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Ultraleichtflugzeug ergänzt Ausstellung

Alt-Laatzen Ultraleichtflugzeug ergänzt Ausstellung

Das Luftfahrtmuseum Laatzen bietet neue Einblicke in die Geschichte der Zivilflugzeuge: Die Ausstellung wurde um den Ultraleichtflieger Fascination 4 ergänzt. Die Maschine ist ein Geschenk von Hobbypilot Hartmut Jentzsch aus Hannover.

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Hartmut Jentzsch (rechts) überreicht Klaus-Dieter Hoppe vom Luftfahrtmuseum das Flugbuch für seine Fascination WD-4.

Quelle: Lisa Malecha

Alt-Laatzen. "Wann kriegt man schon ein Flugzeug geschenkt", sagt Klaus-Dieter Hoppe vom Luftfahrtmuseum und umrundet das 6,20 Meter lange Flugzeug mit dem Namen Fascination WD-4. "So ein Ultraleichtflieger hat uns in unserer Sammlung noch gefehlt." Den Neuzugang - und damit Flugzeug Nummer 38 im Museum - hat er Hartmut Jentzsch zu verdanken, der sogleich erklärt, was die Maschine so besonders macht: Es wiegt nur knapp 260 Kilogramm. "Er ist sozusagen der 5er BMW unter den Ultraleichtfliegern", sagt Jentzsch. Und als Architekt fliege er nun mal auf gutes Aussehen.

Die vom deutschen Konstrukteur Wolfgang Dallach entworfene Fascination sei eine der ersten Maschinen ihrer Art gewesen, sagt Jentzsch, der den Flieger aus einem Bausatz selber zusammengebaut hat. "Die anderen Flugzeuge der Ultraleicht-Szene sahen aus wie eine Mischung aus Drachen und Fallschirm." Denn während andere Hersteller auf offene Konstruktionen und viel Stoff setzten, arbeitete Dallach bei der Fascination mit einer geschlossenen Stahlrohrkonstruktion und faserverstärktem Kunststoff. Das Modell war außerdem das erste Ultraleicht-Flugzeug mit einziehbarem Fahrwerk. "Vier Jahre habe ich für den Bau eines unserer beiden Wohnzimmer belegt", erinnert sich Jentzsch. 140.000 Mark hat der Bausatz gekostet. "Wenn man dann noch meine Arbeitsstunden einrechnet, hätte ich dafür auch einen Jumbo mieten können." Nach etwa 3000 Stunden Schrauben, Hämmern und Ausrichten war es dann soweit: 1999 hob der Hobbypilot erstmals mit seiner selbst gebauten Maschine ab.

Doch der Aufwand habe sich gelohnt: "Das Fliegen macht tierisch Spaß", auch wenn man in der leichten Maschine jede Windböe spüre. Quer durch Europa sei er mit dem Flugzeug gereist, sagt Jentzsch. "Ich war in Italien, Spanien, Dänemark und Frankreich." Etwa 250 Stunden verbrachte er in der Luft. Doch vor rund zehn Jahren merkte er, dass seine Kondition fürs Fliegen nicht mehr ausreichte - und stellte die Maschine in Mardorf unter. "Bis ich mich nun schweren Herzens entschieden habe, sie zu verschenken", sagt Jentzsch. Denn zum "Rumstehen und Vergammeln" sei das Flugzeug zu schade. Als neuer Eigentümer kam für den Hannoveraner von vornherein nur das Museum in Laatzen in Betracht. "Ich will ja nicht bis sonst wo hinfahren, um mein Flugzeug zu besuchen." Außerdem sei ihm bei seinen vorherigen Besuchen bereits aufgefallen, dass ein Ultraleichtflugzeug dort noch fehle.

"Die Fascination ergänzt unsere Sammlung perfekt, vor allem weil sie ein Zivilflugzeug ist", sagt Hoppe. Zudem ein Zivilflugzeug, an dem man die Entwicklung der Ultraleichtflieger gut erkennen könne. "Das Flugzeug fügt sich sehr schön in die Ausstellung ein." Jeweils dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr können sich Interessierte das neue Ausstellungsstück ansehen. Der Eintritt kostet acht Euro.

Die Fascination WD-4

Der deutsche Konstrukteur Wolfgang Dallach entwickelte 1993 seine Fascination 4. Bereits ein Jahr später konnte der erste Prototyp abheben. Innerhalb von zwei Jahren wurden etwa 200 Modelle verkauft, bevor der Nachfolger, die WD-4 BL, auf den Markt kam.

Die Fascination WD-4 war mit ihrem Design und der für Ultraleichtflugzeuge hohen Geschwindigkeit eine echte Neuheit in der Szene. Der Körper des Flugzeugs besteht lediglich aus Stahlrohren, die mit Stoff überzogen werden und schließlich mit einem Speziallack lackiert werden. In der 1,09 Meter breiten Kabine können zwei Personen nebeneinander sitzen. 

Die Maschine ist 6,20 Meter lang und hat eine Spannweite von 8,90 Metern. Sie wird von einem 80-PS-Motor angetrieben und erreicht maximal 300 Kilometer pro Stunde, darf aber wegen Beschränkungen nur auf 250 beschleunigt werden. Mit einem Verbrauch von etwa 13 Litern pro Stunde kann der Pilot - abhängig von der Flugweise - mit nur einer Tankfüllung bis zu 1100 Kilometer zurücklegen.

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Von Lisa Malecha

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