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Die Wächterin von Laatzens Schutzgebieten

Laatzen Die Wächterin von Laatzens Schutzgebieten

Sie hat Laatzens Biotope und Schutzgebiete im Blick: Seit zehn Jahren ist Margret Saxowsky Naturschutzbeauftragte der Region Hannover für Laatzen. Jetzt wurde sie für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren bestellt.

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Margret Saxowsky kontrolliert den Wasserlauf im Mastbruchholz.

Quelle: Stephanie Zerm

Laatzen. Margret Saxowsky schüttelt den Kopf. "Nein, das verstehe ich nicht", sagt die Laatzenerin. Innerhalb kürzester Zeit haben sie und ihr Mann Reinhard Saxowsky zwei Säcke Müll im Mastbruchholz gesammelt. "Hauptsächlich haben wir Verpackungen von Taschentüchern und leere Flachmann-Flaschen gefunden", sagt die Laatzenerin seufzend und betont: "Das Mastbruchholz ist Laatzens einziger Wald - warum können ihn die Spaziergänger nicht sauber halten?"

Saxowsky kennt biologisch wichtige Flächen wie das Mastbruchholz wie nur wenige. Einmal monatlich geht die 61-Jährige sämtliche Natur- und Landschaftsschutzgebiete, Flora-Fauna-Habitate, Naturdenkmäler und Biotope im Stadtgebiet ab, um sie in Augenschein zu nehmen. Als Naturschutzbeauftragte der Region ist es ihre Aufgabe, den hauptamtlich tätigen Mitarbeitern mit solchen Recherchen zuzuarbeiten.

Zum Beispiel zum Schutz des Moorbläulings, einer seltenen Schmetterlingsart, die bei Ingeln-Oesselse vorkommt. "Es ist ganz wichtig, den Lebensraum zu beobachten. Damit steht und fällt der Erhalt dieser Art", sagt Saxowsky. So koordiniere sie Termine mit Pflegefirmen, Landwirten und Gutachtern, um den Lebensraum zu erhalten. "Ich frage Landwirte, ob sie einen Teil ihres Landes abgeben, um den Lebensraum zu vergrößern". Gelinge dies nicht, versuche sie, mit den Bauern bestimmte Mähtermine zu vereinbaren. Auf diese Weise würden die Wirtspflanzen - beim Moorbläuling ist das der Große Wiederknopf - in der Zeit des Eierlegens und des Wachsens der Raupen bewahrt.

Ein besonderes Anliegen ist  Saxowsky auch das Mastbruchholz, Laatzens einziges zusammenhängendes Waldgebiet. Seit Jahren bemühen sich Region und Naturschützer um dessen Wiedervernässung, die für Rote-Liste-Arten wie Orchideen und Leberblümchen wichtig ist. Hintergrund: Beim Bau des Messeschnellwegs und der angrenzenden Wohnbebauung sei dem Wald sprichwörtlich das Wasser abgegraben worden. "Wir sorgen dafür, dass die Gräben im Mastbruchholz immer mal wieder mit Barrieren versehen werden, so dass das Wasser nicht in die städtische Kanalisation an der Otto-Hahn-Straße hineinläuft", sagt Saxowsky.

Wie die anderen Naturschutzbeauftragten ist die Laatzerin schon lange im Amt, insgesamt mehr als 25 Jahre. Vor ihrer Bestellung als Beauftragte im Jahr 2006 war wie jahrelang Leiterin des städtischen Umweltamts. Dieser Erfahrungsschatz hat eine wichtige Funktion: "Oft sind wir die einzigen, die die Orts- und Personenkenntnis und die historischen Kenntnisse haben", sagt Saxowsky.

Von Johannes Dorndorf und Stephanie Zerm

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