer und Container sowie Zerstörungen an Üstra-Automaten und -Haltestellen. Vor 2014 gab es allerdings schon mehrfach ähnlich hohe Werte.

Einbrüche: Der Negativtrend bei Wohnungseinbrüchen ist gestoppt. Nach dem Spitzenjahren 2013 (156 Einbrüche) und 2014 (135) wurden 2015 nur noch 74 Fälle bekannt. Einen leichten Anstieg von 79 auf 87 gab es bei Einbrüchen in Büros und anderen gewerbliche Immobilien. Ein Teil davon geht auf das Konto einer Bande Jugendlicher und junger Erwachsener, deren Mitglieder inzwischen teils verurteilt wurden. Die Täter waren unter anderem in Apotheken, Fitnessstudios und Arztpraxen eingedrungen.

Schwarzfahrer: Ein guter Teil der ansteigenden Kriminalität hängt mit Schwarzfahrern zusammen. Beim sogenannten Erschleichen von Leistungen gab es 95 Fälle mehr. Hinzu kommen 198 im Jahresvergleich zusätzliche Betrugsfälle, die laut Schwarzbard oft ebenfalls mit Schwarzfahrten zusammenhängen - nämlich immer dann, wenn die Kunden nur eine Zone lösen, aber die Zonengrenze zwischen Laatzen und Hannover passieren.

Raub und Körperverletzung: Die Zahl der Körperverletzungen stieg 2015 deutlich um 45 auf 220. Erfreulich ist laut Polizei hingegen ein Rückgang bei Straßenraub: Wurden im Vorjahr noch 14 Menschen überfallen, waren es 2015 fünf. Tötungsdelikte bleiben in Laatzen die Ausnahme, die Statistik führt zwei Fälle auf.

Jugendkriminalität: Auffälligste Tätergruppe sind männliche Jugendliche und junge Männer. Nach Jahren des Rückgangs gab es 2015 wieder einen Anstieg bei der Jugendkriminalität. Die Statistik weist 169 Tatverdächtige zwischen 14 und 17 Jahren auf - 44 mehr als im Vorjahr.

Häusliche Gewalt: Beim Thema häusliche Gewalt ist und bleibt die Stadt ein schwieriges Pflaster. "Die Zahlen in Laatzen sind leider extrem hoch", sagt Schwarzbard - 2015 habe es 225 Fälle gegeben, das ist ein Plus von 19 Prozent. Für das Kommissariat habe das Thema hohe Priorität. "Wir setzen drei Sachbearbeiter dafür ein, die da viel Arbeit reinstecken." Die Polizei bemühe sich insbesondere auch darum, die Opfer zu informieren und Beratungsangebote zu vermitteln.

Keine Auffälligkeiten bei Flüchtlingen:

Zahlen dazu, wie viele Delikte von Flüchtlingen begangen wurden, werden nach Auskunft Schwarzbards für Laatzen erst nach Auswertung des ersten Quartals 2016 vorliegen. Gesondert erfasst werde diese Bevölkerungsgruppe seit Anfang November. Bislang seien keine Auffälligkeiten bekannt. "Was an Befürchtungen hochkommt, können wir absolut nicht bestätigen", sagt Andreas Keick, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes. Der einzige schwere Fall sei der von Anfang Januar, als ein 23-jähriger Flüchtling eine Frau in Gleidingen sexuell nötigte. Der Palästinenser ist am Donnerstag verurteilt worden.

In die Alt-Laatzener Flüchtlingsunterkunft sei die Polizei kein einziges Mal gerufen worden. Auch in der Sporthalle des Erich-Kästner-Schulzentrums sei die Situation "insgesamt sehr friedlich", so Kommissariatsleiter Wollburg. Es habe lediglich einen größeren Einsatz gegeben, der sich als harmlos herausstellte: Vor zwei Wochen waren Bewohner in Streit geraten, weil eine Person innerhalb der Halle umziehen sollte. Als die vom Sicherheitsdienst alarmierte Polizei mit fünf Streifenwagen anrückte, stellte sich heraus, dass es lediglich ein Wortgefecht und ein paar Schubser gab.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Laatzen-Seite der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung
doc6pwn00vt8goulz85feb
Kitas und Horte tragen Stadtpokal aus

Fotostrecke Laatzen: Kitas und Horte tragen Stadtpokal aus