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Marlene überwindet ihre Angst

Grasdorf Marlene überwindet ihre Angst

Allein einen dunklen Flur entlanggehen? Für Marlene unvorstellbar. Seit die Grasdorferin als Elfjährige einen Horrorfilm gesehen hat, hat sie Panik vor fiesen Gestalten, die in der Dunkelheit lauern. Im Mutcamp vom Kinderkanal Kika hat sie ihre Angst überwunden.

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Zu den Aufgaben im Mutcamp, an dem Marlene (14) teilgenommen hat, zählt auch ein Fallschirmsprung über der südafrikanischen Küstenlandschaft.

Quelle: Timeline Film+TV / MDR

Grasdorf. Angefangen hatte alles an ihrem elften Geburtstag. Bei der Übernachtungsparty wollten einige Mädchen sich einen Horrorthriller anschauen. „Aus Gruppenzwang hab ich zugestimmt - danach hatte ich üble Albträume“, erinnert sie sich. Selbst in ihrem eigenen Zimmer habe sich Marlene nicht mehr sicher gefühlt, vermutete in jeder dunklen Ecke einen Mörder. „Meine Eltern mussten mich abends begleiten, weil ich nicht allein den Flur entlanggehen wollte.“

Drei Jahre lang lebte sie mit ihrer Furcht - bis sie schließlich vom Mutcamp erfuhr, für das sie sich spontan bewarb. Zu ihrer Überraschung kam wenig später die Zusage: Marlene durfte zwei Wochen nach Südafrika, wo sie von einem Coach und einer Psychologin betreut wurde. Neben intensiver Gesprächstherapie waren auch zahlreiche ungewöhnliche Aufgaben Bestandteil des Camps. „Da habe ich zum Beispiel meinen eigenen Horrorfilm gedreht und in einem Comic meinen eigenen Tod gezeichnet“, sagt sie.

„Ich weiß jetzt, dass die Figuren nur Menschen in Masken sind“, sagt Marlene, für die das Camp ein wichtiger Schritt in eine angstfreie Zukunft war. „Die Panik ist weg, nur ein bisschen Angst ist im Hinterkopf geblieben.“ Doch immerhin sei es nun kein Problem mehr, abends allein von der Bahn nach Hause zu gehen oder sich in einem dunklen Raum aufzuhalten - auch, wenn sie sich noch immer einreden muss, dass keine fiesen Gestalten auf sie lauern. „Ich muss allerdings weiterhin an mir arbeiten, sonst kommt die Angst wieder.“

Doch auch ansonsten sei die Zeit in Südafrika die beste ihres Lebens gewesen, betont Marlene. Sie habe in zwei Wochen so viel erlebt wie andere in Jahren nicht. „Ich war Fallschirm- und Bungee-springen, durfte mit Robben tauchen und habe Löwen aus nur zehn Metern Entfernung beobachtet“, zählt sie begeistert auf. Sogar eine Vogelspinne sei über ihre Hand gelaufen. Doch das alles habe sie nicht als schlimm empfunden, eher als spannend.

Nun ist sie gespannt auf das Ergebnis der Dreharbeiten. „Es war so komisch, zwei Wochen lang ständig vor der Kamera zu stehen“, sagt die Grasdorferin. Das sei nicht nur für sie, sondern auch für alle anderen Jugendlichen eine ganz neue Erfahrung gewesen. „Manchmal musste uns das Team dran erinnern, dass wir uns auch vor der Kamera normal benehmen sollen.“ Denn dann habe oft die Scheu überwogen: Wurde gerade noch hinter den Kulissen aufgeregt geredet, herrschte auf einmal Stille, wenn die Kamera auf sie gerichtet war.

Manche Szenen nun im Fernsehen zu sehen, davor graut ihr ein wenig - zum Beispiel jene Momente, in denen sie gerade aufgewacht ist oder direkt nach Aufgaben wie dem Fallschirmsprung. „Da sehe ich so schlimm aus - das ist mir schon peinlich.“ Daher verzichte sie zunächst auch darauf, die Folgen mit ihren Freunden zu schauen, die bisher alle begeistert von ihrem TV-Auftritt sind. „Nur einige Bekannte sind ein bisschen neidisch und machen sich über mich lustig“, sagt Marlene. Doch da stehe sie drüber, immerhin habe die Zeit in Südafrika ihr viel Selbstbewusstsein gegeben.

Von Lisa Malecha

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