Volltextsuche über das Angebot:

33 ° / 18 ° wolkig

Navigation:
Ausstellung über eine Pionierin der Luftfahrt

Alt-Laatzen Ausstellung über eine Pionierin der Luftfahrt

Sie flog im Alleinflug über Afrika, wagte eine Weltumrundung und stellte gleich mehrere Rekorde auf: Das Laatzener Luftfahrtmuseum widmet der hannoverschen Flugpionierin Elly Beinhorn eine Ausstellung. Hauptexponat ist eine nach ihr getaufte Messerschmidt, die eigens aus Hamburg angeliefert wurde.

Voriger Artikel
Nach Austritten: CDU steht zu Köhnes Linie
Nächster Artikel
SPD Laatzen: Schulz legt alle Ämter nieder

Wichtigstes Exponat der Sonderausstellung im Luftfahrtmuseum ist die Messerschmidt Me108, die nach einer Berühmtheit der Luftfahrtgeschichte der 30er-Jahre benannt ist: Elly Beinhorn.

Quelle: Dorndorf

Alt-Laatzen. In ihrer Zeit war Elly Beinhorn eine echte Berühmtheit. Sie schaffte es nicht nur, als Frau gegen alle Widerstände zur Pilotin zu werden, sondern zog mit ihren spektakulären Interkontinentalflügen - einschließlich mehrere Notlandungen - eine gewaltige Aufmerksamkeit auf sich. "Sie flog nur mit Karte, Kompass und Armbanduhr, eine Flugnavigation gab es damals ja noch nicht", sagt Klaus-Dieter Hoppe vom Luftfahrtmuseum, dem die "tollkühne Frau in ihrer fliegenden Kiste", wie er sagt, schon in Kindertagen ein Begriff war. Im Luftfahrtmuseum ist gleich am Eingang eine Vitrine mit Tafel der Pionierin gewidmet.

Ab Freitag steht Beinhorn nun im Zentrum einer Sonderausstellung, die das Museum gemeinsam mit dem Arbeitskreis Technik- und Industriegeschichte (AK TIG) und der Förderverein Eilerswerke Mobile Welten organisiert. Dafür haben die Ausstellungsmacher um Initiator Horst-Dieter Görg vom AK TIG am Dienstag eigens von der Deutschen Lufthansa Berlin-Stiftung eine Messerschmidt Me108 per Tieflader aus Hamburg anliefern und montieren lassen. Die Maschine wurde 1993 nach Elly Beinhorn getauft - in Erinnerung an die beiden Rekordflüge, die sie mit dem Modell erzielte.

Zur Ausstellung zählen auch zwölf Stationen, auf denen das Leben und Flugrouten Beinhorns nachgezeichnet werden, etwa 50 Fotografien - und zwei wichtige Exponate, die das Luftfahrtmuseum im eigenen Bestand hat: eine Klemm L25d - ähnlich der Maschine, mit der Beinhorn in den 30er-Jahren über Afrika flog, sowie die ebenfalls von ihr genutzte Focke-Wulf "Stieglitz". Und in Erinnerung an ihren Mann, den Rennfahrer Bernd Rosemeyer, ein Motorrad des Typs 350er-Zündapp.

Die Ausstellung "Elly Beinhorn - Fliegerass und Powerfrau aus Hannover" wird am Freitag mit geladenen Gästen eröffnet, für die Öffentlichkeit ist sie vom Sonnabend, 30. Januar, bis Mittwoch, 30. März, zu besichtigen. Das Museum öffnet täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr. Der NDR hat den Aufbau der Ausstellung begleitet - Berichtet erscheinen am Freitag um 18.15 Uhr in der Sendung "Lust auf Norden" sowie am Sonnabend, 19.30 Uhr, in "Hallo Niedersachsen."

Elly Beinhorn - ein Star ihrer Zeit

Die Luftfahrtpionieren Elly Beinhorn und der Rennfahrer Bernd Rosemeyer waren Stars ihrer Zeit. 1907 in Hannover geboren, entschied sich Beinhorn im Jahr 1928 nach einem Vortrag des Atlantik-Überquerers Hermann Köhl, wie dieser Fliegerin zu werden. Trotz der Widerstände in der von Männern beherrschten Szene schaffte sie es, nicht nur einen Flugschein, sondern sich bald auch als Kunstfliegerin einen Namen zu machen.

Berühmt wurde sie 1931 mit ihrem ersten Afrikaflug, wo sie nach einer Notlandung im Sumpfgebiet des Niger drei Tage verschollen blieb. Das produzierte Schlagzeilen - bei der Rückkehr nach Berlin war ihr Name ein Begriff. Die Bekanntheit verhalf ihr zur Finanzierung weiterer Projekte: 1932 gelang ihr die Weltumrundung im Alleinflug, ein Abenteuer, das später als Buch zum Bestseller wurde. 1935 folgte ein 24-Stunden-Flug über zwei Kontinente (von Deutschland nach Asien und zurück) mit einer Messerschmidt BF108 - ein damals revolutionär leichtes Ganzmetallflugzeug, von dem jetzt ein Modell im Museum zu sehen ist. 1936, kurz nach der Heirat mit Rosemeyer, brach Beinhorn zum zweiten Rekordflug über drei Kontinente auf. Die Fliegerei endete aprupt mit Beginn des Krieges, in dem Sportlfliegen umöglich wurde. Nach dem Krieg setzte Beinhorn ihre Karriere - teils als "fliegende Reporterin - fort. Sie starb im Jahr 2007 im Alter von 100 Jahren.

doc6o6fjbzi0c26w4532c4

Fotostrecke Laatzen: Ausstellung über eine Pionierin der Luftfahrt

Zur Bildergalerie

Von Johannes Dorndorf

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Laatzen-Seite der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung
doc6r6s4ltjmc212dfb54hg
Ein neues Kreuz für die Immanuelkirche

Fotostrecke Laatzen: Ein neues Kreuz für die Immanuelkirche