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Viele Stellen bleiben unbesetzt

Leinetal Viele Stellen bleiben unbesetzt

Kurz vor dem Ausbildungsstart am 1. August suchen noch immer zahlreiche Betriebe im Leinetal nach Azubis. Drei von fünf befragten Betrieben haben freie Stellen. Doch für Bewerbungen ist es noch nicht zu spät.

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Daniel Urso (links) und Pascal Parofskie machen eine Fleischerausbildung.

Quelle: Lisa Malecha

Laatzen. „Wir hatten seit fünf Jahren keinen Azubi mehr“, sagt Kirsten Volkmann von der Gleidinger Bäckerei Volkmann. Auch 2015 habe sie vergeblich auf Bewerbungen gewartet. „Es will einfach niemand früh aufstehen“, sagt sie. Auch Anzeigen auf Lehrstellenbörsen im Internet hätten keinen Erfolg gezeigt, die beiden Ausbildungsplätze als Bäcker und in der Verkaufsstelle bleiben unbesetzt. „Heute wollen alle lieber Abi machen als eine Lehre“, glaubt Volkmann.

Ähnliche Erfahrungen macht Kai Oppermann von der Calenberger Backstube in Schulenburg. Er such noch acht Fachverkäufer- sowie zwei Bäcker- oder Konditoren-Lehrlinge - obwohl er dies intensiv bewirbt. Sogar die schulischen Leistungen sind Oppermann relativ gleich, solange das Engagement stimmt. Denn die Lehrlinge würden bei ihm kontinuierlich weitergebildet und auf den nötigen Wissensstand gebracht. „Dafür wurden wir sogar von der Handwerkskammer ausgezeichnet“, sagt Oppermann, der das gesamte Jahr über Azubis einstellt. „Guten Lehrlingen ermöglichen wir einen Auslandsaufenthalt als besonderes Schmankerl.“

Der Mangel an Lehrlingen betrifft nicht nur Bäcker: „Wir würden gern ausbilden, finden aber niemanden“, sagt Ute Stoffregen von der Landschlachterei Gramann in Pattensen. Besonders im Bereich der Fachverkäufer fehle das Interesse. „Manche Filialen sind großen Ketten, da schrecken die langen Öffnungszeiten ab.“ Auch in diesem Jahr fehlten acht Azubis im Verkauf, für die sich Interessenten noch bis Ende September bewerben können. Die drei Fleischerstellen hingegen sind besetzt. Doch das will noch nichts heißen, denn Stoffregen erlebe immer wieder, dass Lehrlinge nach einigen Tagen nicht mehr auftauchen. „Die warten, bis wir ihnen kündigen, damit sie Leistungen beziehen können.“

Besser sieht es beim Dachdecker Jan van der Velde aus Rethen aus: Alle Lehrstellen konnten besetzt werden. „Aber viele Jugendliche wissen nicht recht, in welche Richtung sie gehen wollen“, bemängelt er. Hinzu käme, dass ein Großteil nicht wisse, was es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen. „Sie sind nicht leistungsorientiert und wissen nicht, worauf sie sich einlassen.“

Bei der Hemminger Firma UHE Feinmechanik könnte es nicht besser laufen: „Wir haben immer genug Bewerber, um uns unsere Lehrlinge auszusuchen“, sagt Jennifer Leonhard.

Von Lisa Malecha

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